Tobias Friedrich Reußwig

Arbeitsbereich: Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie
 
Betreuer: Prof. Dr. Eckhard Schumacher
 
Arbeitstitel
„zwischen all diesen perfekten, soliden Dingen“. Betrachtung des Mediums Comic unter der Maßgabe der Lesbarkeit anhand eines umfassenden Korpus
 
Abstract
Betrachtet man lediglich moderne Comics, also nicht die bis in die Antike zurückreichenden Vorläufer, die das narrative Potential und die lange Tradition der Verwendung von Bildsequenzen zur Informationsvermittlung beweisen, sondern „nur“ diejenigen Phänomene, die als Comic im engeren Sinne bezeichnet werden können, verbleiben mehr als 170 Jahre eines produktiven Massenmediums, beginnend mit Rodolphe Töpffers Bildergeschichten um 1830. Gerade der Aspekt des beliebten Massenmediums, das im Fall von großen, amerikanischen Comicverlagen zur Bildung von mehreren fiktiven Multiversen geführt hat, macht eine nicht durch partikulare Interessen gelenkte Beschäftigung mit dem Medium schwierig. Gleichzeitig wird eine solche angestrebt; hierbei soll, ähnlich wie es in der Beschäftigung mit Literatur im engeren Sinne üblich ist, nicht die Gesamtheit der Produktion, sondern lediglich jener Teil untersucht werden, dem ein literarisch-künstlerischer Wert zugeschrieben werden kann. Marketingbegriffe wie graphic novel sollen explizit keine Rolle spielen; stattdessen soll durch ein heuristisches Verfahren ein umfangreiches, repräsentatives Korpus ausgewählt werden (wozu ausgedehnte Recherche in  Comicbibliotheken vonnöten sein wird), das den verschiedenen Publikationsformen, Comictraditionen, Genres und Entwicklungen durch die Zeit Rechnung trägt, anhand dessen schließlich ein in Vorarbeit an kleinerem Korpus entwickeltes Comicmodell überprüft und erweitert werden soll, um zuletzt in einer Definition dessen zu münden, was Comic ist.