Projekte und Veranstaltungen – Wat so los wier

"Jugend verkloort Platt" nun "mecklenburgisiert" (06/2020)

Themen wie die EU-Sprachencharta - eines der womöglich trockensten Themen im Bereich des Niederdeutschen -, die zweite Lautverschiebung - *Gäääähn* - oder alte Literatur, die "eh kaum einer noch kennt und lesen will" -- können solche Themen spannend und vor allem für jeden verständlich erklärt und beleuchtet werden?
Die klare Antwort ist "Ja!" - spätestens seit die Ergebnisse des Projekts "Jugend verkloort Platt" veröffentlicht wurden.

Mehr als 90 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich im Rahmen dieses Projektes des Länderzentrums für Niederdeutsch (LzN) mit diesen und anderen Themen beschäftigt, zum Beispiel mit Straßennamen und deren Herkunft oder aber auch mit Klischees, die das Niederdeutsche immer noch und nachhaltig begleiten. So setzte sich die "Platt is cool"-AG einer Cuxhavener Schule zum Beispiel mit dem Vorurteil auseinander, dass niederdeutsche Musik "platt" - also lahm und langweilig, nicht geeignet für die heutige Jugend - ist. Das Schaubild, das aus den Ergebnissen der Schülerinnen und Schüler entstanden ist, zeigt das ganze Gegenteil.

18 Infografiken in westniederdeutscher Schreibweise entstanden durch diese Projektarbeiten, die durch das KND in die Orthographie nach Prof. Renate Herrmann-Winter übertragen wurden. 

Die Ergebnisse dieser Kooperation zwischen dem KND und dem LzN finden Sie nun unter folgendem Link (oder im Bereich "Didaktische Materialien"):


Jugend verkloort Platt - mecklenburgisiert.    Dort können Sie die Infografiken kostenfrei herunterladen.
(Die kommerzielle Verbreitung ist dabei strikt untersagt und wird rechtlich verfolgt.)

 

Die "Originale" finden Sie unter diesem Link:

Projekt "Jugend verkloort Platt" - Website LzN (westniederdeutsche Version nach Sass)
 

Tag der Muttersprache und Mehrsprachigkeit (02/2020)

Am 21. Februar 2020 konnte wieder der Tag der Muttersprache und der Mehrsprachigkeit gefeiert werden, der dank der Initiative der UNESCO seit dem Jahre 2000 jährlich stattfindet.
In Kooperation mit dem Pommerschen Landesmuseum, dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. und dem Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik fanden in den Räumlichkeiten des Pommerschen Landesmuseums mehrere Veranstaltungen statt. Hier ein Auszug davon:
 

  • „Kumm, wi sägeln!“ – Kinderbuchlesung mit Ulrike Stern – Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald. Mit Segelschiff basteln.
     
  • „Läben up’t platte Land“ – Kuratorengespräch mit Heiko Wartenberg
     
  • „Klönen wi eis een bäten“ – Lass uns ein bisschen erzählen bei Kaffee oder Tee
    Moderation durch Christian Peplow vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
     
  • Offener Workshop: Jede Sprache ist ein Schatz!
    Workshop-Leiterin: Dr. Anna Mróz, Sprachwissenschaftlerin, Expertin im Bereich der mehrsprachigen Kindererziehung, wiss. Mitarbeiterin der Universität Greifswald.




     
„Atlas Niederdeutsch“ – nun online! (02/2020)

 

Sie können Platt? Dann sind Sie bei diesem Projekt des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V.  richtig, denn hier können sich alle Plattdeutschakteure kennen lernen und miteinander vernetzen.
Der „Atlas Niederdeutsch" ist eine Datenbank mit virtueller Karte, die, so der Projektverantwortliche Christian Peplow, "...Plattdeutschakteure unseres Bundeslandes verzeichnet, visuell darstellt und so auf die breite Verwendung der plattdeutschen Sprache aufmerksam macht."

Am 01. Februar 2020 wurde der "Atlas Niederdeutsch" feierlich freigeschaltet. Und die Suche nach Teilnehmern ist noch lange nicht beendet. Egal, ob Sie kulturelle Angebote haben, einen platt-schnackenden Zahnarzt kennen oder selbst mehr in Kontakt mit Plattdeutsch kommen wollen. Auf der Seite des Heimatverbandes werden Sie fündig und können sich auch weiterhin in die Datenbank aufnehmen lassen.

Sie können sich die Fragebögen auch hier herunterladen und an den Heimatverband senden.

KND überrascht Kinderarztpraxen (12/2019)

KND überrascht Kinderarztpraxen (12/2019)

Auftakt zu der Aktion bei Greifswalder Kinderarzt

 

Nun ist die kalte Jahreszeit schon längst angebrochen, dabei aber auch die Zeit der Erkältungen. Um die Wartezeit etwas "kommodiger" und dabei die niederdeutsche Sprache sichtbarer zu machen, überrascht das KND alle Kinder- und Zahnarztpraxen im Bundesland mit einem kostenlosen Exemplar des niederdeutschen Kinderbuches "Kumm, wi sägeln!".

Als Auftakt zu der "Verteilaktion" besuchte das KND den Kinderarzt Dr. med. Jürgen Weser am 2. Dezember 2019 und überreichte ihm ein Exemplar.

Das Kinderbuch nimmt die großen und kleinen Leserinnen und Leser mit auf eine poetische Reise, denn wer Sand, Sonne und Muscheln liebt und ein waschechter Papierschiffkapitän ist, geht auch im Traum noch auf große Fahrt. Aber warum ist das gebastelte Schiff auf einmal verschwunden? Vielleicht weiß ja das „Måndkind“ Rat?

Kinderarzt Dr. med. Jürgen Weser freut sich über die Aktion: „Von meinem Zuhause in Mannheim her kenne ich eine ganz selbstverständliche Benutzung der Dialekte. Es wäre toll, wenn auch die Regionalsprache Plattdeutsch mehr im Alltag vorkommen würde. Und dazu trage ich in meiner Praxis sehr gern bei.“

Das aufwendig illustrierte Buch in mecklenburg-vorpommerschem Niederdeutsch wurde von der Jury für das Plattdeutsche Buch des Jahres der Carl-Toepfer-Stiftung Hamburg wegen der hervorragenden inhaltlichen und gestalterischen Leistung gelobt. Neben dem niederdeutschen und dem hochdeutschen Text sind im Buch auch ein Glossar und ein eigens komponiertes Schlaflied zu finden. Über einen QR-Code können das Lied und eine Textaufnahme angehört werden. Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik setzt das Buch in Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte und Erzieherinnen ein und stellt Arbeitsmaterialien zur Verfügung, die Sie im Bereich Service unter Didaktische Materialien finden.

Das Buch ist u.a. über folgenden Link erhältlich:
Quickborn - Kumm wi sägeln!

 

Fotos: Philipp Müller

„Mäh! Maa! Möh! - Versteihst?” - Literaturpreis für Anke Ortlieb (11/2019)

Lektorat des Kinderbuches übernahm das KND

 

Seit 1999 wird der mit 2000€ dotierte Fritz-Reuter-Literaturpreis am 7. November - dem Geburtstag Reuters - verliehen. In diesem Jahr wird Anke Ortlieb aus Rehna (Nordwestmecklenburg) für ihr plattdeutsches Kinderbuch „Mäh! Maa! Möh! - Versteihst?” mit dem Preis ausgezeichnet.

Auch für das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik ist das ein Grund zum Feiern, da wir das Lektorat für dieses Kinderbuch übernommen haben und das Buch in Fortbildungen einsetzen.

Verliehen wird der Preis von der Reuterstadt Stavenhagen und dem Fritz-Reuter-Literaturmuseum. 

 

Anke Ortlieb "Mäh! Maa! Möh! Versteihst?"

mit hochdeutscher Übersetzung, 21 x 27 cm, fest eingebunden, mit Fadenheftung, durchgehend farbige Illustrationen 

Ribnitz-Damgarten: Demmler Verlag, 48 S. € 12,95

ISBN 978-3-944102-35-1

Gillhoff-Tag in Ludwigslust (1.6.2019)

Axel Kahrs ist der Preisträger des diesjährigen Johannes-Gillhoff-Literaturpreises. Ausgezeichnet wurde er für seine Mitarbeit am ersten gesamtdeutschen "Literarischen Führer Deutschland", erschienen 2008, bei dem er für den norddeutschen Raum verantwortlich zeichnete. 

Traditionell wurde der Tag der Preisverleihung, die in diesem Jahr am 1. Juni stattfand, mit einer Rede zu Ehren des Lehrers und Schriftstellers Johannes Gillhoff an seinem Grab auf dem Friedhof in Ludwigslust eröffnet.

Die Rede hielt Ulrike Stern, wissenschaftliche Mitarbeiterin des KND. Hier ein Auszug:

Das Erlernen der Niederdeutschen Sprache bedeutet, dass wir uns den Zugang zu einem Stück Weltliteratur bewahren, zu der auch Gillhoff seinen Teil beigetragen hat. Dass wir buchstäblich ein Selbst-Bewusstsein entwickeln, da die Sprache uns mit der jahrhundertealten Geschichte unserer Region, der Lebenswelt unserer Eltern- und Großelterngeneration verbindet und uns die Augen für unsere Gegenwart öffnet, in der uns die Sprache – wenn auch nicht mehr so viel gesprochen, so doch zumindest geschrieben – nach wie vor begegnet. Und mehr noch: Dass wir die Regionalsprache lernen dürfen ist ein Ausdruck von Respekt, nämlich Respekt der europäischen Staatengemeinschaft gegenüber unserer Region und allen anderen Regionen mit ihren Sprachen und Besonderheiten. Sprachen halten sich nicht an nationale Grenzen, das sehen wir zum Beispiel am Friesischen. Die Europäische Union versteht sich daher weniger als eine Vereinigung von Nationen, sondern als ein Europa der Regionen. Die Regionalsprache lernen zu dürfen ist also ein Ausdruck der Freiheit, die uns die europäische Demokratie schenkt. 

Und so sollten wir die niederdeutsche Sprache, Literatur und Kultur nicht als regionale Eigentümlichkeit verstehen, die unseren Blick auf die Welt einengt und mit der wir uns abgrenzen, sondern als das, was uns eine Heimat definieren kann. Damit wir selbstsicher und mutig in die Welt hinausgehen können. Denn, um mit Jürn Jakob Swehn zu enden: Heimat ist das Beste, was man von zuhause mitnehmen kann.

Vortrag des KND in London (03/2019)
v.l.: Ph.D. Falco Pfalzgraf (Uni London Queen Mary College); Dr. phil. habil. Birte Arendt

 

Innerhalb ihrer Forschungsreise nach Birmingham hielt PD Dr. Birte Arendt den Vortrag "Die Regionalsprache Niederdeutsch als schulisches Unterrichtsfach" an der Queen Mary University of London.

Der Vortrag war eine Veranstaltung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), Zweig London, und fand am

Donnerstag, 14. März 2019, 18 Uhr in Bancroft 1.01.2

statt.

 

Über folgenden Link gelangen Sie zu weiteren Informationen:
https://www.qmul.ac.uk/sllf/modern-languages-and-cultures/events/items/die-regionalsprache-niederdeutsch-als-schulisches-unterrichtsfach.html

 

Wintervortrag: Niederdeutsch als Abiturfach in Mecklenburg-Vorpommern. Ziele, Inhalte und Perspektiven

Wintervortrag: Niederdeutsch als Abiturfach in MecklenburgVorpommern. Ziele, Inhalte und Perspektiven

Am 23.01.2019 hat das KND Susanne Bliemel (Landeskoordinatorin Heimatprogramm) und Mathias Hoffmann (Landesbeauftragter für Niederdeutsch) zu dem Wintervortrag zum Thema:

 
 
Niederdeutsch als Abiturfach in Mecklenburg-Vorpommern. Ziele, Inhalte und Perspektiven

 

geladen. Denn im März 2017 deklarierte die Kulturministerkonferenz Niederdeutsch als gegenseitig anerkanntes Abiturprüfungsfach. Mecklenburg-Vorpommern richtete daraufhin im Schuljahr 2017/18 sechs Niederdeutsch-Profilschulen ein. Der Rahmenplan Niederdeutsch bildete dabei die Voraussetzung zur Anerkennung durch die KMK und ist die Basis des Fachunterrichts. Der Vortrag wird über die Konzeption und Inhalte des Rahmenplanes sowie über die Fachentwicklung Niederdeutsch in Mecklenburg-Vorpommern informieren. 
 

Platt-Stücken tau de Wihnachtstiet - Weihnachtsprogramm (5.12.2018)

Zur Weihnachtszeit plattdeutsche Geschichten und Gedichte präsentieren - das ist die Aufgabe, der sich Studierende der Universität Greifswald am 5. Dezember 2018 im Café Koeppen stellten.

Mit einem Augenzwinkern blickten sie bei einer kleinen Weihnachtslesung auf die so genannte schönste Zeit des Jahres. Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik führte dieses Experiment zum zweiten Mal durch, das den Studierenden vor allem Sprachpraxis verschaffen soll. Und ganz nebenbei wurde auch kommodig zusammengerückt, gemeinsam gesungen und sich auf diese Art und Weise auf Weihnachten eingestimmt.

 

Feierstunde „25 Jahre Niederdeutschlernen in Greifswald“ und Auftaktparty für den Bandcontest „Plattbeats“ (30.10.2018)

Seit schon 25 Jahren ist es möglich in Greifswald Niederdeutsch als eigenständiges Fach zu lernen und zu studieren. Dies nahm das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik zum Anlass und lud zu einer kleinen Feierstunde ein, dessen Kern eine Gesprächsrunde mit ehemaligen und aktuellen Studierenden und Lehrenden bildete.
Gleichzeitig feierte das KND aber auch seinen ersten Geburtstag. Umrahmt wurde die Feierstunde von der TÜDELBAND, die bereits seit 2009 erfolgreich mit niederdeutscher Popmusik auftritt.

Zusammen mit dem Zentrum für Niederdeutsch in Holstein wurde anschließend bei einer Party der Startschuss für den plattdeutschen Bandcontest PLATTBEATS 2019 gegeben, an dem erstmalig auch Bands aus Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen können.
 

Weitere Infos zu PLATTBEATS 2019 finden Sie unter www.plattbeats.de

Landesfachtag Niederdeutsch in Kiel (26.10.2018)
Fotos: Hilka Hand, IQ S-H

Das Institut für Qualitätsentwicklung lud am 26. Oktober 2018 zum "Landesfachtag Niederdeutsch" nach Kiel ein. Auch Birte Arendt und Ulrike Stern waren mit einem Fachvortrag zum Thema "Das didaktische Potential von Linguistic Landscape" vertreten. Die Collage vermittelt einen kleinen Eindruck. Ein Interview mit der Organisatorin Karen Nehlsen findet sich unter folgendem link:

https://www.ndr.de/wellenord/sendungen/plattdeutsch/Karen-Nehlsen-im-Interview,platt2326.html

StandUpRiemelie - KND erprobt neues Format (06/2018)

Einem literarischen Experiment stellte sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin des KND Ulrike Stern am Sonntag, dem 17. Juni 2018, bei den Reuterfestspielen in Stavenhagen: einer Art Stand-Up-Poetry oder -Riemelie. Im Rahmen des 5. Plattdeutschen Liederwettbewerbs, gefördert durch den Heimatverband MV e.V., nannte das Publikum ihr einen Ort, ein Gefühl und vier weitere niederdeutsche Begriffe, aus denen sie dann innerhalb von 15 Minuten einen Text machen sollte. Die Begriffe waren

  • Parchim (ndt. Pütt)
  • Hartpuckern (Herzklopfen)
  • Äten (Essen)
  • Ådebars Nest
  • Schufkor (Schubkarre)
  • Nachtpott

 

Entstanden ist ein kleines Gedicht, das vom Publikum mit viel Applaus honoriert wurde:

             

In Pütt, dor bün ik körtens wäst,

seech up ein Hus Ådebars Nest.

Ik wull dor eig’ntlich jüst wat äten,

nu kunnt’k mi up’n Nachtpott setten!

Mien Hart, dat füng tau puckern an:

Ik hoff, de föllt mi nu nich an!

De Oll, so geiht de snåksche Räd,

de sett di’n Kind an up de Städ!

Ik güng ganz vörsichtig taurüch.

Ein Schritt... twei Schräd ... hei süht mi nich!

Ik will kein Kind nich von denn Ollen! ---

Pardautz! Wier’k in ne Schufkor follen!

 

Das Experiment ist also geglückt und lässt sich vielleicht beim nächsten Mal zu einem Riemel-Wettstriet mit mehreren Autoren ausbauen.

Sommervortrag von Dr. Ralf Gehler (27.06.2018)

Von Sackpfeifern, Bierfiedlern und anderen Musikanten - Eine musikalische Reise in die Musikgeschichte Norddeutschlands vom Mittelalter bis in die Neuzeit

 

Die Erforschung schriftloser Kulturen der Vergangenheit stellt an den Historiker besondere Anforderungen. Am Beispiel der traditionellen Musik legte Dr. Ralf Gehler vom Zentrum für Traditionelle Musik am Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß Quellengattungen dar, die es ermöglichen, die Lebenswelten und Arbeitsfelder von Musikanten des 16. bis 19. Jahrhunderts zu entdecken. Wer waren diese Musikanten? Welche Instrumente benutzten sie? Welche Rechte wurden ihnen von der Obrigkeit verliehen und was bedeutete das für die Musik?

Nicht allein die Notationen der Musik der unteren Volksschichten ermöglichen es, ein umfassendes Bild derselben zu vermitteln. Erst die Nutzung von Bildquellen, Artefakten, archivarischen Schreiben, literarischen Texten und Methoden des Vergleichs zu heute existierenden Volksmusiktraditionen führen zu aussagekräftigen Ergebnissen.

Musikalisch angereichert wurde der Vortrag durch das Spiel historischer Volksmusikinstrumente, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten sind.

KND beim 12. Treffen niederdeutscher Autoren (26.05.2018)

"Ik lihr, du lihrst, wi lihrn - niege Weech in de Nedderdüütschdidaktik in Mäkelborg-Vörpommern" - so der Titel des Eröffnungsvortrages des Kompetenzzentrums für Niederdeutschdidaktik bei dem 12. Treffen niederdeutscher Autoren am 26.05.2018 in Mölln. Mit diesem Vortrag wurden neue Wege der Niederdeutschdidaktik aufgezeigt.

Einige Impressionen finden Sie auf den Fotos (Fotografin: Lea Matuschek).

Niederdeutschvermittlung mit Kindern (23.05.2018)

Dr. Birte Arendt und Ulrike Stern veranstalteten innerhalb der "Kinder- und JugendUni 2018" am 23. Mai 2018 in Greifswald eine interaktive Vorlesung für Kinder und Jugendliche mit dem Titel: "Mit Asterix schimpen und strieden up Platt– ein Comic in der Sprachvermittlung". Das Angebot erhielt einen großen Zulauf - es gab über 90 Anmeldungen. Einige Impressionen zeigen die Fotos (Fotografin: Ricarda Müller) der Vorlesung.


Weitere Informationen zur gesamten Veranstaltung erhalten Sie über die folgende Broschüre:

Internationale Tagung "Wie lehrt man die Regionalsprache Niederdeutsch?" (12./13.04.2018)

Ziel der internationalen Tagung „Wie lehrt man die Regionalsprache Niederdeutsch? - Sprach- und fremdsprachdidaktische Perspektiven“ war es, eine Reflexion des sprachvermittelnden Unterrichtshandelns für die Regionalsprache Niederdeutsch zu leisten und auf diese Weise neue Grundlagen für einen modernen Niederdeutschunterricht zu schaffen. Gefördert wurde die Tagung vom der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen. 

Die Veranstalter, das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik und die Europa-Universität Flensburg, ziehen ein positives Resümee. Der Tagungsort, das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald, trug mit seinen Räumlichkeiten und der personellen Kompetenz wesentlich zum Gelingen der Tagung bei. Besucher waren neben den 21 Referentinnen und Referenten auch Studierende der Universität Greifswald und bereits tätige Lehrerinnen und Lehrer. Die Tagung wurde so sowohl in die studentische Lehre an der Universität Greifswald als auch in den Fort- und Weiterbildungskanon des Instituts für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern integriert. Auch das Ziel, Bundesländer- und Institutionengrenzen zu überschreiten und einen interdisziplinären Dialog anzuregen, kann als erreicht betrachtet werden: Die ReferentInnen kamen aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westphalen, Berlin und Sachsen, darüber hinaus sprachen Ismael Tressmann (Brasilien) und Gertrud Reershemius (Groß Britannien). Vertreter von Universitäten, staatlichen Institutionen und Vereinen brachten ihre Perspektiven ein. 

(Hier gelangen Sie zum Vortrag von Gertrud Reershemius in der Mediathek des Krupp Kollegs)

Über die Vorträge hinaus präsentierte die Fritz-Reuter-Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin das Klassenzimmerstück „Hannes, der kann es“, das einen szenischen Einstieg in die Vermittlung der niederdeutschen Sprache bot. In Zusammenarbeit dem NDR fand erstmalig in Greifswald ein plattdeutscher PoetrySlam statt. Dieser und die lebhafte Abschlussdiskussion rundeten die Tagung ab. 

Die Beiträge der Tagung werden in einer Publikation veröffentlicht, die 2019 in der Reihe „Regionalsprache und regionale Kultur. Mecklenburg-Vorpommern im ostniederdeutschen Kontext“ im Lang-Verlag erscheint.

KND beim Sprachentag der Volkshochschulen in Mecklenburg-Vorpommern (03.03.2018)

KND beim Sprachentag der Volkshochschulen in Mecklenburg-Vorpommern vertreten

Der Sprachentag der Volkshochschulen in MV am 03.03.2018 in der Volkshochschule der Hansestadt Rostock wurde mit einem Vortrag des KND eröffnet. Dr. Birte Arendt und Ulrike Stern beschäftigten sich in ihrem Vortrag „Niederdeutsch zwischen Altenheim und digitalem Aufbruch“ mit der derzeitigen Situation und den Perspektiven der Regionalsprache Niederdeutsch.

Neben Verlagsausstellungen beinhaltete der Sprachentag eine Reihe von Workshops unter der Leitung von vielzähligen Referenten, u.a. auch Peter Newsholme von der „Oxford University Press“ zur motivierten Nutzung von Kultur und Theater im Sprachenunterricht. Die Verlage Cornelsen, Klett und Hueber sowie die Telc GmbH sendeten Workshopleiter zu dem Sprachentag in Rostock.

 

Weitere Informationen hierzu und zum Programm finden Sie unter dem Link:

https://www.vhs-verband-mv.de/fortbildungen/sprachentag/

De PLATTE Wihnacht (14.12.2017)

De PLATTE Wihnacht

Zum ersten Mal veranstalteten Studierende der Universität Greifswald eine niederdeutsche Weihnachtslesung. Unter der Leitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des KND, Ulrike Stern, präsentierten die Teilnehmenden des Seminars PLATTDEUTSCH II am 14. Dezember 2017 im Café Koeppen niederdeutsche Texte und luden zum Mitsingen ein. Ein Experiment, galt es doch, die unterschiedlichen Erfahrungshintergründe zu vereinen – Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen mit und ohne Bühnenerfahrung, mit guten oder auch mit kaum niederdeutschen Grundkenntnissen. Ziel war es nicht nur, den Studierenden Sprachpraxis zu verschaffen, sondern auch zu zeigen, dass das Repertoire an plattdeutschen Texten die ganze Bandbreite von augenzwinkernd bis besinnlich abdecken kann. Fazit: Das Experiment ist geglückt, und es geht ein großes Dankeschön an alle, die sich darauf eingelassen haben.   

 

Wintervortrag zu früher Mehrsprachigkeit (07.12.2017)

Wintervortrag zu früher Mehrsprachigkeit

v.l.: Ulrike Stern, Dr. Jana Schulz, Dr. Birte Arendt Foto: KND

Im Rahmen des Wintervortrages des KND sprach am 7.12.2017 Frau Dr. Jana Schulz vom Sorbischen Institut in Bautzen über Aspekte, Erfolge und Grenzen früher Mehrsprachigkeit am Beispiel des Sorbischen. Ähnlich wie die Regionalsprache Niederdeutsch ist die Minderheitensprache Sorbisch durch die Europäische Sprachencharta geschützt. Im Gegensatz zur Situation des Niederdeutschen in den nördlichen Bundesländern kann das Sorbische auf eine längere und bereits stärkerer erprobte Geschichte der Sprachvermittlung zurückblicken, die viele Anregungen für die Didaktik des Niederdeutschen offeriert. 

Adventskalender des INS (12/2017)

Adventskalender des INS

Für einen kleinen Adventskalender hat das Institut für niederdeutsche Sprache in Bremen 2017 verschiedene Akteure im Bereich Niederdeutsch um persönliche Beiträge gebeten. Mit dabei waren auch Frau Dr. Arendt und Ulrike Stern.  

Adventskalender des INS

Kompetenzzentrum zu Gast bei der 400. Plappermoehl (11.11.2017)

Kompetenzzentrum zu Gast bei der 400. Plappermoehl

Fotograf: D. Bielz
Fotograf: D. Bielz
Fotograf: D. Bielz

Frau Dr. Birte Arendt, Leiterin des Kompetenzzentrums für Niederdeutschdidaktik, war am Samstag, d. 11.11.2017 neben Yared Dibaba (NDR-Moderator) und Mathias Hoffmann (Landesbeauftragter für Niederdeutsch) zu Gast in der 400. Plappermoehl in Demmin und hat mit den ModeratorInnen Susanne Bliemel und Thomas Lenz über Niederdeutsch in der Schule diskutiert sowie die Software ALWiNE vorgestellt. Die Sendung wurde am 25.11.2017 auf NDR 1 Radio MV ausgestrahlt. 

Weitere Infos zur Sendung finden Sie hier: https://www.ndr.de/radiomv/sendungen/de_plappermoehl/index.html

Festakt zur Eröffnung des Kompetenzzentrums (17.10.2017)

Festakt zur Eröffnung des Kompetenzzentrums am 17. Oktober 2017

Rund ein halbes Jahr nach der Einrichtung wurde das KND am 17. Oktober 2017 in der Aula der Universität Greifswald mit einem Festakt offiziell eröffnet. Dr. Birte Arendt begrüßte die Gäste, darunter der Staatssekretär des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Freiberg, der Prorektor der Universität, Prof. Dr. Steffen Fleßa und der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Gruppe PlattAcappella, die eine überraschende Auswahl an niederdeutschen Liedern in Acappella-Arrangements präsentierte. Schüler des Crivitzer Gymnasiums Am Sonnenberg bereicherten das Programm mit niederdeutschen Texten. Mit einem Konfettiregen wurde einer der Höhepunkte des Nachmittags gefeiert: die Vorstellung von ALWiNE, mit der zukünftig eine digitale Wortschatzvermittlung ermöglicht wird.

Workshop beim ersten Plattdeutsch-Camp des Landes (23.09.2017)

Workshop beim ersten Plattdeutsch-Camp des Landes am 23. September 2017

Um den Beginn des Schuljahres für die ersten Niederdeutschklassen an den sechs Profilschulen des Landes gebührend zu feiern, veranstaltete das Land Mecklenburg-Vorpommern ein Plattdeutsch-Camp in Demmin und Stavenhagen. Am 22. September 2017 fiel der Startschuss bei einer bunten Veranstaltung mit unterschiedlichsten musikalischen Beiträgen, bei der sich die Profilschulen mit selbstgemachten Filmen vorstellten und die neue CD „Dat du mien Leewsten büst“ präsentiert wurde. Nach einer Übernachtung in Verchen ging es am 23. September in Stavenhagen mit Workshops im und um das Fritz-Reuter-Literaturmuseum weiter. Mit dabei auch die wissenschaftliche Mitarbeiterin des KND, Ulrike Stern, mit einem Comicworkshop. Finaler Höhepunkt des Plattdeutsch-Camps war ein Konzert des Songwriters Gerrit Hoss im Saal des Stavenhagener Schlosses.

 Fotos: T.-H. Siemssen-Heinsohn

 

Sommervortrag: Niederdeutsch als 'Kulturdialekt'. Literarische Alltagspraxis in Mecklenburg (29.06.2017)

Sommervortrag: Niederdeutsch als 'Kulturdialekt'. Literarische Alltagspraxis in Mecklenburg (29.06.2017)

PD Dr. Klaas-Hinrich Ehlers Fotografin: Dr. Birte Arendt; Rechte: KND
von links: Ulrike Stern, Dr. Birte Arendt, PD Dr. Klaas-Hinrich Ehlers, PD Dr. Matthias Vollmer. Fotograf: Philipp Dreesen; Rechte: KND

Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik lud ein zum Sommervortrag von PD Dr. Klaas-Hinrich Ehlers (Berlin) zum Thema „Niederdeutsch als 'Kulturdialekt'. Literarische Alltagspraxis in Mecklenburg“ ein. Hier finden Sie ein kurzes Abstract zum Vortrag: Bei Interviews in der Umgebung von Rostock haben mir zahlreiche Zeitzeugen zweier Altersgruppen immer wieder davon berichtet, dass sie selbst oder Personen aus ihrem Umfeld zu verschiedenen Anlässen niederdeutsche Literatur vorlesen oder aufsagen bzw. dass sie dies früher getan hätten. Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick über die erstaunliche Bandbreite dieser literarischen Alltagspraxis. Es wird sodann nach gemeinsamen Charakteristika all der geschilderten Vorlese- und Rezitationsszenen gefragt und ihre soziale Funktion herausgearbeitet. Der Vortrag bietet anschauliches Belegmaterial für den aktuellen Übergang des Niederdeutschen von einer Kommunikationssprache zu einem „Kulturdialekt“.

Exkursion zum Stück „Kein Hüsung“ (20.06.2017)

Exkursion zum Stück „Kein Hüsung“ (20.06.2017)

Das Foto zeigt Jens Tramsen als Jehann (vorn) und Stefanie Fromm als Marik. Rechte: Mecklenburgisches Staatstheater, Fotografin: Silke Winkler (Grevesmühlen)

Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik organisierte am 20.06.2017 für die Studierenden des Instituts für Deutsche Philologie und insbesondere für die Studierenden des Beifaches Niederdeutsch eine Exkursion zum Theaterstück „Kein Hüsung“ von Fritz Reuter in der Inszenierung der Fritz-Reuter-Bühne nach Schwerin.


Impressionen aus Aufführungen: 

www.mecklenburgisches-staatstheater.de/stueck-detail/kein-huesung-1203.html

Stimmen der Studierenden nach dem Vorstellungsbesuch:

 

„Der Besuch des Theaterstücks „Kein Hüsung“, dargeboten durch die Fritz-Reuter-Bühne, war eine tolle Gelegenheit, plattdeutsches Theater hautnah zu erleben. Die Auswahl des Stücks in Bezug auf die Aktualität des Themas, die Schauspielkunst der Darsteller und das Bühnenbild waren sehr gelungen und ich würde mich freuen, noch mehr Veranstaltungen dieser Art im Studium des Niederdeutschen wahrnehmen zu können.“ LS

 

„Es hat mir sehr gut gefallen und mich sehr an meine Großeltern in meiner alten Heimat (Teufelsmoor) erinnert, für die Plattdeutsch noch ihre Muttersprache ist. Ich finde es wichtig, die Sprache als wichtiges Kulturgut zu bewahren und würde mich sehr freuen, wenn es auch in Greifwald mal ein paar niederdeutsche Theaterstücke gibt.“ JP

 

„Der Ausflug im Rahmen des Seminars „Plattdeutsch I“ zu dem Theaterstück „Kein Hüsung“ war eine gute Möglichkeit, Plattdeutsch in Aktion zu erleben und der Sprache über zwei Stunden zu lauschen. Auch als AnfängerInnen konnten wir dem Plot folgen – eine tolle, motivierende Erfahrung.“ 

 

„Der Theaterbesuch war für mich sehr ansprechend. In meiner Familie spricht leider niemand mehr Plattdeutsch, daher ist es für mich eine Herausforderung. Der ständige „Übersetzungsmodus“ hat mich beim Theaterbesuch an einigen Stellen sehr gefordert. Ich denke, dass der Einblick heute sehr hilfreich war, um meine Verständnislücken bewältigen zu können. Ich würde diese Möglichkeit jederzeit wieder in Anspruch nehmen, da ich den Einblick in die gesprochene Sprache als hilfreich für meinen Plattdeutschkurs empfinde.“ TH

 

„KEIN HÜSUNG – Fritz Reuters ergreifender Klassiker auf Platt. – Swore Kost, awer bannig gaud up de Bühn spelt worden. Gaud to verstahn, ok wenn dat Platt vun Fritz Reuter wesen is.“ THSH

 

„Ick heff mi bannig freut, as ick hürt heff, dat dat eine Inszenierung vun so ein’n klassischen Stück, as dat „Kein Hüsung“ is, gäben hett. De Fritz-Reuter-Bühne hatt bannig gaude Schauspäler, de ehre Charaktere wunnerbor Läben inhaucht hebben. De Rullen wiern perfekt verdeilt worden. Dat Bühnenbild, de Musik un de Insatz vun Video un Film wiern grandiose Elemente un hebben dat Stück gaud interpretiert. De Bühnenraum wier schlicht, ohne Farven un ok die Kostüme wiern farvlos un schlicht hollen, wat eine dramatische Stimmung erzeugt hett. De Spannung un de Taukiekers wiern gebannt twischen Bühne, Farv un Musik. Einen besonnern Pluspunkt gifft dat dorför, dat de Text in’t Original nutzt würd, wat hüt nich ümmer üblich sünnern selten is. Ick heff schon lang nich kein so gaudes Stück beleevt.“

 

„Eine einmalige Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte: Vielen Dank an die Dozentinnen des Niederdeutsch-Kompetenzzentrums [...] für die Organisation! Ich werde auch künftig versuchen, die Fritz-Reuter-Bühne im Blick zu behalten.“ UE