Dr. Heide Volkening

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Arbeitsbereich Neuere Deutsche Literatur und Literaturtheorie
Institut für Deutsche Philologie
Rubenowstr. 3 - Raum 3.13

Tel.: +49 (0)3834 86-3495 (ab 01.04.2017: +49 3834 420 nnnn)
Fax: +49 (0)3834 86-3432
heide.volkening(at)uni-greifswald(dot)de

Sprechzeit + Studienberatung M.A. Germanistische Literaturwissenschaft: /

 

Sprechstunde während der vorlesungsfreien Zeit:

2.02.: 12.30 – 14 Uhr und nach Vereinbarung

Vita
Studium Germanistik, Literaturwissenschaft, Philosophie und Pädagogik an der Universität Bielefeld, Organisation der Interdisziplinären Studentischen Studiengruppe "Feministische Philosophie und Literaturwissenschaft"
1997-1998 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Unviersität Bielefeld
1998-2001 Stipendiatin des DFG-Graduiertenkollegs "Geschlechterdifferenz und Literatur" der Ludwig-Maximilians-Universität München
2001-2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Seminar der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und am Institut für deutsche Philologie der LMU München
2003 Promotion an der LMU München, "Am Rand der Autobiographie: Ghostwriting – Signatur – Geschlecht"
2003-2011 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für deutsche Philologie der LMU München
2007/8 Mentee im Mentoringprogramm im Rahmen der Exzellenzinitiative der LMU München
2008 – 2009 Elternzeit
2009 Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK), Wien
seit 2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Philologie der Universität Greifswald
Lehre

Informationen zu den Lehrveranstaltungen finden Sie im Selbstbedienungsportal (LSF) über die folgenden Links:

Forschungsprojekte

Charakter – Arbeit.
Zur literarischen Produktivität des tätigen Menschen



Das Habilitationsprojekt verfolgt semantische Verflechtungen von Charakter und Arbeit im Blick auf zwei historische Schnitte: Zum einen soll gezeigt werden, wie die eigentümliche Relationierung von Charakter und Arbeit im achtzehnten Jahrhundert im Zuge der Entstehung einer arbeitsteiligen, funktional differenzierten Gesellschaft poetisch produktiv wurde. Zum anderen gilt es, Verbindungen zur Krise der Psychologie im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert aufzuzeigen und zu untersuchen, wie diese Krise ihrerseits eine Renaissance des Charakters in der Literatur der klassischen Moderne nach sich zieht.
Zwischen den beiden gewählten Zeitschnitten, in denen der Diskurs über den Charakter proliferiert, sind historische Verschiebungen und Brüche der Semantik sowohl im Hinblick auf den Charakter- als auch auf den Arbeitsbegriff zu berücksichtigen. Um 1800 ist Charakter ein allgegenwärtiger Begriff in ästhetischen, poetologischen und anthropologischen Debatten und wird zum Katalysator neuer literarischer Formen. In dem Moment, in dem Arbeit als produktive, Wert schaffende Arbeit an der Natur verstanden wird, in dem Moment, in dem das Individuum durch Arbeit an Gesellschaft teilhat, setzt es sich auch zu sich selbst in ein Arbeitsverhältnis. Der Charakter wird zu einer heroischen Form der Individualität, er gilt als Effekt einer "Arbeit an sich selbst" (Schiller), als das, was man aus sich "macht" (Kant). 
Im frühen 20. Jahrhundert bündelt sich im Charakter-Begriff ein Feld von Problemen, das von so unterschiedlichen Autoren wie Ludwig Klages, Walter Benjamin, Robert Musil und Ernst Jünger jeweils verschieden konturiert wird. In radikaler Abgrenzung gegen, differenzierter Analyse von oder positiver Bezugnahme auf Poetiken des Charakters des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts beschäftigen sich alle genannten Autoren anhand des Verhältnisses von Charakter und Arbeit mit der Frage von Individualität in der Massengesellschaft, mit Konzepten von Souveränität und Handlungsfähigkeit und mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen für literarische Modellierungen des Charakters. Im Zuge einer Veränderung der Arbeit selbst sowie der Verschiebungen ihrer begrifflichen Reflexion und wissenschaftlichen Analyse, ist die Heroik der Formel der 'Arbeit am Charakter' haltlos geworden und die literarische Darstellung des Charakters zum Problem.

Publikationen
Bücher/Herausgaben

Am Rand der Autobiographie. Ghostwriting – Signatur – Geschlecht. Bielefeld: Transcript, 2006. 

(Hg.) Grenzüberschreibungen: "Feminismus" und "Cultural Studies", mit Hanjo Berressem und Dagmar Buchwald. Bielefeld: Aisthesis, 2001. 

(Hg.) Working Girls. Zur Ökonomie von Liebe und Arbeit, mit Sabine Biebl und Verena Mund. Berlin: kadmos, 2008.

Aufsätze

"Wir" über "uns". In: Feministische Studien: Ortswechsel. Jg. 13, H. 1 (Mai 1995): 91-94. 

Die Übersetzerin. In: Vor der Information 5/6 (1996): 12-17. 

Lektüredifferenzen – sometimes displacement helps. Eine Metaphern-Analyse der Debatte um den dekonstruktiven Feminismus. In: Ruth Großmaß, Christiane Schmerl (Hg.): Leitbilder, Vexierbilder, Bildstörungen. Über die Orientierungsleistung von Bildern in der feministischen Geschlechterdebatte. Frankfurt/M., New York: Campus, 1996. 229-265.

Grenzüberschreibungen: 'Feminismus' und 'Cultural Studies' (Vorwort). In: Berressem, Buchwald, Volkening: Grenzüberschreibungen. 7-12. 

Den Schleier schreiben. In: Berressem, Buchwald, Volkening: Grenzüberschreibungen. 239-259. 

Leben zitieren, Leben erzählen. In: Andrea Gutenberg, Ralph Poole (Hg.): Zitier-Fähigkeit. Findungen und Erfindungen des Anderen. Berlin: Erich-Schmidt-Verlag, 2001. 86-103. 

Heute: Hélène Cixous. In: Markus Hahn, Susanne Klöpping und Holger Kube Ventura (Hg.): Theorie–Politik. Selbstreflexion und Politisierung kulturwissenschaftlicher Theorien. Tübingen: G. Narr, 2002. 69-81. 

Hélène Cixous et cetera. In: Peter Wiesinger (Hg.): Zeitenwende – Die Germanistik auf dem Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert. Akten des X. Internationalen Germanistenkongresses Wien 2000, Bd. 10. Bern u.a.: P. Lang, 2003. 117-122. 

Annäherungen, Übergänge, Orangen. Mit Cixous nach Oran und zurück. In: Artic 9 (2003). Parodie Iteration Typologie. In: Gisela Fehrmann, Erika Linz, Eckhard Schumacher, Brigitte Weingart (Hg.): Originalkopie. Praktiken des Sekundären. Köln: DuMont, 2004. 34-50. 

(mit Maren Möhring) Einige Bemerkungen zu Natur und Kultur als differentielle Produktionen, oder: Sind wir alle Haustiere? In: Ins-Verhältnis-Setzen. Natürlichkeit Künstlichkeit. Hg. v. KunstVerein Ahlen 2004. 

Der Autor und sein Doppelgänger. Ghostwriting und Autorschaft. In: Navigationen 4, 1-2 (November 2004). 117-130. 

Die Philologin, Rahel Varnhagen und das allgemein Menschliche: Varnhagen-Studien im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. In: Miriam Kauko, Sylvia Mieszkowski, Alexandra Tischel (Hg.): Gendered Academia. Wissenschaft und Geschlechterdifferenz 1890-1945. Göttingen: Wallstein, 2005. 237-253. 

Körperarbeiten. Das Working Girl als literarische Figur. In: Michael Cowan, Kai Marcel Sicks (Hg.): Leibhaftige Moderne. Körper in Kunst und Massenmedien 1918 bis 1933. Bielefeld: transcript, 2005. 136-151.

Falsche Väter und Mütter. In: Michael Baute, Volker Pantenburg (Hg.): 93 Minutentexte / The Night of the Hunter. Berlin: Brinkmann und Bose, 2006. 241-242.

Erschütterung der Erfahrung: Zum Stellenwert des Authentischen bei W.G. Sebald und Alexander Kluge. In: Lars Koch, Marianne Vogel (Hg.): Imaginäre Welten im Widerstreit. Krieg und Geschichte in der deutschsprachigen Literatur seit 1900. Würzburg: Königshausen und Neumann, 2007. 150-168.

Der helle Raum des Privaten. In: Inka Mülder-Bach, Gerhard Neumann (Hg.): Räume der Romantik. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2007. 137-155.

Humor und autobiographischer Exzeß. Roseanne/Roseanne. In: parapluie No. 24. (Winter 2007/2008). parapluie.de/archiv/autobiographien/humor/issn1439-1163.

Working Girl. Eine Einleitung. In: Biebl, Mund, Volkening (Hg.): Working Girls. Zur Ökonomie von Liebe und Arbeit. 7-22.

Karriere als Komet. Working Girls jenseits des Happy End. In: Biebl, Mund, Volkening (Hg.): Working Girls. Zur Ökonomie von Liebe und Arbeit. 204-224.

Szenen des Ghostwriting. In: Davide Giuriato, Martin Stingelin, Sandro Zanetti (Hg.): "Schreiben heißt: sich selber lesen." Schreibszenen als Selbstlektüren. München: Wilhelm Fink Verlag, 2008. 21-39.

Sex and the City. Wenn Chick Lit ins Fernsehen kommt. In: Bettina Bannasch, Stephanie Waldow (Hg.): Lust? Zur Darstellung von Sexualität in der Gegenwartskunst von Frauen. München: Wilhelm Fink Verlag, 2008. 219-243.

Schreien, verbissen. Zu Ethos und Pathos bei Lessing und Schiller. In: Cornelia Zumbusch (Hg.): Pathos. Zur Geschichte einer problematischen Kategorie. Berlin: Akademie Verlag, 2010. 83-97.

Robert Musils Ein Mensch ohne Charakter und die zeitgenössische Charakterologie. In: Jörn Etzold, Martin Jörg Schäfer (Hg.): Nicht-Arbeit. Politiken, Konzepte, Ästhetiken. Weimar: Verlag der Bauhaus-Universität, 2011. 204-229.

Mode als Aufpfropfung. Über Rouge, crossdressing, Monogrammstoffe und deren Fälschung. In: Uwe Wirth (Hg.): Impfen, Pfropfen, Transplantieren. Berlin: kadmos 2011. 235-251.

Charakter und Tugend. Über Lessings Emilia Galotti, die Hamburgische Dramaturgie und êthos bei Aristoteles. In: Andrea Bettels, Mariacarla Gadebusch Bondio und Thekla Musäus: Im Korsett der Tugend. Hildesheim u.a.: Georg Olms Verlag (in Vorbereitung).

Rezensionen

Die Frau im Text: Feminismus und Literatur – zwei Einführungen und ein Roman. In: Sprache und Literatur in Wissenschaft und Unterricht 83.2 (1999): 90-95. 

Rezension zu: Volker Pantenburg, Nils Plath (Hg.): Anführen – Vorführen – Aufführen. Texte zum Zitieren. Bielefeld: Aisthesis, 2002. In: Arcadia 38 (2003): 478-481.

Die Lust am Vater. (Rezension zu: Britta Herrmann: Töchter des Ödipus. Zur Geschichte eines Erzählmusters in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Tübingen: StauffenburgVerlag Brigitte Narr, 2001.) In: Querelles-Net 14 (November 2004), www. querelles-net.de. 

Rezension zu: Liane Schüller: Vom Ernst der Zerstreuung. Schreibende Frauen am Ende der Weimarer Republik: Marieluise Fleißer, Irmgard Keun und Gabriele Tergit. Bielefeld: Aisthesis, 2005. In: Arbitrium 2 (2006): 273-274.

Doppelrezension zu: Renate Lorenz: Aufwändige Durchquerungen. Subjektivität als sexuelle Arbeit. Bielefeld 2009 und Renate Lorenz, Brigitta Kuster (Hg.): Sexuell arbeiten. Eine queere Perspektive auf Arbeit und prekäres Leben. Berlin: bbooks 2007.