Charlton Payne (Oberkochen): Verfremdung. Zum Zusammenhang von Flucht, Gender und Literaturtheorie bei V. Šklovskij

Was haben Gender und Flucht mit der Literaturtheorie der Verfremdung zu tun? Mit dem russischen Formalismus rich­tet sich der Blick der Literaturwissenschaft auf literarische Verfahren, die den alltäglichen Sprachgebrauch verfremden und somit die poetische Besonderheit eines literarischen Textes kennzeichnen. Insofern mag es zunächst überraschen, den Formalismus mit Gender und Flucht zu verbinden. Der Vortrag wird sich aber dem experimentellen Briefroman Zoo (1923) des Theoretikers des Formalis­mus Viktor Šklovskij widmen, der als Flüchtling kurzzeitig in Berlin gewohnt hat, um die Rolle von Gender und Flucht in der Entstehung der Theorie der Verfremdung (ostranenie) zu zeigen.

Charlton Payne war als Literaturwissenschaftler an Universitäten in Konstanz, Erfurt und Berkeley sowie als Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald tätig. Seit Dezember 2017 ist er Editor für interne Kommunikation bei der Carl Zeiss AG. 2017 hat er den Band Niemandsbuchten und Schutzbefohlene: Flucht-Räume und Flüchtlingsfiguren in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur bei Vandenhoeck & Ruprecht mit herausgegeben.

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Organisator

  • Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG)

Veranstaltungsort

  • Alfried Krupp Wissenschaftskolleg
    Martin-Luther-Straße 14
    17489 Greifswald

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