Prof. Dr. Tina Terrahe

Lehrstuhlinhaberin

Arbeitsbereich Ältere deutsche Sprache und Literatur
Institut für Deutsche Philologie
Rubenowstraße 3 - Raum 3.11
17487 Greifswald

Tel.: +49 3834 420 3438
terrahet@uni-greifswald.de


Ältere deutsche Sprache und Literatur

Sprechzeit im Wintersemester 2022/23

Mittwoch 15.00-16.00 Uhr (digital),
nur nach vorheriger Anmeldung per E-Mail: aedphsekuni-greifswaldde


Vita
ab 08/2022 Universitätsprofessorin, Lehrstuhl für Ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität Greifswald
2021–07/2022 Vertretungsprofessur für "Germanistische Mediävistik" an der Universität Basel
2020–2021 Senior Scientist "Ältere deutsche Literatur" am FB Germanistik der Paris Lodron-Universität Salzburg
2019 Habilitation an der Philipps-Universität Marburg, FB 09 Germanistik und Kunstwissenschaften; venia legendi für "Germanistische Mediävistik", Verleihung des Titels "Privatdozentin"
2005–2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin am FB 09 Germanistik und Kunstwissenschaften, Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters der Philipps-Universität Marburg (Lehrstuhl Prof. Dr. Christa Bertelsmeier-Kierst)
2011 Promotion (summa cum laude) im Fach Ältere deutsche Literatur des Fachbereichs Germanistik und Kunstwissenschaften der Philipps-Universität Marburg.
2007–2012 Mitarbeit an dem von Prof. Dr. Christa Bertelsmeier-Kierst geleiteten DFG-Projekt „Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus“ (MRFH)
1999–2005 Studium der Deutschen Sprache und Literatur sowie der mittleren und neueren Geschichte an der Philipps-Universität Marburg: Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Geschichte
1997–1999 Klassische Ausbildung Musikhochschule Frankfurt/Main i.d. Fächern Violine & Klavier
1997 Allgemeine Hochschulreife; Gutenbergschule (Gymnasium), Wiesbaden
1992–1994 Musikakademie Wiesbaden, Fächer: Violine & Klavier
*1976, drei Töchter (*2006, *2008, *2015)
Forschung / Forschungsschwerpunkte

Ich habe an der Universität Marburg Germanistik und Geschichte (Lehramt) studiert, wo ich mit einer editionswissenschaftlichen Arbeit zum frühneuhochdeutschen Prosaroman promoviert wurde. Habilitiert habe ich mich mit einer narratologisch und kulturwissenschaftlich angelegten Studie zu Gewalt- und Friedensdiskursen in der mittelhochdeutschen Epik der höfischen Blütezeit. Seit 2006 habe ich an internationalen Universitäten (Marburg, Porto, Olomouc, Palermo, Innsbruck, Salzburg und Basel) Germanistische Mediävistik vom Frühmittelalter bis zum Renaissance-Humanismus gelehrt. Neben einem interdisziplinären und theoretisch-methodischen Fokus auf die ältere deutsche Literatur befasse ich mich im Rahmen der Digital Humanities mit der Materialität von Handschriften und Frühdrucken. Aktuell forsche ich aus kodokologischer und praxeologischer Perspektive unter anderem zu den ältesten volkssprachlichen Zaubersprüchen, Segen und Beschwörungen.

Forschungsschwerpunkte:

  • Digital Humanities; (digitale) Editionsphilologie
  • Paläographie und Kodikologie – Materialität & Medialität
  • Frühmittelalterliche Dichtung (Segen, Beschwörungen, Zaubersprüche)
  • Höfische Lyrik und Epik um 1200
  • Literatur der Frühen Neuzeit (Prosaroman, Wissens- und Gebrauchsliteratur, Chronistik, Reisebericht)
  • Historische Narratologie; Kultur- und Sozialgeschichte
Projekte
Wort – Wirkung – Wunder. Sprache und Macht in der Vormoderne zwischen Religion, Magie und Medizin (DFG-Projekt 2023-2025)

Wort – Wirkung – Wunder. Sprache und Macht in der Vormoderne zwischen Religion, Magie und Medizin

Wissenschaftliches Netzwerk (DFG) 1/2023–12/2025 [in Antragstellung]

Organisation
Prof. Dr. Tina Terrahe (Greifswald) terrahe@staff.uni-marburg.de (Antragstellerin)
PD Dr. Katja Triplett (Marburg/Leipzig) katja.triplett@uni-leipzig.de (Mitverantwortliche)


Thematischer Zuschnitt und Fragestellung
Dem Wort, ob geschrieben oder gesprochen, wird in religiösen, magischen und medizinischen Traditionen ein großes Maß an Macht zugeschrieben: Man versucht mit Worten zu heilen und zu zaubern, mit Sprache werden Götter verehrt und mit Schrift Macht ausgeübt. Viele kulturelle Systeme haben den Anspruch, mit Worten und Schriftzeichen die Realität zu verändern und in den Weltzusammenhang einzugreifen.
Das interdisziplinäre wissenschaftliche Netzwerk fragt nach den kulturellen Paradigmen, die den wortmagischen Vorstellungen vormoderner Gesellschaften im Hinblick auf die Macht von Sprache und Schrift zugrunde liegen, und zwar an den Schnittstellen von Religion, Medizin und Magie. Untersucht werden soll, wie die übernatürliche Wirkung von Worten, Sprache und Schrift den Quellen zufolge zustande kommt und welche Wirkprinzipien sich als universal oder einzigartig ausmachen lassen.
Zeitlich erstreckt sich das Untersuchungsfeld von den ersten Zeugnissen bis in die Frühe Neuzeit, wobei die Anknüpfung an aktuelle Diskurse und moderne Problemstellungen als zentrales Aufgabenfeld gesehen wird. Denn manche wortmagischen Wirkprinzipien werden seit Jahrtausenden in identischer Weise praktiziert und haben ihre Faszinationskraft bis heute nicht verloren, wie aus der gegenwärtigen Rezeption in Kunst und Kultur ersichtlich ist. Den Ambitionen, sich übernatürlicher Kräfte, Macht oder Weisheit zu bedienen und Wunder zu erwirken, mögen gesamtanthropologische Konstanten zugrunde zu liegen, deren Identifikation ein Ziel der Analysen wäre, wie etwa die Frage nach der Zukunft, die Sicherung von Gesundheit und materiellen Gütern sowie die Sehnsucht nach Liebe und die Angst vor dem Tod.

 

Arbeitsform und angestrebte Ergebnisse
Ausgehend von einem mediävistischen Schwerpunkt im Bereich der Altgermanistik soll das Netzwerk zahlreiche historisch arbeitende Fächer aus verwandten Disziplinen integrieren.

Der geplante Forschungsdiskurs speist sich aus dem intensiven Austausch mit der Geschichtswissenschaft und der Religionswissenschaft, mit Altorientalistik, Ägyptologie, Islamwissenschaft, Judaistik und christlicher Liturgiewissenschaft sowie Altphilologie (Gräzistik/Latinistik) und Medizingeschichte, um Synergieeffekte zu erzielen und neue theoretische Zugänge zu schaffen. Methodisch streben wir eine materialbasierte Forschung an, wobei neben Texten auch schrifttragende Artefakte und sonstige frühe Quellen als Untersuchungsmaterial anvisiert werden.
Im interdisziplinären Dialog sollen gemeinsame Fragen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und Impulse für die Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Methoden sowie zur Vernetzung von kleinen Fächern gegeben werden. Mithilfe des fachlich und zeitlich breit angelegten Zugriffs können gesamtanthropologische Konstanten eruiert werden: Welche Schwierigkeiten haben die Menschen schon früh mithilfe von Worten, Sprache und Schrift zu lösen versucht? Wie stellt man sich die erhoffte Wirkung vor? Wo liegen Gemeinsamkeiten und Differenzen wortmagischer Potenz im Bereich diverser religiöser, magischer und medizinischer Traditionen?
Die unter diesem Fokus erarbeiteten Analysen sollen auch im Hinblick auf moderne Diskurse Fragen reflektieren, die die Menschheit seit Anbeginn interessiert haben – seit der Mensch begann, sich durch Sprache und deren schriftliche Notation von anderen Lebewesen zu unterscheiden und Macht über sie auszuüben zu wollen.

Projekt-Kurzbeschreibung (pdf)

Berufsrisiko Tod: Narrative Konzepte des (Über- und) Ablebens in der höfischen Epik um 1200 (Habilitation 2019)

Berufsrisiko Tod: Narrative Konzepte des (Über- und) Ablebens in der höfischen Epik um 1200. Marburg 2019.

Habilitationsschrift

Die Studie untersucht die dem mittelalterlichen Heldenethos geschuldeten Toten und ihre Funktion im narrativen Gefüge der Texte: Anhand der zentralen höfischen Epen um 1200 wird nach gattungsspezifischen Heldenkonzepten und deren Verhältnis zum Tod gefragt. Das ‚Rolandslied‘ des Pfaffen Konrad etwa inszeniert das heilige Sterben der christlichen Kreuzritter, wohingegen im ‚Eneasroman‘ Heinrichs von Veldeke die Qualitäten eines guten Feldherrn betont werden, der das Leben seiner Untertanen schont. Hartmanns Artusromane ‚Erec‘ und ‚Iwein‘ diskutieren friedliche Strategien der Konfliktlösung, um tödliche Zweikämpfe zu vermeiden und in Wolframs ‚Parzival‘ sterben Ritter reihenweise im zu spät belohnten Minnedienst.
Neben prominenten literarischen Toten werden hier erstmals auch vermeintlich unwichtige Nebenfiguren systematisch analysiert, die in der bisherigen Forschung nicht besonders beachtet, sondern eher überlesen wurden. Ihnen widmet sich das Projekt und will zeigen, dass neben den Überlebenden auch die unzähligen poetischen Todesfälle, die prominenten wie die unprominenten, wesentlich für die Konzeption und Wirkung der Texte sind. Die Toten müssen dabei stets in Relation zu den Überlebenden gesehen werden, die mithin für die Tode verantwortlich zeichnen, weil sie sie entweder nicht verhindert oder leichtfertig riskiert haben. So behandelt die kulturwissenschaftlich ausgerichtete Studie historisch-narratologische und philologische Fragestellungen zu den Interferenzbereichen der Geschichts-, Rechts-, Kulturwissenschaften und der Germanistik.

Heinrich Steinhöwels >Apollonius<. Edition und Studien (Promotion 2013)

Heinrich Steinhöwels >Apollonius<. Edition und Studien. (Frühe Neuzeit 179) Berlin 2013.

Dissertationsschrift

Die Geschichte um Apollonius von Tyrus gilt als Lieblingsbuch des deutschen Mittelalters. Die bisher unedierte Apollonius-Bearbeitung des Ulmer Frühhumanisten Heinrich Steinhöwel wird in einer kritischen lateinisch-deutschen Paralleledition nebst Studien zu Überlieferung und Textgenese präsentiert. Die besondere Nähe der Leithandschrift zum personellen Umfeld des Autors, die zudem den ältesten Sprachstand repräsentiert, macht den Textzeugen zur Ausgangsbasis einer Edition, die im Apparat mit den Abweichungen zur Fassung des prominenten Augsburger Buchdruckers Günther Zainer (1471) die Überarbeitung für den überregionalen Buchmarkt dokumentiert. Auf diese Weise können tiefgreifende Rückschlüsse auf Literaturproduktion und -betrieb an der Schwelle von der Handschrift zum Buchdruck gezogen werden.
Der Forschungsteil situiert Autor und Werk im sozialhistorischen Umfeld, für das eine beachtliche Quellenlage zu verzeichnen ist. Aus dem engen persönlichen Netzwerk zwischen Übersetzer, Schreiber und Handschriften- sowie Inkunabelbesitzern lässt sich ein spezifisches Publikumsinteresse an einem Text ablesen, dem im Sinne der zeitgenössischen Kreuzzugsambitionen nach dem Fall von Konstantinopel (1453) eine politische Virulenz zugesprochen werden kann.
Insofern schließt sich ein Kreis zwischen dem Ulmer Autor, der Augsburger Überarbeitung für den Buchdruck, einem überregionalen Publikumsinteresse und den Besitzern der Textzeugen, und eröffnet eine weitgespannte Perspektive auf den politischen und kulturhistorischen Kontext volkssprachiger Literatur in Zeiten des Medienumbruchs.

 

Humanistische Antikenübersetzung und frühneuzeitliche Poetik 1450-1620 (DFG-Projekt 2011-2016)

Humanistische Antikenübersetzung und frühneuzeitliche Poetik (1450-1620)

Wissenschaftliches Netzwerk (DFG)

Das DFG-Netzwerk (2011-2016) untersuchte deutsche Übersetzungen antiker Texte, die im 15. und 16. Jahrhundert entstanden sind und für die Ausdifferenzierung der deutschen Literatursprache von Bedeutung waren.

Projektbeschreibung:
In der beginnenden Frühen Neuzeit zeichnet sich unter dem Einfluss der humanistischen Bildungsbewegung im Verhältnis zur antiken Literatur ein grundlegender Umbruch im Vergleich zur mittelalterlichen Antikenrezeption ab: Die Schriften der Autoren des klassischen Altertums werden zum Teil wiederentdeckt, ediert und kommentiert; seit etwa 1450 werden im deutschen Sprachraum zahlreiche Übersetzungen angefertigt. In der intensiven Auseinandersetzung mit dem inhaltlichen und stilistischen Vorbild der antiken Werke ergeben sich in der Volkssprache vielfältige Veränderungen in der Literatur und im Selbstverständnis der Autoren und Übersetzer. Auf diese Weise wird der programmatisch an die Antike anknüpfende Neuansatz der frühneuzeitlichen Poetik durch Martin Opitz und Nachfolger in einigen Punkten vorbereitet, von diesen aber – anders als die französischen und niederländischen Vorbilder – nicht gewürdigt. Das Netzwerk möchte die sprachlichen, narratologischen und gattungsspezifischen Akzentuierungen der volkssprachlichen Übertragungen des 15. und 16. Jahrhunderts, deren literaturgeschichtliche Bedeutung in der Forschung bisher unterschätzt wurde, untersuchen und dabei besonders den Zusammenhang zwischen den Antikenübersetzungen und der frühneuzeitlichen Poetik herausarbeiten. Ziel ist es, den Beitrag der Übersetzungen für die Ausdifferenzierung der deutschen Literatursprache und Literatur in der Frühen Neuzeit zu bestimmen. Die Ergebnisse sollen in einem Sammelband publiziert werden.

Publikation:
Humanistische Antikenübersetzung und frühneuzeitliche Poetik in Deutschland (1450–1620). Hg. von Regina Toepfer, Klaus Kipf und Jörg Robert. Berlin, Boston 2017 (Frühe Neuzeit 211).

Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus (DFG-Projekt 2007-2012)

Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus (MRFH)

Digital Humanities-Projekt (DFG)

Das von der DFG von 2007 bis 2012 geförderte Projekt Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus (MRFH) ist Teil der Marburger Repertorien und steht damit in einer langen Forschungstradition, das Erbe der Geisteswissenschaften zu bewahren und gemäß aktuellen Wandlungsprozessen mit informations-technologischen Verfahrensweisen zu vernetzen ("Digital Humanities").

Vorgestellt werden im MRFH die frühhumanistischen Übersetzer und ihre deutschsprachigen Werke bis 1500. Erfasst werden damit nicht nur die Übersetzer der ersten Generation, sondern darüber hinaus auch Autoren der Übergangszeit, deren Wirkungsspektrum vor allem an der Universität, dem Heidelberger Hof sowie den Metropolen Straßburg, Basel, Augsburg und Nürnberg liegt.

Verzeichnet sind insgesamt 144 Werke aus der Zeit von 1450-1500. Stadtchronische Aufzeichnungen wurden nicht aufgenommen; sie sollen in einem späteren Projekt gesondert bearbeitet werden.

Breiten Raum nimmt im MRFH die Überlieferungsgeschichte der Übersetzungen ein, in der sich zugleich der Umbruch vom handschriftlichen zum gedruckten Buch widerspiegelt. Gerade frühhumanistische Autoren haben dem neuen Medium ‚Druck’ besondere Aufmerksamkeit geschenkt, z.T. waren sie selbst als Drucker oder Verleger tätig, um humanistische Schriften einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Insgesamt wurden im MRFH 122 Handschriften und 145 Inkunabeln (mit rund 2500 Exemplaren) näher untersucht und beschrieben. Die spätere gedruckte Überlieferung bis 1600 wurde nur in Kurzeinträgen (ohne Exemplarnachweise) verzeichnet. Ermittelt wurden 273 Drucke des 16. Jahrhunderts, vornehmlich auf der Basis von VD 16, Index Aureliensis und neueren Dissertationen. Digitalisate zu Handschriften und Drucken des 15. und 16. Jahrhunderts sind eingearbeitet und werden kontinuierlich aktualisiert. Detailliert erfasst werden zugleich die in den Übersetzungen genannten Widmungsadressaten sowie die zeitgenössischen Handschriften- und Inkunabelbesitzer und — soweit sie näher identifiziert werden konnten — die Schreiber der Handschriften. Von etwa 300 ermittelten Personen konnten 42 Schreiber (darunter 6 Autographen von Übersetzern), 32 Adressaten sowie 160 Besitzer identifiziert und in Kurz-Biographien vorgestellt werden. Darüber hinaus wurden die Dedikationen im genauen Wortlaut der Handschriften und Drucke wiedergegeben.

Zur MRFH-Homepage/Datenbank

Tagungen und Veranstaltungen
Unheil bannen – Ordnung stiften (2022)

Unheit bannen - Ordnung stiften. Frühmittelalterliche Segen, Beschwörungen und Zaubersprüche zwischen Religiosität, Magie und Medizin

Interdisziplinäres altgermanistisches Kolloquium: 31.08. bis 02.09.2022 an der Welterbestätte Kloster Lorsch

Frühmittelalterliche Segen, Beschwörungen und Zaubersprüche gehören zu den ältesten volkssprachlichen Schriftzeugnissen und sie entstehen vor einem praktischapotropäischen Interessenshorizont: Man möchte mit ihnen Krankes heilen, Wertvolles schützen und Gefahren abwenden. Aufgrund ihrer narrativen Elemente handelt es sich bei diesen Texten um Kleinst-Epik, die zugleich auch performative Aspekte und Handlungs-anweisungen integriert. Mit medizinischen, religiösen oder auch (pseudo-) magischen Mitteln versucht diese Literatur, eine aus den Fugen geratene Ordnung wiederherzustellen. Kulturhistorisch ist an diesen Texten ihre Hybridität signifikant, da sie aus moderner Perspektive zwischen Religion, Magie und Medizin changieren, dabei aber identische Motive verfolgen. Kodikologisch sind sie bemerkenswert, weil in den frühen Handschriften kein eigentlicher Platz für die Sprüche vorgesehen ist, weshalb sie zunächst meist als Streuüberlieferung mehr oder minder zufällig an den Rändern anderer Texte oder auf ursprünglich
freigelassenen Blättern eingetragen werden.
Eine besondere Stellung innerhalb dieser Texte nimmt der „Lorscher Bienensegen“ ein, der im 10. Jahr-hundert am unteren Seitenrand einer karolingischen Handschrift kopfständig eingetragen wurde. Der „Lorscher Bienensegen“ gehört neben der „Lorscher Beichte“ und Hunderten von althochdeutschen Glossen allein im berühmten „Lorscher Vergil“ zu den bekannteren Beispielen volkssprachlicher Reminiszenzen in ansonsten durchgehend lateinischen Schrifterzeugnissen aus Lorsch.
Die schlechte Forschungslage gründet in den Paradigmen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, als man aus diesen Texten das ‘Urgermanische’ herausdestillieren wollte und sie daher isoliert vom lateinischen Überlieferungszusammenhang betrachtet hat. In Folge des nationalsozialistischen Germanenkults galten Forschungen zum paganen Zauber nach dem zweiten Weltkrieg als politisch inkorrekt und wurden vernachlässigt.

Programm (pdf)
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Todesnarrative. Inszenierungsformen des Sterbens in Literatur, Kunst und Realität (2021)

Todesnarrative. Inszenierungsformen des Sterbens in Literatur, Kunst und Realität

Interdisziplinäre Tagung - 2. bis 4. September 2021 - Universität Basel

Organisation: PD Dr. Tina Terrahe und Prof. Dr. Alexander Honold

Der Tod ist eine anthropologische Konstante und hat die Menschheit seit Anbeginn kulturhistorisch geprägt. Dementsprechend finden sich unterschiedlichste narrative Inszenierungen des Sterbens vor allem in literarischen, aber auch in bildlichen Darstellungen, Artefakten sowie in historischen Quellen, die jeweils auch bestimmte Interpretationen beinhalten. Da der Umgang mit Tod und Sterben viel über soziale, kulturelle und ästhetische Grundkonstellationen aussagt, tangiert der gesamte Komplex essentielle Kernbereiche des menschlichen Lebens, die heute vielfach tabuisiert werden. Anders als bei der neuzeitlichen Ausgrenzung des Todes findet das Sterben in historischen Darstellungen in der Mitte der Gesellschaft statt, was allerdings von der Forschung bislang nicht eingehend untersucht wurden.
Die Tagung fokussiert daher Darstellungen und Präsentationsformen des Sterbens von der Vormoderne bis in die Neuzeit hinein, und will einen historischen Querschnitt zur Frage versuchen, was einen guten beziehungsweise schlechten Tod ausmacht. Die genuin literaturwissenschaftliche Perspektive soll durch Beiträge aus den Geschichtswissenschaften und angrenzenden Fächern sowie der modernen Sterbehilfe ergänzt werden.

Programm (pdf)
Plakat (pdf)

 

Jubiläum zum 500. Todestag Sebastian Brant († 10. Mai 1521) an der Universität Basel (2021)

Organisation des Jubiläums zum 500. Todestag Sebastian Brant († 10. Mai 1521) an der Universität Basel

Im Jahr 2021 wird der 500. Todestag von Sebastian Brant gefeiert, dem prominenten Humanisten, der als Professor der Jurisprudenz an der Universität Basel und als Kanzler der Stadt Straßburg tätig war. Er machte sich nicht nur als hochproduktiver Autor lateinischer Lyrik einen Namen, sondern gab lateinische Klassiker und Schriften italienischer Humanisten am Beginn des Buchdrucks in Basel heraus. Als erster Bestseller neben der Bibel wurde sein moralsatirisches „Narrenschiff“ erst von Goethes „Werther“ abgelöst.

Als europäische Integrationsfigur hat Sebastian Brant in der Öffentlichkeit großes Interesse gefunden. 1994 wurde unter anderem die Basler Fasnacht nach dem Motto seines „Narrenschiffs“ ausgerichtet. Auch die Forschung beschäftigt sich nach wie vor intensiv mit dieser herausragenden Persönlichkeit: Aktuelle Projekte werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizer Nationalfonds (SNF) finanziert.

Veranstaltungen und Projekte anlässlich des Jubiläums

 

Publikationen
Monographien / Herausgeberschaft

[5] Hg. mit Alexander Honold: Todesnarrative. Inszenierungsformen des Sterbens in Literatur, Kunst und Realität. Basel: Schwabe (Reihe „Medical Humanities“) (in Vorbereitung).

[4] Hg. mit Lysander Büchli und Alyssa Steiner: Sebastian Brant, das ‚Narrenschiff‘ und der frühe Buchdruck in Basel. Zum 500. Todestag eines humanistischen Gelehrten. Basel: Schwabe (in Vorbereitung).

(3) Berufsrisiko Tod. Narrative Konzepte des (Über- und) Ablebens in der höfischen Epik um 1200. Marburg/Lahn 2019 (429 S.).

(2) Hg. mit Regina Toepfer und Jürgen Wolf: Christa Bertelsmeier-Kierst: Buchkultur und Überlieferung im kulturellen Kontext (Philologische Studien und Quellen 262), Berlin 2017.

Rezensionen:

(1) Heinrich Steinhöwels 'Apollonius'. Edition und Studien (Frühe Neuzeit 179), Berlin 2013 (300 S.).

Rezensionen:

  • Nigel F. Palmer, in: Medium Aevum 84.1 (2015), S. 177.
  • Albrecht Classen, in: Mediävistik 27 (2014), S. 463.
  • Nikolaus Henkel, in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (PBB) 136 (2014), S. 727-731; s. hierzu auch die Entgegnung in meinem Aufsatz (9) "Poetologische Transformationen bei Heinrich Steinhöwel" (2017), S. 454, Anm. 45.
Aufsätze
  • (23) ‚Valentin und Namelos‘ II: Intersektionale Narrative in der mittelniederdeutschen Sammelhandschrift Stockholm, Königliche Bibliothek, Cod. Holm. VU 73, in: Übersetzung und Marginalisierung. Frühneuzeitliche Literatur aus intersektionaler Perspektive, hg. von Jennifer Hagedorn und Regina Toepfer (Reihe: "Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit") Berlin/Heidelberg [2023] (in Vorbereitung).
  • (22) Pferdesegen und Wurmexorzismus oder: Kontingenzbewältigung im Frühmittelalter. Von der heidnisch-germanischen Zauberformel zum christlich-apotropäischen Mikronarrativ, in: Temporal Communities in der vormodernen Kleinepik. Hg. von Maren Jäger, Hans J. Scheuer und Silvan Wagner. (Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung, Sonderhefte: Brevitas II) Oldenburg [2023] (bei den Herausgeber*innen, 21 S.).
  • (21) Althochdeutsche Zaubersprüche, Beschwörungen und Segen: Kodikologisches und poetisches Framing als Faktor kultureller Konvergenz, in: Framing – Deframing – Reframing. Wege, Mechanismen und Strategien der kulturellen Aneignung in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hg. von Christina Antenhofer und Heike Schlie. (Interdisziplinäre Beiträge zu Mittelalter und Früher Neuzeit) Heidelberg [2022/23] (bei den Herausgeberinnen, 12 S.).
  • (20) ‚Valentin und Namelos‘: Narrative und überlieferungsgeschichtliche Spezifika eines mittelniederdeutschen Versromans im europäischen Literaturtransfer, in: Literatur im mittelniederdeutschen Sprachraum (1200–1600). Rostocker Kolloquium 2021. Hg. von Franz Holznagel (Wolfram-Studien XXVII) Berlin [2022] (im Druck, 32 S.).
  • (19) Der Tabubruch als Sicherheitslücke: Domestizierung und mythischer Ursprung in der 'Melusine' des Thüring von Ringoltingen, in: Haus - Geschlecht - Sicherheit. Diskursive Formierungen in der frühen Neuzeit. Hg. von Sigrid Ruby und Inken Schmidt-Voges. (Politiken der Sicherheit / Politics of Security) Baden-Baden [2022] (im Druck, 19 S.).
  • (18) Zwischen Verleumdung und Loyalitätskonflikt: Vorurteil und Befangenheit in den Gawan-Büchern des ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach, in: Vorurteil und Befangenheit. Kulturelle und literarhistorische Perspektiven. Hg. von Uta Störmer-Caysa, Amelie Bendheim und Heinz Sieburg. Heidelberg [2022] (im Druck, 23 S.).
  • (17) Wenn Frauen sterben, oder: Todesursache Tod. Trauer, Zorn und Liebestod in der Epik des Hochmittelalters, in: Death Matters – Dead Matter. Materialität und Immaterialität des Todes im Mittelalter. Hg. von Romedio Schmitz-Esser und Katharina Zeppezauer-Wachauer. (Das Mittelalter: Perspektiven mediävistischer Forschung) Heidelberg [2022] (im Druck, 13 S.).
  • (16) Vom lateinischen Glossar zum althochdeutschen Zauberbuch? Der Trierer Codex Hs 40/1018 und seine Transformation im Gebrauchszusammenhang zwischen Religiosität, Medizin und Magie, in: Mittelalterliche Handschriften und ihre Biographien. Betrachtungen aus kunsthistorischer und germanistischer Perspektive. Hg. von Margit Dahm-Kruse und Julia von Ditfurth. Kiel [2022], S. 116-144 (im Druck).
  • (15) Zus. mit Daniela Wagner: Souveränes Schweigen, zorniger Schall. Zum klanglichen Potenzial der Rolandserzählung in Text und Bild, in: Akustische Dimensionen des Mittelalters. Methoden, Begriffe, Perspektiven. Hg. von Gesine Mierke und Martin Clauss. (Das Mittelalter: Perspektiven mediävistischer Forschung 27, H. 1), Heidelberg 2022, S. 12–50.
  • https://doi.org/10.17885/heiup.mial.2022.1.24540
  • (14) Von Penisraub und Fehlgeburt: Unfruchtbarkeit und Impotenz-Zauber im ‚Malleus maleficarum‘ des Heinrich Kramer (Institoris) und in Johannes Hartliebs ‚Secreta mulierum‘, in: Kinderlosigkeit im Mittelalter. Hg. von Regina Toepfer und Bettina Wahrig. (Das Mittelalter: Perspektiven mediävistischer Forschung 26, H. 2), Heidelberg 2021, S. 461–481. https://doi.org/10.17885/heiup.mial.2021.2.24452
  • (13) Beschwörung, Bann und Bienen-Segen, in: Mapentiure Hessen. Auf den Spuren mittelalterlicher Literatur. Hg. von Nathanael Busch, Anna Hofmann und Julia Josten. Darmstadt 2021, S. 160–163.
  • (12) Streiter, Denker, Diplomat: Gawan und die Dekonstruktion des âventiure-Ritters im 'Parzival' Wolframs von Eschenbach, in: Poesie des Widerstreits. Etablierung und Polemik in den Literaturen des Mittelalters. Hg. von Anna K. Bleuler und Manfred Kern. (Interdisziplinäre Beiträge zu Mittelalter und Früher Neuzeit 10) Heidelberg 2020, S. 319–341.
  • (11) Mich enwold es niht erlâzen des künec Etzelen wîp. Alternative Fakten zu Rüdigers Treuekonflikt in 'Nibelungenlied' und 'Klage', in: Die Nibelungenklage; Rüdeger von Bechelaren. 13. und 14. Pöchlarner Heldenliedgespräch. Hg. von Johannes Keller, Florian Kragl und Stephan Müller. (Philologica Germanica 39) Wien 2019, S. 347–364.
  • (10) Feenroman oder Kreuzzugspropaganda? Die 'Melusine' des Thüring von Ringoltingen im soziokulturellen und zeithistorischen Kontext, in: Der Kurzroman in den spätmittelalterlichen Sammelhandschriften Europas / Pan-European Romances in Medieval Compilation Manuscripts. Hg. von Miriam Edlich-Muth. (Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung 40) Wiesbaden 2018, S. 155–166.
  • (9) Poetologische Transformationen bei Heinrich Steinhöwel, in: Humanistische Antikenübersetzung und frühneuzeitliche Poetik in Deutschland (1450–1620). Hg. von Regina Toepfer, Johannes Klaus Kipf und Jörg Robert. (Frühe Neuzeit 211) Berlin/Boston 2017, S. 439–460. https://doi.org/10.1515/9783110527230-022
  • (8) Stimme und Sprechen bei Hartmann von Aue: Textinterne Performanz-Signale und deren Reflexe in der Gießener 'Iwein'-Handschrift, in: Stimme und Performanz in der mittelalterlichen Literatur. Hg. von Monika Unzeitig, Nine Miedema und Angela Schrott. (Historische Dialogforschung 3) Berlin 2017, S. 33–53. https://doi.org/10.1515/9783110496031-003
  • (7) Zwischen utopischer Idealität und politischer Pragmatik: Ritterlehre und Herrschertugenden in der Sangspruchdichtung des 13.–15. Jahrhunderts, in: Sangspruchdichtung zwischen Reinmar von Zweter, Oswald von Wolkenstein und Michel Beheim. Beiträge der internationalen Tagung vom 30. September bis 3. Oktober in Brixen. Hg. von Horst Brunner und Freimut Löser. (Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft 21) Wiesbaden 2017, S. 73–87.
  • (6) Veritas fabulosa et fictio historica bei Heinrich Steinhöwels 'Apollonius' und Johannes Hartliebs 'Alexander': Zur politisch-ideologischen Funktionalisierung zweier 'Romane' im Kontext der Kreuzzugsideologie des 15. Jahrhunderts, in: Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) III. Beiträge zur zweiten Arbeitstagung in Wissembourg/Weißenburg (März 2014). Hg. von Peter H. Andersen und Barbara Lafond-Kettlitz. (Jahrbuch für Internationale Germanistik, Reihe A, Kongressberichte 120) Bern u.a. 2015, S. 275–310. https://doi.org/10.3726/978-3-0351-0812-5
  • (5) Das dünne Eis der eigenen Meinung. Plagiatsfälle in studentischen Qualifikationsarbeiten: Erscheinungsformen, Aufdeckung und Konsequenzen für die Lehre, in: Das Plagiat. Hg. von Heinrich Kaulen und Mark-Georg Dehrmann. (Mitteilungen des deutschen Germanistenverbandes 2015, Heft 2) Göttingen 2015, S. 180–191. https://doi.org/10.14220/mdge.2015.62.2.180
  • (4) Nu lerne, waz sterben si! Zum höfischen Umgang mit drô und spot am Beispiel der kampfeinleitenden Reizreden bei Hartmann und Wolfram, in: Ironie, Polemik und Provokation im Artusroman. Hg. von Cora Dietl, Christoph Schanze und Friedrich Wolfzettel. (Schriften der Internationalen Artusgesellschaft: Sektion Deutschland, Österreich 10) Berlin/Boston 2014, S. 133–161. https://doi.org/10.1515/9783110343915.133
  • (3) Neue Befunde zu Heinrich Steinhöwel und zur Datierung seines 'Apollonius', in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur142, H. 2 (2013), S. 217–227.
  • (2) Frankfurts Aufstieg zur Druckmetropole des 16. Jahrhunderts. Christian Egenolff, Sigmund Feyerabend und die Frankfurter Buchmesse, in: Frankfurt im Schnittpunkt der Diskurse: Strategien und Institutionen literarischer Kommunikation im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Hg. von Robert Seidel und Regina Toepfer. (Zeitsprünge. Forschungen zur Frühen Neuzeit 14) Frankfurt/Main 2010, S. 177–194.
  • (1) Eine neue Handschrift der 'Melusine' Thürings von Ringoltingen, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 138, H. 1 (2009), S. 50–52.
  • ---
  • Online:
  • Artikel „Heldentod“, in: Compendium Heriocum: Online-Lexikon des Sonderforschungsbereichs 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ an der Universität Freiburg [2021] (in Vorbereitung).
  • (1-13) Beschreibung sämtlicher Überlieferungszeugen von Heinrich Steinhöwels 'Apollonius' im DFG-Projekt MFRH (Marburger Repertorium für Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus): MRFH 10490, 11150, 10480, 11010, 11110, 10750, 20180, 20190, 20200, 20210, 20220, 20230, 20240.
Rezensionen
  • (R8) Magie und Literatur. Erzählkulturelle Funktionalisierung magischer Praktiken in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hg. v. Andreas Hammer, Wilhelm Heizmann, Norbert Kössinger, Berlin 2022, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur [2023] (in Vorbereitung).
  • (R7) Der Begriff der Magie in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hg. von Jutta Eming u. Volkhard Wels. (Epistene in Bewegung 17) Wiesbaden 2020, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur [2022] (in Vorbereitung).
  • (R6) Bernhard Schnell, Arzneibücher – Kräuterbücher – Wörterbücher. Kleine Schriften zur Text- und Überlieferungsgeschichte mittelalterlicher Gebrauchsliteratur, hg. von Dorothea Klein (Publikationen aus dem Kolleg 'Mittelalter und Frühe Neuzeit' 7), Würzburg 2019, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 151 (2022), H. 2, S. 268-272.
  • (R5) Ludger Lieb: Hartmann von Aue. Erec – Iwein – Gregorius – Armer Heinrich (Klassiker-Lektüren 15). Berlin 2020, in: Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Hg. von Regina Toepfer im Auftrag des Präsidiums des Mediävistenverbandes 26, H. 2 (2021) (DOI: 10.17885/heiup.mial.2021.2.24465).
  • (R4) Essi M. Djinkpor: Diplomatische Kompetenzen und Geschlecht. Konfliktlösung und Friedensstiftung im höfischen Roman. Kassel 2018, in: Germanistik 61, H. 1–2 (2020), S. 214.
  • (R3) Verklungene Klänge innovativ erforscht. Martin Clauss, Gesine Mierke und Antonia Krüger machen mit „Lautsphären des Mittelalters“ historische Akustik wieder hörbar. Rezension zu: Lautsphären des Mittelalters. Akustische Perspektiven zwischen Lärm und Stille. Hg. von Martin Clauss, Gesine Mierke und Antonia Krüger. (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte 89) Köln 2019, in: literaturkritik.de (14.04.2020).
  • (R2) Katharina Hanuschkin: Intrigen – Die Macht der Möglichkeiten in der mittelhochdeutschen Epik. (Trierer Beiträge zu den historischen Kulturwissenschaften 16) Wiesbaden 2015, in: Germanistik 57, H. 3–4 (2016), S. 598f. https://doi.org/10.1515/germ-2017-3-428
  • (R1) Dorothee Ader: Prosaversionen höfischer Epen in Text und Bild. Zur Rezeption des 'Tristrant' im 15. und 16. Jahrhundert. (Beiträge zur älteren Literaturgeschichte) Heidelberg 2010, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 141, H. 4 (2012), S. 494–500.
Vorträge
  • (36) „Der Tod und die Ehre oder: Warum es manchmal besser ist, Besiegte doch nicht zu töten.“ Vortrag im Rahmen der Sektion „Tod und Ehre – Gnade und Frieden“ (Organisation: Tina Terrahe) beim 19. Symposium des Mediävistenverbandes in Würzburg 05.–08. März 2023 zum Thema „Normen und Ideale“. Organisation: Romanistisches Institut, Universität Würzburg.
  • (35) „Gebet, Segen oder psychopathologischer Heilzauber? Frühmittelalterliche Formeln zwischen Theologie und Literatur, Medizin und Magie". Vortrag in der Ringvorlesung des „Mittelaltergermanistik Nord-Verbunds“ am 13. Dezember 2022 an der Universität Greifswald. Organisation: Christian Schneider.
  • (34) „Mittelalterliche (Zauber-)Sprüche, Segen und Beschwörungen im kodikologischen und praxeologischen Kontext: Vorüberlegungen zu einem digitalen Repertorium.“ Vortrag im Rahmen der Tagung „Unheil bannen – Ordnung stiften. Frühmittelalterliche Segen, Beschwörungen und Zaubersprüche zwischen Religiosität, Magie und Medizin“. Wissenschaftliches Colloquium: 31. August – 2. September 2022 an der UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch. Organisation: Hermann Schefers und Tina Terrahe.
  • (33) "Töten, sterben und überleben im ‚Eneasroman‘ Heinrichs von Veldeke." Vortrag im Rahmen des Masterseminars "'Todt, euch sei verfluchet!' Tod und Sterben in der mittelalterlichen Literatur", Universität Luxemburg (LUX), 24. Mai 2022, 13.15–14.45 Uhr, Organisation: Amelie Bendheim.
  • (32) "‚Valentin und Namelos‘ II: Intersektionale Narrative in der mittelniederdeutschen Sammelhandschrift Stockholm, Königliche Bibliothek, Cod. Holm. VU 73." Vortrag im Rahmen des interdisziplinären Workshops ‚Übersetzung und Marginalisierung. Frühneuzeitliche Literatur aus intersektionaler Perspektive‘, Universität Würzburg, 21.–23. Februar 2022, Organisation: Jennifer Hagedorn und Regina Toepfer.
  • (31) "Von Hühnern, Würmern und lahmen Pferden: Kodikologische und praxeologische Befunde zu den ältesten deutschen ‚Zaubersprüchen‘." Vortrag im Rahmen des Mediävistischen Forschungscolloquiums / Colloque de recherche interuniversitaire romand en littérature allemande médiévale, Université de Fribourg (CH), 19. November 2021; Organisation: Cornelia Herberichs und René Wetzel.
  • (30) „,Valentin und Namelos‘ – narrative und überlieferungsgeschichtliche Spezifika eines mittelniederdeutschen Versromans im europäischen Literaturtransfer“. Vortrag im Rahmen der Tagung der Wolfram von Eschenbach-Gesellschaft „Literatur im mittelniederdeutschen Sprachraum (1200–1600)“, Universität Rostock, 15.–19. September 2021, Organisation: Franz Holznagel.
  • (29) „Althochdeutsche Zaubersprüche, Beschwörungen und Segen: Kodikologisches und poetisches Framing als Faktor kultureller Konvergenz.“ Vortrag im Rahmen der Tagung „Framing – Deframing – Reframing. Wege, Mechanismen und Strategien der kulturellen Aneignung in Mittelalter und Früher Neuzeit“, Krems a.d. Donau (A), 15.–17. September 2021, Organisation: Christina Antenhofer und Heike Schlie.
  • (28) „Einleitung und thematische Hinführung, oder: Todesnarrative in der Epik des Hochmittelalters.“ Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Tagung „Todesnarrative. Inszenierungsformen des Sterbens in Literatur, Kunst und Realität, 2.–4. September 2021, Universität Basel (CH), Organisation: Alexander Honold und Tina Terrahe.
  • (27) „Pferdesegen und Wurmexorzismen: Heil- und wundersame Kleinstepik mit großer Wirkung“, Vortrag im Rahmen des Workshops „Temporal Communities in der vormodernen Kleinepik“, 18.–19. März 2021, Humboldt-Universität zu Berlin, Organisation: Maren Jäger, Hans Jürgen Scheuer, Silvan Wagner.
  • (26) „Sebastian Brant (1457–1521): Einführung zu Leben und Werk“. Vortrag im Rahmen der digitalen Ringvorlesung „Sebastian Brant und der frühe Buchdruck in Basel: Zum 500. Todestag eines humanistischen Gelehrten“, 3. März 2021, Universität Basel (CH), Organisation: Tina Terrahe.
  • (25) „Projektvorstellung: Zaubern, Heilen, Dichten“, Vortrag im Rahmen der Online-Konferenz des Internationalen Netzwerks „Historische Wissens- und Gebrauchsliteratur“ (HWGL), 8.–11. Januar 2021, Organisation: Marco Heiles und Simone Schultz-Balluff.
  • (24) „Der Tabubruch als Sicherheitslücke. Domestizierung und mythischer Ursprung in der ‚Melusine‘ des Thüring von Ringoltingen.“ Vortrag im Rahmen der Tagung „Haus – Geschlecht – Sicherheit. Diskursive Formierungen in der Frühen Neuzeit“ des SFB 138 Dynamiken der Sicherheit, Universität Marburg, Herder-Institut, 7.–8. Dezember 2020, Organisation: Inken Schmidt-Voges und Sigrid Ruby.
  • (23) „Dämonische Wassergeister und zauberkundige Frauen in Mittelalter und Früher Neuzeit: Die Dame vom See im ‚Lancelot‘ und Melusine“ (digital), Gastvortrag im Rahmen der interdisziplinären Ringvorlesung „Hexen, Teufel und Dämone“ an der Philipps-Universität Marburg, 15. Juni 2020, Organisation: Hania Siebenpfeiffer. Jetzt online auf youtube.
  • (22) „Zwischen Verleumdung und Loyalitätskonflikt: Vorurteil und Befangenheit in den Gawan-Büchern des ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach.“ Vortrag im Rahmen des Colloquiums „Vorurteil und Befangenheit“, Universität Mainz, 13.–15. Februar 2020, Organisation: Uta Störmer-Caysa.
  • (21) „Tödlicher Klang und machtvolles Schweigen im ‚Rolandslied‘ des Pfaffen Konrad.“ Vortrag im Rahmen der Tagung „Klang der Macht – Macht des Klangs in Gesellschaften und Medien der Vormoderne“, Friedrich Schiller-Universität Jena, 22.–23. November 2019, Organisation: Sophie Marshall und Jan Stellmann.
  • (20) „Literatur und Medizin in Mittelalter und Früher Neuzeit“, Vortrag im Rahmen des XLVII. Internationalen Mediävistischen Colloquiums, Universität Olomouc (CZ), 24.–31. August 2019, Organisation: Kristýna Solomon.
  • (19) „Zaubern, Heilen, Dichten: Zum Verhältnis von Literatur und Medizin in Mittelalter und Früher Neuzeit“, öffentliches Habilitationskolloquium im Rahmen der Sitzung des Fachbereichsrats 09 Germanistik und Kunstwissenschaften der Philipps-Universität Marburg, 3. Juli 2019, Leitung: Malte Hagener.
  • (18) „Berufsrisiko Tod: Überleben im Aventiure-System der Artusromane Hartmanns von Aue“, Vortrag im Rahmen des XLVI. Internationalen Mediävistischen Colloquiums, Bad Bevensen, 10.–14. September 2018, Organisation: Regina Toepfer.
  • (17) „Heilige Helden: Töten, Sterben und Überleben im ‚Rolandslied‘ des Pfaffen Konrad.“ Gastvortrag im Rahmen der Vorlesung „Poesie am Ende. Todesdarstellung in der europäischen Literatur des Mittelalters“, Paris Lodron-Universität Salzburg (A), 25. April 2018, Organisation: Manfred Kern.
  • (16) „Berufsrisiko Tod: Narrative Konzepte des (Über- und) Ablebens in der höfischen Epik um 1200“, Gastvortrag im Rahmen des Oberseminars „Werkstattberichte aus laufenden Forschungsarbeiten in der Mediävistik“, Justus Liebig-Universität Gießen, 14. November 2017, Organisation: Cora Dietl, Christine Reinle und Stefan Tebruck.
  • (15) „Berufsrisiko Tod: Narrative Konzepte des (Über- und) Ablebens in der höfischen Epik um 1200“, Gastvortrag im Rahmen des Seminars „Sterben und Tod im Mittelalter. Die Kunst des Sterbens: Umgang mit dem Tod im Mittelalter“, Christian Albrechts-Universität Kiel, 2. November 2017 Organisation: Andreas Bihrer und Julia Weitbrecht.
  • (14) „Architektur als literarische Beglaubigungsstrategie: Die ‚Melusine‘ des Thüring von Ringoltingen im Kontext der Kreuzzugspropaganda des 15. Jahrhunderts“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Aktuelle Forschungen zu Burg und Adel im interdisziplinären Dialog“, Universität Tübingen, 26.–28. Oktober 2017, Organisation: Promotionsverbund Burg und Adel.
  • (13) „Berufsrisiko Tod: Narrative Konzepte des (Über- und) Ablebens in der höfischen Epik um 1200“, Vortrag im Rahmen des XLV. Internationalen Mediävistischen Colloquiums, Strobl/Wolfgangsee (A), 9.–16. September 2017, Organisation: Manfred Kern.
  • (12) „Mich enwold es niht erlâzen des künec Etzelen wîp. Alternative Fakten zu Rüdigers Treuekonflikt in ‚Nibelungenlied‘ und ‚Klage‘“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Rüdeger von Bechelaren. 14. Pöchlarner Heldenliedgespräch“, Symposium des Instituts für Germanistik der Universität Wien und der Nibelungenstadt Pöchlarn (A), 19.–22. April 2017, Ehrenvorsitz: Klaus Zatloukal, wissenschaftliche Leitung: Johannes Keller und Stephan Müller.
  • (11) „Textual transformations at the printing-revision by Heinrich Steinhöwels ‚Apollonius’”, Vortrag im Rahmen der Tagung „The Changing Face of Medieval Dutch Narrative Literature in the Early Period of Print”, Second Expert Meeting Universität Antwerpen (BE), 9.–10. Juni 2016, Organisation: Elisabeth de Bruijn, Rita Schlusemann, Bart Besamusca und Frank Willaert.
  • (10) „Streiter – Denker – Diplomat. Zur polemischen Dekonstruktion des âventiure-Ritters im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Poesie des Widerstreits. Etablierung und Polemik in den Literaturen des Mittelalters und der frühen Renaissance“, Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst, Paris Lodron-Universität Salzburg (A), 15.–17. Oktober 2015, Organisation: Anna Kathrin Bleuler, Manfred Kern und Peter Kuon.
  • (9) „Ritterlehre und Herrschertugenden in der Spruchdichtung des 13. bis 15. Jahrhunderts“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Sangspruchdichtung zwischen Reinmar von Zweter, Oswald von Wolkenstein und Michel Beheim“, internationale Tagung der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft, Brixen (I), 30. September – 3. Oktober 2015, Organisation: Horst Brunner und Freimut Löser.
  • (8) „Stimme und Sprechen bei Hartmann von Aue. Textinterne Performanz-Signale und deren Reflexe in der Gießener ‚Iwein‘-Handschrift“, Vortrag im Rahmen des XLIII. Internationalen Mediävistischen Colloquiums, Universität Wien/Gumpoldskirchen (A), 5.–12. September 2015, Organisation: Matthias Meyer.
  • (7) „Feenroman oder Kreuzzugspropaganda? Die ‚Melusine‘ des Thüring von Ringoltingen im soziokulturellen und zeithistorischen Kontext“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Der Kurzroman im mittelalterlichen Europa“, internationale Tagung des Instituts für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung der Universität Bremen, 31. Oktober – 1. November 2014, Organisation: Miriam Edlich-Muth.
  • (6) „Übersetzer, Dichter und interpres: Poetologische Transformationen bei Heinrich Steinhöwel“, Vortrag im Rahmen des 4. Arbeitstreffens des wissenschaftlichen DFG-Netzwerks „Humanistische Antikenübersetzung und frühneuzeitliche Poetik in Deutschland (1450–1620)“, Universität Basel (CH), 30.–31. Oktober 2014, Organisation: Regina Toepfer und Johannes Klaus Kipf.
  • (5) „veritas fabulosa et fictio historica bei ‚Alexander’ und ‚Apollonius’. Zur Rezeption zweier spätantiker ‚Romane‘ im Kontext des deutschen Frühhumanismus“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Die deutschsprachige Rezeptionsliteratur der Frühen Neuzeit", Wissembourg (FR), 13.–15. März 2014, Organisation: Barbara Lafond und Peter Andersen.
  • (4) „Nu lerne was sterben si! Drô und spot in den kampfeinleitenden Reizreden bei Hartmann und Wolfram“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Ironie, Polemik und Provokation“, Kolloquium der deutsch-österreichischen Sektion der Internationalen Artusgesellschaft, Justus Liebig Universität Gießen/Rauischolzhausen, 24.–27. Februar 2013, Organisation: Cora Dietl.
  • (3) „Zur Edition von Heinrich Steinhöwels ‚Apollonius‘“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Spätmittelalterliche Überlieferung in der Editionspraxis“, Ruhr-Universität Bochum, 6.–8. April 2011, Organisation: Ute von Bloh und Bernd Bastert.
  • (2) „Apollonius von Tyrus als europäische Integrationsfigur“, Vortrag im Rahmen des deutschen Germanistentags an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 19.–22. September 2010, Sektion 2: Europäisches Erbe, Organisation: Ina Karg, Holger Runow und Manfred Eikelmann.
  • (1) „Frankfurts Aufstieg zur Druckmetropole des 16. Jahrhunderts – Christian Egenolff, Sigmund Feyerabend und die Frankfurter Buchmesse“, Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Tagung „Literarisches Leben in Frankfurt im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit“, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 9.–10. Oktober 2008, Organisation: Robert Seidel und Regina Toepfer.
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