Anne Diehr

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Arbeitsbereich Germanistische Sprachwissenschaft
Institut für Deutsche Philologie
Rubenowstr. 3 - Raum 2.11
17487 Greifswald

Tel.: +49 3834 420 3420
Fax: +49 3834 420 3423
anne.diehr1@uni-greifswald.de

Sprechzeit:  Di 15-16 Uhr

Sprechzeiten während der vorlesungsfreien Zeit:

23. Juli: 10-11 Uhr
06. August: 13-14 Uhr

Vita
1986geboren in Rüdersdorf bei Berlin
2006Abitur am Theodor-Fontane-Gymnasium in Strausberg
2007-2012Studium der Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Abschluss 2012 Bachelor of Arts
2012-2014Studium des Master-Studiengangs "Sprache und Kommunikation", Schwerpunkt Sprachwissenschaft
2014Abschluss Master of Arts (Thema der MA-Arbeit: "Sprache und Identität. Zur Konstruktion sozialer Wirklichkeiten")
seit 04/2015wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Greifswald
Dissertation

Betreuer: Prof. Dr. Jürgen Schiewe
 
Arbeitstitel: Kollektive Identitätskonstruktionen im Rahmen der Flüchtlingsthematik. Eine diskurslinguistische Untersuchung von Identitätsarbeit anhand ausgewählter Onlinemedien
 
Abstract:
Die Flüchtlingsthematik ist ein dominierender Gegenstand aktueller medialer Berichterstattung. Sie löst grundlegende Debatten aus, die kollektive, gesellschaftliche Identitätsbilder infrage stellen. Bezieht man sich auf die in der Identitätsforschung seit einiger Zeit etablierte These, dass ein bestimmtes Selbstbild nicht als festgeschriebene Größe vorhanden ist, sondern in alltäglicher Tätigkeit konstruiert wird, ergeben sich in diesem Zusammenhang folgende Fragen: Wie erfolgen Identitätskonstruktionsprozesse auf gesellschaftlicher Ebene? Welchen Einfluss nimmt die Flüchtlingsthematik auf gesellschaftliche Selbstbilder? Welche Akteure nehmen in diesen Prozessen eine zentrale Position ein? Und anhand welcher sprachlichen Mechanismen definiert sich ein kollektives Selbstbild im Zuge der aktuellen Entwicklungen? Das Dissertationsprojekt geht diesen Fragen aus diskurslinguistischer Perspektive nach.
Den Ausgangspunkt der Dissertation bildet die These, dass die gesellschaftlichen Identitäts- und Wirklichkeitskonstruktionsprozesse maßgeblich im medialen Diskurs erfolgen und somit an dieser Stelle der zentrale Zugang zu dieser Thematik zu finden ist. Hier setzt die geplante Untersuchung identitätsbildender Prozesse auf kollektiver Ebene an. Den methodischen Rahmen bietet die Diskurslinguistische Mehr-Ebenen-Analyse (DIMEAN). Das Untersuchungskorpus enthält verschiedene Texte medialer Online-Berichterstattung und untersucht diese im Rahmen einer Längsschnittstudie. Fokussiert werden dabei identitätsbildende Elemente, die sich sprachlich im Diskurs zeigen. Zentrale Fragen sind hierbei: Wie lassen sich identitätsbildende Elemente auf der sprachlichen Ebene beobachten und analysieren, z.B. in Frames, mit Hilfe bestimmter Topoi oder Metaphernverwendung? Welche Themen werden in Relation zu historischen Ereignissen gesetzt? Welche Akteure sind in den Diskurs involviert und welche werden thematisiert? Welche Identitätsentwürfe und damit Wirklichkeitsentwürfe werden bearbeitet und kommuniziert? Das DIMEAN-Modell bietet insofern eine vielversprechende theoretische und methodische Grundlage, als dass es Aspekte auf der intratextuellen Ebene, der Akteurs-Ebene und der transtextuellen Ebene in die Untersuchung einbezieht und somit einen Zugriff auf die Thematik identitätsbildender Prozesse über Sprache ermöglicht.