Neuere deutsche Literatur

Der Teilbereich Neuere deutsche Literaturwissenschaft befasst sich in Forschung und Lehre mit der deutschen und deutschsprachigen Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Neben den traditionellen ‚Großgattungen‘ Lyrik, Epik und Dramatik zählen dazu auch Gelegenheitsschriften, ästhetische und poetologische Schriften, Gebrauchstexte, Essays, korrespondierende Medien sowie philosophische und theoretische Texte, die für das Verständnis der jeweiligen literarischen Kultur und Epoche bedeutsam sind.

Innerhalb des Studiums kommt der Reflexion und Einübung von Theorien und Methoden der literatur- und kulturwissenschaftlichen Textanalyse eine zentrale Rolle zu. Ziel ist es, die literarischen Spezifika eines Textes aufzuspüren und in ihrem kulturellen Kontext zu verstehen und zu beschreiben. Ausgehend von einem weiten Kulturbegriff, der Wissenschaften, Künste und Soziales umfasst, begreifen wir das Verhältnis von Text und Kultur als ein dynamisches, das sich im Laufe der Literaturgeschichte in vielfältigen und historisch unterschiedlichen Konstellationen zeigt. Entsprechend behandeln wir in unserem Curriculum auch Aspekte der Medialität, der Rezeption, der Wissensordnungen und der institutionellen Vermittlung von Literatur.

Kontakt

Lehrstuhlinhaber

Prof. Dr. Eckhard Schumacher
Rubenowstr. 3 - Raum 3.02
Tel.: 420 3406 (Sekretariat)
bzw.420 3421
eckhard.schumacher(at)uni-greifswald(dot)de

Sprechzeiten :
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Die Lehrveranstaltungen sind in ihrer Anlage und ihrem Ablauf so konzipiert, dass sich eine Synthese von systematisch-theoretischer und historischer Erschließung und Reflexion von Literatur für jede Studienphase herstellt. So selbstverständlich wie unabdingbar für den Erwerb von Fähigkeiten und Wissen im Bereich der Neueren deutschen Literatur ist ein hohes Lesepensum; nur durch intensive Lektüre lassen sich etwa umfassende Kenntnisse literarischer Werke, ihrer Geschichte und Theorie aneignen. Dazu gilt es, eine professionelle Lektürehaltung zu entwickeln, die in Reflexion und Methodik wissenschaftlichen Ansprüchen folgt. Basalen Stellenwert hat dabei die Einübung und aktive Beherrschung der Fachterminologie. Ein Infoheft zum B.A. Germanistik, das im Sekretariat des Arbeitsbereichs erhältlich ist, bietet diesbezüglich eine erste Orientierung.

 

Die speziellen, am Arbeitsbereich vertretenen Forschungsfelder erstrecken sich von der Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit, Wissens- und Diskursordnungen im 17. und 18. Jahrhundert über Regionalstudien zur Hof- und Reiseliteratur und Gelegenheitsschrifttum, Konzeption von Epochen und Theatralität der Literatur bis hin zur Popliteratur und zur Lyrik der Gegenwart. In die Verantwortung des Arbeitsbereichs fällt zudem die Betreuung und Pflege des Nachlasses von Wolfgang Koeppen. Die Arbeit im Koeppen-Archiv bietet sowohl literaturwissenschaftliche als auch archivwissenschaftliche Möglichkeiten, die fortgeschrittenen Studierenden und Forschenden offen stehen.

 

Die Attraktivität der Neueren deutschen Literaturwissenschaft rührt nicht zuletzt daher, dass sie über eine Vielzahl von Schnittstellen zu anderen Disziplinen verfügt: zur Geschichts-, Kunst- und Musikwissenschaft, zu den Fremdsprachlichen Philologien, aber auch zur Philosophie und Politikwissenschaft. Die Realisierung solcher Anknüpfungen liegt stets im Interessen- und Entscheidungsbereich der Studierenden. Ihre große Zahl am Arbeitsbereich zeigt, wie sehr diese vielfältigen Möglichkeiten zur Profilbildung angenommen werden.