Plattdeutschlernen mit ALWiNE

„Sprachvermittlung erfolgt maßgeblich über Wortschatzvermittlung.“, so Dr. Birte Arendt, Leiterin des Kompetenzzentrums für Niederdeutschdidaktik. Da der Gebrauch des Niederdeutschen als Alltagssprache derzeit noch rückläufig ist, gewinnen andere Methoden zum interaktiven Wortschatzerwerb an Bedeutung. Das KND eröffnet nun neue Wege in der Wortschatzvermittlung für Niederdeutsch in Mecklenburg-Vorpommern und nutzt dazu ALWiNE - die Ankibasierte Lernplattform zur Wortschatzvermittlung im Niederdeutsch-Erwerb.

Hintergründe

Hintergründe

ALWiNE arbeitet mit der Open-Source-Software „Anki“, die für die bekannten Plattformen wie Windows, Mac OSX und Linux verfügbar ist. Die Software beruht auf dem Prinzip von Karteikarten, um das Lernen von Sprachen und Fakten mittels zweier Konzepte zu erleichtern: der Prüfung der aktiven Erinnerung und der Wiederholung in Intervallen.

 

Die Software eignet sich zum Lernen von unterschiedlichsten Sprachen und Inhalten, die vom Nutzer selbst erstellt oder als Datei importiert werden können. Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik hat die Dateien für die niederdeutsche Sprache Mecklenburg-Vorpommerns erarbeitet und stellt sie auf Anfrage allen Interessenten zur Verfügung.

 

Grundlage für die Orthographie sind die Wörterbücher von Prof. Dr. Herrmann-Winter, wobei das KND sich bei mehreren Möglichkeiten an folgenden Spezifika des Ostniederdeutschen orientiert:

o   Vokalerhöhung vor r           Pierd statt Peerd

o   Diphtongierung                   „tau“ statt „to“ und „ei“ statt „ee“

o   Artikel                                  „de/dat“ statt „dei/dat“

o   Personalpronomen             „hei/sei“ statt „he/se“          

o   Koronalisierung                  „schn“ statt „sn“

 

Die Vielfalt der niederdeutschen Sprache mit den regionalspezifischen Unterschieden kann mit dem Programm nur eingeschränkt abgebildet werden. Davon abgesehen bietet die Software eine Reihe von Vorteilen:

 

  • Das Programm bietet selbstbestimmtes und nachhaltiges Lernen in überschaubaren Einheiten, da die Menge der zu lernenden Vokabeln pro Tag individuell anpassbar ist.
  • Die einzelnen Vokabeln werden über die reine Abfrage hinaus in Beziehung zueinander gesetzt.
  • Die einzelnen Dateien bleiben bearbeitbar, so dass die NutzerInnen sie bei Bedarf an regionalspezifische Charakteristika anpassen können.
  • Über so genannte Auswahlstapel können Vokabeln zielgerichtet zu bestimmten Themenbereichen gelernt werden.
  • Jeder kann sich ein eigenes Profil anlegen, so dass auch mehrere Familienmitglieder an einem PC lernen können.
  • Durch die Funktion „Durchsuchen“ erhält man zum Vokabeltrainer auch ein digitales Wörterbuch.
  • Das KND kann und wird die Dateien kontinuierlich erweitern.
Aufbau der Vokabelstapel

Aufbau der Vokabelstapel

ALWiNE bietet Dateien zu fünf Themenbereichen:

1.    Der Mensch an sich

2.    Gesellschaft und Zusammenleben

3.    Grammatik

4.    Haus und Hof

5.    Natur und Umwelt

 

Wurden diese Dateien von den Lernenden in das Programm importiert, erscheinen sie als sogenannte Stapel.

 

Wurde ein Stapel zum Lernen oder Wiederholen ausgewählt, zeigt das Programm eine Karteikarte mit einem Wort/einer Aufgabe. Der oder die Lernende tippt die Antwort ein und lässt sie sich dann anzeigen. Per Klick auf eine Schaltfläche teilt man dem Programm mit, wie schwer die Antwort fiel. „Anki“ entscheidet dann, ob und wann das Wort wieder abgefragt wird.


Jede Vokabel ist mit einem Schlagwort versehen, das es ermöglicht, auch stapelübergreifend Worte einer bestimmten Gruppe zu lernen. So umfasst zum Beispiel das Schlagwort „Wohnen“ Vokabeln aus den Stapeln HAUS UND HOF und DER MENSCH AN SICH. Gleichermaßen umfasst das Schlagwort „Schnacks“ aufgabenübergreifend alle Karten mit Redewendungen, egal ob aus dem Bereich „Hören und Verstehen“ oder „Aussprache“. Mehr im Handbuch https://apps.ankiweb.net/docs/manual.html

 

Es gibt fünf unterschiedliche Arten von Aufgaben:

1.    Woans heit dat up Platt?              

Es werden einzelne Worte abgefragt, die Antwort wird eingegeben.

Beispiel:   Frage: „blau“

                -> Antwort: „blåch“

 

2.    Woans heit dat up Hochdüütsch?

Es werden einzelne Worte abgefragt, die Antwort wird eingegeben.

Beispiel:   Frage: „blåch“

                -> Antwort: „blau“

 

3.    Füll dat ut!                                       

Das fehlende Wort eines Satzes wird eingeben.

Beispiel:   Frage: „De Wisch is ... [grün].“

                -> Antwort: „gräun“

 

4.    Woans heit dat up Hochdüütsch? Hür nipp un nau hen!                   

Eine niederdeutsche Audiodatei wird automatisch abgespielt, die die NutzerInnen übersetzen. Als Antwort wird der gehörte Satz zusammen mit der Übersetzung angezeigt.

 

5.    Sech dat lut!                                    

Ein vorgegebener Text soll laut gelesen werden, zur Kontrolle ertönt auf Klick eine Audio-Datei.

 

Die Aufgabenstellung und die Vokabel sind jeweils farblich voneinander abgesetzt, um eine Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Zudem zeigt das Programm durch die farbliche Unterlegung der eingegebenen Vokabeln, ob diese korrekt oder falsch eingegeben wurden. Grün steht dabei für eine korrekte Eingabe, während rot eine falsch eingegebene Vokabel markiert. Grau wird verwendet, wenn Buchstaben in den Vokabeln vergessen bzw. falsch eingegeben wurden.

Die Audiodateien werden von Plattschnackern aus unterschiedlichen Gegenden Mecklenburg-Vorpommerns eingesprochen, so dass unterschiedliche Aussprachemöglichkeiten abgebildet werden. Insbesondere dieser Bereich soll weiter ausgebaut werden. Wer möchte, kann seinen Lieblings-Schnack in geeigneter Qualität aufnehmen und an das KND unter kndVokabeltrainer(at)uni-greifswald.de schicken. Das KND behält sich allerdings vor, eine Auswahl zu treffen.

Niveaustufen gemäß „Europäischem Referenzrahmen für Sprachen“

Die Dateien können beim KND in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bestellt werden. Grundlage bildet der „Europäische Referenzrahmen für Sprachen“. Er ist ein Instrument, das im Jahr 2000 vom Europarat vorgelegt wurde und zur Beschreibung dessen dient, welche Kompetenzen Lernende erwerben können, um eine Sprache für kommunikative Zwecke nutzen zu können. Kernstück sind dabei die Niveaustufen A1, A2, B1, B2, C1 und C2. Jede dieser Niveaustufen kann in Fertigkeiten differenziert werden: Hören und Lesen (Rezeption), zusammenhängend sprechen und Verschriftlichung gesprochener Texte (Produktion) und an Gesprächen teilnehmen (Interaktion). 

Folgender Überblick zeigt die Niveaustufen, in denen die Dateien für ALWiNE zur Verfügung gestellt werden:

Niveaustufe A (Referenzniveaus A1 und A2):  

   Elementare Sprachverwendung – 

 

begrenzter Wortschatz, einfacheSatzmuster, auf einfache Fragen kurz antworten können, konkrete Situa-tionen bewältigen (z. Bsp. Begrüßung, Herkunft, Familientreffen)

--> Schwerpunkt Rezeption 

 

 

Niveaustufe B (Referenzniveaus B1 und B2):  

   Selbstständige Sprachverwendung –

 

Hauptinhalte zu vertrauten und komplexeren Themen verstehen, spontane, fließende Verständigung zu vielfältigen Themen im Gespräch, mit zusätzlichem Wortschatz agieren, kürzere alltagssprachliche Texte gesprochener Sprache verschriftlichen

--> Schwerpunkt Rezeption und Produktion

 

 

Niveaustufe C (Referenzniveaus C1 und C2): 

   Kompetente Sprachverwendung –

 

Verstehen anspruchsvoller, längerer Texte, übertragene Bedeutungen verstehen, spontanes, fließendes, flexibles Ausdrücken in authentischer Kommunikation, umfassender Wortschatz

--> Schwerpunkt Rezeption und Produktion

Anleitung zum Download von „Anki“

Unter den aufgeführten Links können Sie das Programm „Anki“ entsprechend Ihrem Betriebssystem herunterladen. Folgen Sie dazu ganz einfach den Anweisungen zum Download, die auf den entsprechenden Downloadseiten angezeigt werden.

 

Für Windows:

http://www.chip.de/downloads/Anki_42921296.html

 

Für Mac:

http://www.computerbild.de/download/Anki-Mac-4361873.html

 

Für Linux:

https://apps.ankiweb.net/index.html

Hier  finden Sie einen Auswahlstapel zum Download (zum Ausprobieren):

  • Kostprobe-ALWiNE(Bitte wählen Sie "Link speichern unter..." nach einem Rechtsklick auf den Link.)

Für die Verwendung des Auswahlstapels ist es notwendig, dass Sie den Ton Ihres Gerätes eingeschaltet haben.

Kontakt

Wenn Sie mit ALWiNE arbeiten möchten, können Sie die benötigten Vokabelstapel bei uns anfordern. Dazu bitten wir Sie um Folgendes: Bitte geben Sie die entsprechenden Daten ein, damit wir Sie kontaktieren können. Um die Angabe Ihres Berufes und Ihrer Institution wird gebeten, damit die Nutzung des Projektes ALWiNE zum gegebenen Zeitpunkt wissenschaftlich aufgearbeitet werden kann. Diese beiden Angaben sind freiwillig. Für die statistische Auswertung im Rahmen einer wissenschaftlichen Aufarbeitung werden alle von Ihnen angegebenen Daten anonymisiert. Wenn Sie möchten, informieren wir Sie gern per Mail, wenn Ergänzungen oder neue Dateien vorliegen.

Auch Ihre Fragen, Hinweise und Schnacks nehmen wir gern über die Email-Adresse kndVokabeltrainer(at)uni-greifswald(dot)de entgegen.

+++  Aufgrund der neuen Datenschutzverordnung wird das Kontaktformular derzeit bearbeitet. Es ist derzeit noch nicht freigegeben. Bitte nutzen Sie unsere E-Mail-Adresse für Ihre Anfrage kndVokabeltrainer(at)uni-greifswald(dot)de. +++

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