Schreibweisen der Gegenwart

Schreibweisen der Gegenwart

Das DFG-Projekt „Schreibweisen der Gegenwart. Zeitreflexion und literarischen Verfahren nach der Digitalisierung“ erforscht Veränderungen und Verschiebungen in der gegenwärtigen Zeitwahrnehmung.

Was wir machen

Das DFG-Projekt „Schreibweisen der Gegenwart. Zeitreflexion und literarische Verfahren nach der Digitalisierung“ (2020-2022) fragt nach Wechselwirkungen von Zeitreflexion und literarischen Verfahren unter den Bedingungen der Digitalisierung und reagiert damit auf eine neue, bislang nicht erforschte Fokussierung auf Gegenwart in literarischen und zeitdiagnostischen Texten. Ob Blogs, Facebook oder Twitter Publikationsort, Thema oder Strukturelement sind, sie verändern die Art und Weise, wie ein Text gemacht wird, wie und was erzählt wird – und wie Gegenwart gedacht wird. Ziel des Projekts ist eine Bestandsaufnahme und Analyse der Schreibweisen, mit denen unter den Bedingungen der Digitalisierung Gegenwart und Gegenwärtigkeit reflektiert, veranschaulicht und profiliert werden. Im Blick auf ihre je spezifischen ‚Schreibweisen der Gegenwart‘ sollen zeitdiagnostische und literarische Texte erstmals im Zusammenhang untersucht und vor dem Hintergrund medien- und kulturwissenschaftlicher Zeitreflexion wechselseitig aufeinander bezogen werden.

Warum Gegenwart ‚nach der Digitalisierung‘?
Das Projekt macht mit der zeitlichen Eingrenzung ‚nach der Digitalisierung’ einen neuen Vorschlag zur Periodisierung und nimmt Reaktionen auf die Konsolidierung digitaler Technologien seit Mitte der 2000er Jahre in den Blick, die mit der Etablierung von Web 2.0, Sozialen Medien und mobilem Internet einsetzen. In diesem Zeitraum erscheinen im Umfeld der Kultur- und Medienwissenschaften auffallend viele Texte, die als Folge der Digitalisierung Veränderungen in der Auffassung von Zeit diagnostizieren und dabei die Zeitform ‚Gegenwart' dominant setzen. Diese Texte arbeiten selbst häufig mit literarischen Verfahren, blenden das Feld der Gegenwartsliteratur aber weitgehend aus und wählen in der Regel Beispiele aus audiovisuellen Medien. Das Forschungsprojekt setzt hier an, wenn es die Gegenwartsliteratur als gleichermaßen wichtigen Ort der Zeitreflexion in den Blick nimmt. So sind die online und offline zirkulierenden literarischen und zeitdiagnostischen Texte einerseits hinsichtlich ihrer Rhetoriken, sprachlichen Bilder und narrativen Muster zu untersuchen. Andererseits gilt es, das konzeptuelle Potential literarischer Texte zu erschließen und zu zeigen, auf welche Weise literarische Verfahren in der Auseinandersetzung mit digitalen Medien Gegenwartskonzepte neu konturieren oder hervorbringen.

Was sind die zentralen Forschungsfragen des Projekts?
In der Verknüpfung von Close Readings und diskursanalytischen Ansätzen, unterstützt durch Korpusanalysen, soll das Forschungsprojekt 1.) Konzepte und Rhetoriken des neuen, auf Gegenwartskonzepte fokussierten zeitdiagnostischen Diskurses analysieren, 2.) Gegenwartsliteratur in exemplarischen Studien in Hinsicht auf Veränderungen der Darstellung und Reflexion von Gegenwart untersuchen und 3.) in der überfälligen Engführung von Gegenwartsliteratur und zeitdiagnostischem Diskurs eine Leerstelle in den Diskussionen zum Begriff der Gegenwart aufzeigen und füllen. Mit den Ergebnissen kann das Projekt auf diese Weise einen innovativen Beitrag zur Gegenwartsliteraturwissenschaft leisten und zugleich der Gegenwartsdiagnostik neue Perspektiven eröffnen.

Fotos: Magdalena Pflock

Kontakt

Prof. Dr. Eckhard Schumacher
Projektleitung

Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie
Institut für Deutsche Philologie
Rubenowstraße 3 - Raum 3.02
17487 Greifswald

Tel.: +49 3834 420 3421 bzw. 3406 (Sekretariat)
Fax: +49 3834 420 3432
eckhard.schumacheruni-greifswaldde

Sprechzeit in der Vorlesungszeit: Mi 9-10 Uhr
(Anmeldeliste an der Bürotür)

Leitung des Wolfgang-Koeppen-Archivs der Universität Greifswald

Leitung des DFG-Forschungsprojekts "Schreibweisen der Gegenwart. Zeitreflexion und literarische Verfahren nach der Digitalisierung"

Sprecher des Forschungsbereichs "Zur Gegenwart des kulturellen Erbes" am Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO)

Sekretariat

Anita Molzan

Rubenowstraße 3 - Raum 2.13
17489 Greifswald

Tel.: +49 3834 420 3406
Fax: +49 3834 420 3432
molzanuni-greifswaldde

 

Sprechzeiten:
Mo-Do 8.30-13.30 Uhr