Katharina Petzold

Arbeitsbereich: Germanistische Sprachwissenschaft
 
Betreuerin: PD Dr. Gisela Ros
 
geplanter Abschluss: 2016
 
Arbeitstitel
Der zeitgenössische Gebrauch spezifischen rotwelschen Vokabulars im Unternehmen „Zirkus“ aus soziolinguistischer Perspektive
 
Abstract
Rotwelsch ist eine Bezeichnung für den Sonderwortschatz gesellschaftlicher Randgruppen auf der Basis des Deutschen, welcher seit dem späten Mittelalter besonders bei Bettlern, dem fahrendem Volk, Vertretern sogenannter unehrlicher Berufe und in kriminellen Subkulturen verwendet wurde.
Doch auch bis dato weilt rotwelsches Vokabular in der Gegenwartssprache und hat sich nicht nur semantisch verändert, sondern sich auch den veränderten Sprachgewohnheiten angepasst. Erst eine Auseinandersetzung mit diesem Thema macht bewusst, dass viele Wendungen und Wörter unwillkürlich und unbewusst im alltäglichen Sprachgebrauch benutzt werden. Die Dissertation soll aufzeigen, inwieweit rotwelsches Vokabular der Allgemeinheit bekannt ist, in welchem gesellschaftlichen Raum dieses Wortgut verwendet wird und in welchen Kontext es eingebettet wird.
Anhand soziolinguistischer Forschungsansätze wird recherchiert, welche sozialen Gruppen ein hohes Aufkommen rotwelschen Wortguts vorweisen. Desweiteren ergaben sich bei der empirischen Arbeit interessante Aspekte – so zum Beispiel, dass sich innerhalb der Gruppe Zirkus rotwelsches Wortgut findet, dass der Allgemeinheit unbekannt ist, aber von Zirkusmitarbeitern unterschiedlichster Muttersprachen verstanden wird. Dieses Vokabular gilt es in einem Kapitel unbedingt zu untersuchen.
Die Datenerhebung setzt sich zusammen aus der freien teilnehmenden Beobachtung sowie direkten ero-epischen Gesprächen mit Beteiligten der zu untersuchenden Gruppe. In der bisher vorliegenden Literatur wurde das Rotwelsche fast ausschließlich unter historischen oder soziologischen Aspekten untersucht. Diesem Forschungsdefizit soll mit der Dissertation ein Stück weit entgegengewirkt werden.