Jubiläumsjahr 2026

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Popcorn & Vorlesung

Popcorn & Vorlesungen zum Jubiläumsjahr

Messages, Messenger und multimodale Medienräume

Prof. Dr. Konstanze Marx-Wischnowski/Prof. Dr. Wolfgang Kesselheim

Messages, Messenger und multimodale Medienräume sind Teil unserer kommunikativen Alltagserfahrung - das Smartphone ist dabei ein allgegenwärtiger Gegenstand. Wir werden das Gerät in seinen Funktionen und Kontexten genauer unter die Lupe nehmen – oder besser: aufs Display schauen und darauf, wie es Interaktion und Medienprodukte durchdringt. Und so darf man sich freuen auf kuriose Gespräche in Gegenwart des Telefons und natürlich auch auf ein bisschen Kino. Wofür bräuchten Sie sonst das Popcorn?

Wann? 27.04.2026

Wo? Rubenowstraße 3, Hörsaal

 

Prinzessin, Drachentöter und ein versunkener Schatz. Das ‚Nibelungenlied‘ goes Instagram

Prof. Dr. Tina Terrahe/Dr. Florian Schmid/Dr. Falk Quenstedt

In dieser „Popcornvorlesung“ aus dem Arbeitsbereich der Älteren deutschen Sprache und Literatur begegnet das mittelalterliche Epos seiner wohl ungewöhnlichsten Bühne: dem digitalen Raum.

Nach einführenden Schlaglichtern auf den Mediävalismus moderner Nibelungenbilder von Falk Quenstedt und einem Einblick in Thesen zur mittelalterlichen Textproduktion von Florian Schmid öffnet sich der Vorhang für ein studentisches Projekt der Universität Greifswald unter der Leitung von Tina Terrahe. Hier wird das ‚Nibelungenlied‘ nicht nur neu erzählt, sondern gleichsam „gepostet“: Erleben Sie in der Sitzung exklusive Previews der wöchentlichen Instagram-Episoden aus diesem Sommersemester.

Die Studierenden selbst präsentieren ihre eigens entwickelten Slides, Reels und interaktiven Online-Spiele. Dabei zeigt sich: Die alte Geschichte von der stolzen Prinzessin Kriemhild, dem furchtlosen Drachentöter Siegfried und dem versunkenen Nibelungenschatz im Rhein hat auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Faszination verloren.

Das Publikum ist herzlich eingeladen zum Nachfragen, Mitdenken und Mitspielen. So verwandelt sich der Hörsaal in eine digitale Spielwiese, auf der Heldentum, Verrat und Tragik nicht nur rezipiert, sondern spielerisch neu erfahren werden: Schnappt euch euer Popcorn und seid dabei! 

Folgt unserem Instagram-Account jetzt schon unter mediaevistik_greifswald.

Wann? 29.06.2026

Wo? Rubenowstraße 3, Hörsaal

Seeungeheuer, Piraten und Matrosen

Prof. Dr. Elisabeth Flucher/Dr. Sebastian Haselbeck/Prof. Dr. Eckhard Schumacher

Mit dieser Popcorn-Vorlesung begeben wir uns gemeinsam auf intermediale Seefahrtsabenteuer, in drei Ansätzen oder: Eskalationsstufen. Ist Seefahrt an sich schon gefährlich, so ist besonders der Beruf des Matrosen seit jeher mit Freiheit, Abenteuer, Fernweh, Begehren, Gewalt und einer Vielzahl von Männlichkeitsklischees assoziiert. Noch komplizierter wird es, wenn man „Matrösin“ werden möchte, wie Jenny in Judith Schalanskys Roman „Blau steht dir nicht“. Mit den Piraten wird die Gefahr der Seefahrt noch einmal gesteigert. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts sucht die Figur des "genialischen Seeräubers" (Max Weber) die Vorstellungswelten der Abenteuerliteratur und der Herrschaftssoziologie gleichermaßen heim. Gerade mit dem langsamen Verschwinden der tatsächlichen Piraterie beginnt jedoch die große Zeit der Piraten und Piratinnen in der Literatur. In der Hierarchie der Gefährlichkeit stehen die Seeungeheuer ganz oben. Zugleich sind sie noch phantastischer und irrealer als die Piraten und Matrösinnen. So zeigt sich von den Naturkunden und Seekarten der Frühen Neuzeit zu B-Movies, dem Tierhorror-Genre und Mainstream-Piraten-Filmen eine erstaunliche Kontinuität und anhaltende Faszination für Seeungeheuer, die angeblich ganze Schiffe versenken können. 

Sie können diesen „Schiffbruch mit Zuschauer“ (Blumenberg) jedoch ganz bequem mit Popcorn genießen.

Wann? 08.07.2026

Wo? Rubenowstraße 3, Hörsaal

Sprachlernende, Lernersprachen und neue Sprachwelten

Prof. Dr. Nikolas Koch/Dr. Rebecca Zabel

Was passiert eigentlich, wenn Menschen eine neue Sprache lernen – und dabei ganz eigene Sprachwelten erschaffen? Warum sagen Lernende manchmal Dinge wie „Ich habe fertig“, und wir verstehen trotzdem genau, was damit gemeint ist? Solche Äußerungen wirken auf den ersten Blick wie Fehler und sind doch gleichzeitig erstaunlich verständlich.

In dieser Popcorn-Vorlesung nehmen wir solche Phänomene zum Ausgangspunkt und werfen einen Blick auf sogenannte Lernersprachen – die kreativen, manchmal überraschenden und oft systematischen Zwischenstufen auf dem Weg zur neuen Sprache. Wir hören ungewöhnliche Sprachbeispiele, entschlüsseln kuriose Aussagen und probieren selbst aus, wie eng unsere Sprachen im Kopf miteinander vernetzt sind. Dabei geht es nicht um vermeintliche Fehler, sondern um die Frage, was sich darin über das Gehirn, über Mehrsprachigkeit und über die Funktionsweise von Sprache zeigt. Im Mittelpunkt steht, wie sich sprachliche Muster herausbilden, wie Sprachen sich gegenseitig beeinflussen und was das für das Lernen und Lehren von Deutsch als Zweit- und Fremdsprache bedeutet.

Diese Perspektive führt weiter zu der Frage, wie wir selbst über Sprache und Zugehörigkeit denken. Indem wir „Sprache“ mit dem Attribut „fremd“ verknüpfen, unterscheiden wir zwischen Menschen, die „Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache“ lernen, und sogenannten „Muttersprachlern“. Auch institutionelle Arrangements wie die sogenannte DaZ-Klasse, die als Vorbereitung auf die „Regelklasse“ gilt, oder Integrationskurse für Erwachsene machen solche Unterscheidungen sichtbar. Solche Differenzierungen sind eng mit Vorstellungen von Zugehörigkeit verbunden – etwa mit der Idee, dass eine Nation, eine Kultur oder eine Gemeinschaft jeweils durch genau eine Sprache geprägt sei. Doch wie erleben Menschen, die Deutsch als weitere Sprache lernen, solche Einteilungen, und wie werden diese vielleicht auch hinterfragt oder neu gedacht?

Freuen Sie sich auf kleine Experimente, überraschende Aha-Momente und einen neuen Blick auf Sprache – vielleicht auch auf Ihre eigene. Popcorn ausdrücklich erwünscht.

Wann? 22.07.2026

Wo? Rubenowstraße 3, Hörsaal

Silbenhäuschen, Treppengedichte und der Lehrling des Wunscherfüllers

Prof. Dr. Anette Sosna/Anja Sieger/Dr. Tobias Gnüchtel

In der „Popcornvorlesung“ des Arbeitsbereichs Didaktik der deutschen Sprache und Literatur widmen wir uns auf unterhaltsame, interaktive Weise den Lese- und Schreibkompetenzen von Kindern und Jugendlichen und wie man sie didaktisch fördern kann. Vorgestellt werden neue und vielleicht auch für erwachsene Schreibende überraschende Wege, wie man gegenwärtig Grundschüler*innen mit „Silbenhäuschen“ und „Treppengedichten“ die Grundzüge der deutschen Rechtschreibung vermittelt. Wir nehmen die Lesekompetenzen von Schüler*innen unter die Lupe und zeigen, wie diese innerhalb und außerhalb des Deutschunterrichts gefördert werden können. Ausgehend von der Frage, wie man insbesondere Jungen zum Lesen motiviert, wird das Projekt „boys & books“ vorgestellt, das seit kurzem in Kooperation mit der PH Karlsruhe im Arbeitsbereich angesiedelt ist und sich zum Ziel gesetzt hat, attraktive Lesestoffe für Jungen zu empfehlen. Wir erläutern die Auswahlkriterien des Projekts und lesen aus geeigneten Büchern für Jungen in der Altersgruppe ab 10 vor - wobei der „Lehrling des Wunscherfüllers“ eine ganz besondere Rolle spielen wird.

Wann? 21.10.2026

Wo? Rubenowstraße 3, Hörsaal

Glückspilze, Klaukschieters und Sünnenkringel

Prof. Dr. Birte Arendt/Ulrike Stern/Antje Köpnick

Von gestern, kleinräumig und eigentlich auch schon verschwunden – oder doch zeitgemäß, Brücken bauend und Teil unserer Lebensrealität – was ist Niederdeutsch heute? In norddeutschen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen macht Niederdeutsch Schule, und das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald (KND) arbeitet in Forschung und Lehre daran, die Vermittlung durch innovative Ansätze und multimediale Unterrichtshandreichungen zu fördern. Die Popcorn-Vorlesung gibt Einblicke in die Konzepte und Arbeitsfelder, indem das Team des KND Ihnen seine Glückspilze und Sünnenkringel vorstellt und Sie zu echten Klaukschieters macht.

Wann? 02.11.2026

Wo? Rubenowstraße 3, Hörsaal


Jubiläumsfeier am 26./27.10.2026

Festkolloquium I

Im Rahmen des Festkolloquiums diskutieren an Tag 1 geladene Gäste, ehemalige Professor:innen und Mitarbeiter:innen, mit uns über die Institutsgeschichte, mit Schwerpunkten auf der Veränderung des Instituts in den 1980er und 1990er Jahren, sowie über die Gründung des IZfG und die Ausbildung verschiedener Forschungsschwerpunkte. 

Festkolloquium II

Am Vormittag des zweiten Tages wird es interdisziplinäre Gespräche aus der aktuellen Forschung am Institut für Deutsche Philologie geben. Medical Humanities, Social Media, Mela Hartwig, eine Autorin des frühen 20. Jahrhunderts, Automaten in Literatur und Film, Romantik-Forschung und Internationalisierung durch das Erasmus-Programm und das Graduiertenkolleg ‚Baltic Peripeties‘ werden Gegenstand des Austauschs sein.

Festakt in der Aula

Der offizielle Festakt findet am 27.10. ab 16:00 in der Aula der Universität statt. Das Programm finden Sie hier. Um Anmeldung bis zum 1. Oktober 2026 wird gebeten: direktion_idp@uni-greifswald.de

Jubiläumsparty

Jubiläumsparty im Institut mit der Band „Seeside“ und den DJs Eckhard Schumacher und Tobias Gnüchtel.


Das Institut für Deutsche Philologie goes Online-Lexikon

Im Seminar “Digitale Linguistik” von Prof. Dr. Konstanze Marx-Wischnowski entsteht derzeit ein Wikipedia-Artikel zum Institut für Deutsche Philologie.

Der Kommentar zur Lehrveranstaltung lautet:

Die Digitale Linguistik umfasst Forschung zu Sprache und Kommunikation im digitalen Zeitalter. Folgerichtig werden Sie in diesem Seminar mit ausgewählten Fragestellungen vertraut gemacht, die von Methoden und ethischen Erwägungen über die Beschaffenheit von Plattformen bis hin zu einer konkreten Projektaufgabe reichen. So soll in angeleiteter Zusammenarbeit ein Wikipedia-Artikel zum Institut für Deutsche Philologie entstehen, das im Jahr 2026 sein 150-jähriges Jubiläum feiert. Das integriert eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Regeln der Wikipedia und kollaborative Schreiberfahrungen auf der einen Seite und archivarische Suche auf der anderen Seite, was insbesondere für Studierende, die sich neben dem Interesse an der deutschen Sprache auch für geschichtliche Fragen begeistern können, attraktiv sein kann.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.


Schaufenster vor der Universitäts-und Ratsbuchhandlung

Im Oktober 2026 darf das Institut für Deutsche Philologie im Rahmen des Jubiläumsjahres das Schaufenster vor der Universitäts-und Ratsbuchhandlung gestalten. Weitere Informationen werden zeitnah bekannt gegeben.


Geschichte des Instituts

1840

1840 erhielt die Universität Greifswald das erste "Extraordinariat" für deutsche Philologie ("Professur für orientalische Sprachen, vergleichende Sprachwissenschaft und altdeutsche Philologie").

1876

Ein Institut für deutsche Philologie wurde 1876 unter dem Namen Germanistisches Seminar gegründet. Gründer und erster Professor war der Germanist Wilhelm Wilmanns, der allerdings nur wenige Jahre in Greifswald lehrte (danach in Bonn) - eine Gedenktafel ist übrigens an seinem ehemaligen Wohnhaus zu besichtigen, ganz in der Nähe des heutigen Instituts (Domstraße 30).

Berühmte Professoren des Instituts waren unter anderem Gustav Ehrismann (1909-1924), Paul Merker (1921-1928), Wolfgang Stammler (1924-1937), Leopold Magon (1928-1950), Hildegard Emmel (1956-1958), Bruno Markwardt (1952-1966).

1990

Zur DDR-Zeit wurde das Institut aufgelöst und der "Sektion Germanistik, Kunst und Musikwissenschaft" eingegliedert, 1990 wurde es als "Institut für deutsche Philologie" neu gegründet.