Projekt „Bessere Bescheide“
Termine
| 7. Januar 2026 | Projektstart |
| 28. April 2026 | Austausch mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung |
| 6. Mai 2026 |
Dr. Christine Möhrs (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim) Leiterin des Bundesprojekts Bürgernahe Sprache ist zu Gast |
| 13. Mai 2026 |
Juliane Heidelberger (TU Dresden) Dozentin, Redakteurin und Mitarbeiterin bei Dresden VERSO – Eine verständliche Sprache für alle ist zu Gast |
| 22. Juni 2026 |
Prof. Dr. Konstanze Marx-Wischnowski und Prof. Dr. Wolfgang Kesselheim in der Universität im Rathaus zum Thema "Muss Verwaltungssprache unverständlich sein? Behördenschreiben unter der Lupe." |
| 16. Juli 2026 |
Bessere Bescheide – Ein Workshop für alle, die Bescheide erhalten Citizen Science in Kooperation mit dem Alfried Krupp-Wissenschaftskolleg Lange Sätze, Paragraphen, Wortungetüme – wer kennt nicht das Gefühl der Ratlosigkeit beim Lesen eines Behördenschreibens? In der Universitäts- und Hansestadt Greifswald soll das nun besser werden. Dazu nimmt die Stadt gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Germanistische Sprachwissenschaft am Institut für Deutsche Philologie der Universität Greifswald Behördenschreiben unter die linguistische Lupe. Umgesetzt wird damit ein Auftrag der Bürgerschaft. In diesem Rahmen findet in Kooperation mit dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg ein Bürgerforum statt. Ziel ist es, anhand vieler konkreter Beispiele und Herausforderungen gemeinsam darüber nachzudenken, wie Bescheide besser werden können. Was stört Sie besonders? Was würden Sie sich wünschen? Wie würden Sie es umsetzen? Das sind Fragen, die durch dieses Workshop-Format führen. Herzliche Einladung an alle, die Bescheide erhalten. Anmeldung: besserebescheideuni-greifswaldde |
Bescheide verständlicher formuliert: Stadt und Universität starten innovatives Projekt für mehr Bürgerfreundlichkeit
Pressemitteilung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald
Lange Sätze, umständliches Fachvokabular, Paragraphen – viele Menschen haben Mühe, Verwaltungsschreiben wirklich zu verstehen. Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald und der Arbeitsbereich Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Greifswald haben daher das gemeinsame Projekt „Bessere Bescheide“ gestartet, um Behördenpost bürgerfreundlicher zu gestalten.
In den kommenden zwei Jahren schauen sich Fachleute aus der Sprachwissenschaft genau an, wie städtische Schreiben aufgebaut sind und wie sie klarer formuliert werden können. „Wir wollen Schreiben der Verwaltung so verbessern, dass Bürgerinnen und Bürger sie schneller und einfacher verstehen können und Hürden abgebaut werden.“, erklärt Maik Pierron, Leiter des Haupt- und Personalamts der Stadtverwaltung. „Wir setzen hiermit gleichzeitig einen Auftrag der Bürgerschaft um.“
„Wir merken immer wieder, dass viele Formulierungen in Bescheiden im Alltag schwer verständlich sind. Gleichzeitig ist es nicht einfach, diese rechtssicher zu formulieren. Hierfür gibt es Antworten aus der Sprachwissenschaft und ich freue mich sehr, dass unser Fachbereich dabei unterstützen kann, die verwendete Sprache in offiziellen Schreiben bürgernaher zu gestalten,“ beschreibt Linguistik-Professorin Dr. Konstanze Marx-Wischnowski die zentralen Aspekte des Vorhabens.
Die Projektgruppe analysiert hierfür Bescheide aus der Verwaltung, spricht mit Mitarbeitenden über ihre Schreiberfahrungen und lädt Bürgerinnen und Bürger zu einem Workshop ein. Am Ende sollen die Verwaltungsmitarbeitenden dafür sensibilisiert werden, welche Schwierigkeiten beim Verfassen von Bescheiden auftreten und welche Probleme Bürgerinnen und Bürger beim Lesen haben. Es sollen Textbausteine entwickelt werden, die das Schreiben für die Verwaltung erleichtern und zugleich neue, moderne Formen der behördlichen Kommunikation eingeführt werden.
„Es gibt bereits ähnliche Modellprojekte in anderen Städten und so freut es mich, dass wir auch in Greifswald gemeinsam mit der Universität eine solche Initiative ins Leben rufen konnten“, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder beim offiziellen Projektstart. Er sieht hierbei einen wichtigen Schritt hin zu zeitgemäßer, serviceorientierter Verwaltung.
Link zur Pressemitteilung auf der Webseite der Universitäts- und Hansestadt Greifswald
