Dr. Gudrun Weiland

Lehrkraft für besondere Aufgaben

Arbeitsbereich Neuere Deutsche Literatur und Literaturtheorie
Institut für deutsche Philologie
Rubenowstraße 3 - Raum 3.04
17487 Greifswald

Tel.: +49 3834 420 3441
Fax: +49 3834 420 3432
gudrun.weiland(at)uni-greifswald(dot)de

Sprechstunde: Montag 13.00-14.00 Uhr

Vita
1997-2003 Magister-Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft an der Universität Leipzig
2005-2008 Stipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg "Generationengeschichte" an der Georg-August-Universität Göttingen
2008 Forschungsaufenthalt in London
Seit 2010 als „Lehrkraft für besondere Aufgaben“ (bis 2012) und als „wissenschaftliche Mitarbeiterin mit überwiegenden Dienstleistungen in der Lehre“ (ab 2012) am Institut für deutsche Philologie der Universität Greifswald
2011-2013 Gleichstellungsbeauftragte der Philosophischen Fakultät
2015 Promotion an der Georg-August-Universität Göttingen, Thema der Dissertation: „Die Serialität der Detektiv- und Kriminalheftromane. Historische Rekonstruktion einer Zeitgestalt literarischer Kommunikation 1920-1935“
Lehre

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Seminar: Barock: Epoche, Gattungen, Poetiken  📖  MoodleIcon

Seminar: Geschichte der Fernsehserie: Genres, Medien, Erzählverfahren  📖  MoodleIcon

Seminar: Grundlagen Textanalyse  📖  MoodleIcon

Seminar: Grundlagen Textanalyse  📖  MoodleIcon

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2011

Mo 14-16 Prosa der Neuen Sachlichkeit (Seminar)
4004030 Gudrun Weiland, Rubenowstr. 1, HS 4
„Was Schreibende und Leser suchen, ist nicht Übertragung subjektiven Gefühls, sondern Anschauung des Ob-jekts: anschaulich gemachtes Leben der Zeit, dargeboten in einleuchtender Form.“ So formulierte Lion Feucht-wanger zentrale Ansprüche neusachlichen Schreibens. In der Literaturgeschichtsschreibung wird als „Neue Sach-lichkeit“ eine zu Beginn der 1920er Jahre entstehende Strömung bezeichnet, die sich mit einer nüchternen, ge-genstandsbezogenen Darstellung alltäglicher Wirklichkeit gegen Pathos und „Verseelung“ des Spätexpressionismus abgrenzte.
In genauer Lektüre ausgewählter Erzähltexte aber auch einiger poetologischer Schriften sollen gemeinsam die Verfahren einer Ästhetik der Neuen Sachlichkeit herausgearbeitet werden. Im Seminar diskutiert werden Repor-tagen von Egon Erwin Kisch (aus: Der rasende Reporter) und Maria Leitner (aus: Reportagen aus Amerika), der Industrieroman Union der festen Hand (erstes Buch) von Erik Reger, der Angestelltenroman Kleiner Mann - was nun? von Hans Fallada, eine der Echt Ingolstädter Originalnovellen von Marie-Luise Fleißer, der Berliner Roman Das kunstseidene Mädchen (Irmgard Keun) sowie – nicht zuletzt – der Kinderroman Emil und die Detektive von Erich Kästner.
Mit der Lektüre der Romane sollte vor der ersten Sitzung begonnen werden. Die in Auszügen zu lesenden Texte werden als Kopiervorlagen zur Verfügung gestellt.
Zugangsvoraussetzungen: Lesen Sie bitte vor der ersten Sitzung Petersen, Klaus: „Neue Sachlichkeit“ Stilbegriff, Epochenbezeichnung oder Gruppenphänomen? In: DVjs 56 (1982), S.463-477 UND Becker, Sabina: Die literarische Moderne der zwanziger Jahre. Theorie und Ästhetik der Neuen Sachlichkeit. In: IASL 27 (2002), H. 1, S. 73-95. Kopiervorlagen werden im Handapparat Deutsche Philologie bereitgestellt. Die Kenntnis der beiden Texte ist in der ersten Seminarsitzung nachzuweisen.

4004055-57 Grundkurs A: Einführung in die Textanalyse [mit Tutorien]
Di 10-12 Gudrun Weiland, Rubenowstr. 3, R 1.05
Der Grundkurs A vermittelt Grundzüge der Textanalyse und literaturwissenschaftlicher Arbeitsweisen. Ausgehend von methodischen Überlegungen sollen generelle Zugriffsweisen auf verschiedene Textsorten, literaturtheoreti-sche und literarhistorische Zusammenhänge erarbeitet werden. Als Basisliteratur liegt dem Seminar zugrunde: Reader zum GK A, WS 2009/10 mit Programm, Seminaraufgaben, Zusatztexten zu theoretischen Aspekten des Seminarstoffes sowie literarischen Beispieltexten. Der Reader wird ab der 1. Vorlesungswoche im Copyshop, Kuhstr. 39, erhältlich sein. Die erfolgreiche Teilnahme am Seminar schließt kontinuierliche Mitarbeit, das Verfassen kleinerer Arbeiten sowie das Bestehen einer Abschlussklausur ein.

4004058 Grundkurs B: Einführung in die Literaturtheorie (4-stündig) [mit Tutorien]
Mo 10-12 Theorie: Gudrun Weiland, Rubenowstr. 1, HS 4
Mi 12-14 Anwendung: Gudrun Weiland, Soldmannstr. 23, HS
Aufbauend auf den in Grundkurs A vermittelten Fähigkeiten zur gattungsspezifischen Textanalyse soll der Grund-kurs B in Theorien und Methoden der Literaturwissenschaft einführen. Am Beispiel der Realismus-Forschung sollen einige neuere Positionen in ihren Grundzügen rekonstruiert und transparent gemacht werden. Ziel ist es, einerseits an Hand von Beispielinterpretationen und theoretischen Texten die jeweiligen literaturtheoretischen Konzepte und Argumentationsmuster sowie das methodische Instrumentarium zu erarbeiten und andererseits diese in eigenen Analysen und Interpretationen literarischer Texte zu erproben und zu diskutieren.
Literaturhinweise:
Als Basisliteratur liegt dem Seminar ein Reader mit literarischen, theoretischen und interpretierenden Texten zugrunde. Der Reader ist ab der 01.04.2011 im Copyshop, Kuhstr. 39, erhältlich.

 

https://t3-temp.uni-greifswald.de/

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2010/11

Mo 16-18 Erzählprosa des Realismus (Seminar)

4004049 Gudrun Weiland, Rubenowstr. 3, R 1.22
"Der Realismus will nicht die bloße Sinnenwelt und nichts als diese, er will am allerwenigsten das bloße Handgreifliche, aber er will das Wahre." stellt Theodor Fontane 1853 in einer Pro-grammschrift fest. Als literarhistorischer Epochenbegriff wird "Realismus" für weite Teile der europäischen Literatur des 19. Jahrhunderts verwendet; bezogen auf die deutschsprachige Literatur wird eine Kernphase zwischen 1850 und 1890 angenommen. Da in Gattungspoetik und literarischer Praxis des Realismus die Erzählprosa einen zentralen Platz einnahm, sollen deren Hauptformen Roman, Erzählung und Novelle im Mittelpunkt des Seminars stehen.
Es wird dringend empfohlen, mit der Lektüre der drei längeren Texte (Gustav Freytag: Soll und Haben, 1. Buch; Theodor Fontane: Irrungen, Wirrungen; Wilhelm Raabe: Stopfkuchen) vor Semesteranfang zu beginnen (in der angegebenen Reihenfolge).
Zur Einführung:
Claudia Stockinger: Das 19. Jahrhundert. Zeitalter des Realismus. Berlin: Akademie Verlag 2010.
Gerhard Plumpe (Hrsg.): Theorie des bürgerlichen Realismus. Stuttgart: Reclam 1985.
Hugo Aust: Literatur des Realismus. 3. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Stuttgart: Metzler 2000.

4004068 Grundkurs B: Einführung in die Literaturtheorie (4stündig)
Mo 12-14 Gudrun Weiland, Rubenowstr. 2, SR 1
Do 10-12 Gudrun Weiland, Rubenowstr. 2, SR 1
Aufbauend auf den in Grundkurs A vermittelten Fähigkeiten zur gattungsspezifischen Text-analyse soll der Grundkurs B in Theorien und Methoden der Literaturwissenschaft einführen. Einige neuere Positionen sollen in ihren Grundzügen rekonstruiert und transparent gemacht werden. Ziel ist es, einerseits an Hand von Beispielinterpretationen und theoretischen Texten die jeweiligen literaturtheoretischen Konzepte und Argumentationsmuster sowie das metho-dische Instrumentarium zu erarbeiten und andererseits diese in eigenen Analysen und Inter-pretationen literarischer Texte zu erproben und zu diskutieren.
Als Basisliteratur liegt dem Seminar ein Reader zugrunde, der spätestens Ende der ersten Vorlesungswoche im Copyshop, Kuhstr. 39, erhältlich sein wird.

Publikationen
Monographie

„Von einem sensationellen Erlebnis zum anderen getrieben...“ Kriminalheftromane und die Zeitgestalt ‚Serialität‘ in den 1920er und 1930er Jahren. Göttingen: Universitätsverlag Göttingen 2017. (Onlineversion: https://www.univerlag.uni-goettingen.de/handle/3/isbn-978-3-86395-309-6)

Aufsätze (in Sammelbänden/Fachzeitschriften)

Texte als ‚serielle‘ verstehen – Rezeptionshandlungen und die Textstrategien in Heftromanserien der 1920er und 1930er Jahre. In: Baßler, Moritz; Nies, Martin (Hrsg.): Short Cuts. Ein Verfahren zwischen Roman, Film und Serie. Marburg: Schüren (im Druck).

Verfahren der argutia in Sonetten von Sibylla Schwarz. In: Hania Siebenpfeiffer (Hrsg.): Überschreibungen/ Überschreitungen. Zum literarischen Werk von Sibylla Schwarz (1621-1638) (= Daphnis. Zeitschrift für Mittlere Deutsche Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit 44.1-2 (2016)), S. 90-121.

Serialität als Strategie der Heteronomie. Zur Produktion, Distribution und Rezeption von Heftromanserien, 1919-1939. In: Kodex. Jahrbuch der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft 2 (2012), S. 123-157.

„Die Helden unserer Kindheit und Jugend“. Biographische Funktion und generationelles Identifikationspotential populärer Lektüre. In: Gerhard Lauer (Hrsg.): Literaturwissenschaftliche Beiträge zur Generationsforschung. Göttingen 2010, S. 47-85.

Vorträge

„Experiment Textanalyse“ mit Dr. Monika Schneikart, Tagung „Poetische Horizonte“, Tagung zur Poesie. Dichter, Lyrikverlage, Literaturwissenschaft“, Koeppenhaus und Falladahaus Greifswald, 15.11.2014.

Texte als ‚serielle‘ verstehen – Rezeptionshandlungen und Textstrategien in Heftromanserien der 1920er und 1930er Jahre, Workshop „Serialität und Short Cuts“, Germanistisches Institut der Universität Münster, 20.07.2013.

„Ihr Herz ist wie die Loorberblätter“-Argumenta emblematica in Sonetten von Sibylla Schwarz“,  Internationale Fachtagung „Überschreitungen/Überschreibungen: Zum Werk von Sibylla Schwarz (1621-1638)“, Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald, 09.10.2013.

„(Trans-)Fiktionalität“, Ringvorlesung „Konzepte der Literaturwissenschaft“, Ernst-Moritz-
Arndt-Universität Greifswald, 02.05.2012. „Strategien der Häresie. Trivialliteraturforschung in den 1960er/70er Jahren“, Ringvorlesung „Geschichte der Germanistik“, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 22.06.2011.

„Tom Shark lebt! Literarische Massenkommunikation in den 1920er und 1930er Jahren. Am Beispiel der Heftromanserie Tom Shark. Der König der Detektive“, Neugermanistisches Kolloquium, Georg-August-Universität Göttingen, 28.06.2008.

„American detectives in Germany. The German dime novel in the early 20th century and their readers“, Popular Culture Association/ American Culture Association Conference 2008, San Francisco, California (USA), 21.03.2008.

„They were the heroes of our childhood and youth. The role of dime novels in children's reading in the early 20th century.“ First Making books, shaping readers conference: „Making an audience“, University College Cork, Cork (Irland), 19.04.2007.

„Popular heroes as generational markers. The readership of dime novels in the early 20th century.“ Autumn School des Graduiertenkollegs „Generationengeschichte“, European University Institute, Florenz (Italien), 25.09.2006.

„The fabrication of popular heroes. Production and reading of dime novels in Weimar Germany.“ 10th biennual conference of IGEL (International Society for the Empirical Study of Literature and Media), Fraueninsel (Chiemsee bei München), 06.08.2006.