Vortrag Dr. Isabella Buck: Sprechen über Schmerzen auf der Palliativstation

Im stationären Setting einer Palliativstation sind die beiden zentralen professionellen
Akteursgruppen, Pflegekräfte und Ärzt innen gleichermaßen für das Schmerzmanagement
zuständig und erfüllen jeweils komplementäre Aufgaben Die ärztliche Schmerzexploration ist der
pflegerischen insofern vorgelagert, als allein die Ärzt innen über die medikamentöse
Schmerztherapie verfügen dürfen Erst wenn die Ärzt innen auf Basis ihrer Gespräche mit den
Patient innen entsprechende Analgetika verschrieben haben, können die Pflegekräfte diese
zumeist nachdem sie selbst eine Schmerzexploration durchgeführt haben verabreichen

Aus einer linguistischen Perspektive stellt sich angesichts dieser institutionell reglementierten
Abläufe die Frage, wie sich die beiden Berufsrollen sowie die mit diesen assoziierten Rechte und
Pflichten auf die verschiedenen kommunikativen Praktiken der Pflegekräfte und Ärzt innen
auswirken, die diese im Rahmen der Schmerzexploration einsetzen Daher beleuchtet der Vortrag
die kommunikativen Routinen, die sich im pflegerischen und ärztlichen Sprechen mit Patient innen
im Kontext der Schmerzexploration zeigen Im Zentrum stehen dabei speziell die Praktiken, mittels
derer Pflegekräfte und Ärzt innen den auf Schmerzen ausgerichteten Explorationsprozess in Gang
setzen und somit das Sprechen über dieses Thema erst initiieren Auf Basis der linguistischen
Gesprächsanalyse wird gezeigt, dass die verwendeten sprachlichen Ressourcen in enger Verbindung
mit den institutionell vorgegebenen Rechten und Pflichten stehen, diese in den Interaktionen aber
auch stets neu hervorgebracht werden


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