Aleksandra Wojnarowska

Arbeitsbereich: Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie
 
Betreuerinnen: Prof. Dr. Eva Blome (Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG), Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie), Prof. Dr. Ulrike Jekutsch (Institut für Slawistik, Lehrstuhl für Slawische Literaturwissenschaft)
 
Arbeitstitel
Die Darstellung des Nichtdargestellten – Literatur und Naturforschung in Deutschland und in Polen um 1800 (Arbeitstitel)
 
Abstract
Kurz nach der Erfindung des Heißluft- und des Wasserstoffballons im Jahre 1783 herrschte in ganz Europa eine allgemeine Begeisterung über die Möglichkeiten der gerade entdeckten ‚Maschinen leichter als Luft‘. Die so genannte Ballonmanie fand ihren Ausdruck in Form von Modemotiven auf Porzellanstücken und Möbeln, als satirische Zeichnungen in zeitgenössischen Zeitschriften und inspirierte nicht zuletzt die Schriftsteller der damaligen Zeit.
Die Begeisterung über die neuentdeckten Möglichkeiten des Fliegens bewirkte in der Literatur jedoch kein bloßes „Aufwärmen“ der antiken griechischen Mythen (zum Beispiel der Erzählungen von Daidalos und Ikaros sowie von Pegasus). Denn erstmalig in der Menschheitsgeschichte, konnten Fluggeräte nicht länger als rein fantastische, mythische Vorstellungen und hypothetische Konstruktionen dargestellt werden. Vielmehr mussten sie als technische Realität der zeitgenössischen Wirklichkeit wahrgenommen und behandelt werden. Die Schriftsteller der europäischen Länder mussten deshalb neue Wege gehen, um das Neue, Reale und früher „Nicht-Dargestellte“ zu beschreiben und dem neuen technischen Wissen eine literarische Form zu geben. Hierbei ist davon auszugehen, dass diese Formgebung in den einzelnen Ländern durch die sprachlichen, politischen und sozialen Charakteristika des jeweiligen Kulturraums geprägt war.
In meinem Dissertationsprojekt mache ich es mir zur Aufgabe, zu untersuchen, wie durch die Arbeit der Schriftsteller um 1800 ein spezifischer Transfer zwischen dem neuartigen technischen Wissensbereich der Aerostatik und der Literatur errichtet wurde. Die Untersuchung ist hierbei komparatistisch ausgerichtet, insofern in ihr diesbezügliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschsprachigen und polnischsprachigen Kulturraum herausgearbeitet werden sollen. Dies geschieht in Form einer diskurstheoretischen Analyse von literarischen Texten, in denen aerostatische Spezialdiskurse zur Ballonfahrt auftauchen.
 
Förderung/Stipendium: Bogislaw-Stipendium der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald