Alexandra Christ

Arbeitsbereich: Germanistische Sprachwissenschaft
 
Betreuer: Prof. Dr. Jürgen Schiewe
 
Arbeitstitel
Kurt Tucholsky im Diskurs seines Werkes
 
Abstract
Das Erkenntnisinteresse der Dissertation richtet sich auf den Sprachdiskurs des Autors Kurt Tucholsky. Gegenstand der Analyse sind seine Sprachreflexionen in öffentlichen Texten, die von der Erstveröffentlichung 1907 bis zu seinem letzten veröffentlichten Text 1933 im Kommunikationsbereich der Printmedien erschienen sind. Ziel ist es, mit Hilfe einer diskurslinguistischen Analyse, die Sprachbeschäftigungen in seinem Werk zu analysieren, um seine Auffassung von Sprache zu rekonstruieren. Die Untersuchung orientiert sich dabei an der diskurslinguistischen Methodologie des Mehr-Ebenen-Modells (DIMEAN) sowie am diskursgeschichtlichen Konzept der Düsseldorfer Schule. Das Korpus besteht aus 370 Pressetexten, in denen sich der Autor metasprachlich äußert oder seine Sprachkritik objektsprachlich vorführt. Um diesen Sprachdiskurs zu erfassen, erfolgt die Analyse auf drei diskursiven Ebenen. Auf intratextueller Ebene wird innerhalb einer lexikalischen Untersuchung der Gegenstand der Kritik an der Sprachverwendung beschrieben. Dabei wird Tucholskys Begriff von der „neudeutschen Sprache“ sowie seine Zuordnung sprachlicher Phänomene zur Gattungsbezeichnung „Modewörter“ herausgearbeitet. Auf der Handlungsebene wird Tucholsky als Akteur des Diskurses untersucht. Als personale Größe bringt er die sprachlichen Handlungen hervor und nutzt dabei unterschiedliche Rollen, um seine Sprachreflexionen zu veröffentlichen. Die transtextuelle Ebene umfasst die Analyse der verwendeten Argumentationsmuster des sprachlichen Materials. Damit lassen sich Tucholskys Einstellungen und Interessen im Hinblick auf die Gegenwartssprache seiner Zeit herausarbeiten, die auch im Zusammenhang mit zeitgeschichtlichen Ereignissen, der Biografie und der werkästhetischen Entwicklung des Autors gesehen werden.