Doktorand*innen

Constantin Cebulla, M.A.

Pragmatische Aspekte in der maschinellen Sprachgenerierung (Arbeitstitel)

Der Fokus der maschinellen Sprachgenerierung findet sich meist auf einer technischen Ebene. Da der Untersuchungsgegenstand jedoch eine möglichst natürliche und intuitive Kommunikation mit einem Rezipienten/ einer Rezipientin anstrebt, liegt es nahe, sich dem Thema auch aus einer linguistischen Perspektive zu nähern. Die Arbeit befasst sich daher mit pragmatischen Aspekten der Sprache, die Relevanz für die Mensch-Maschine-Interaktion haben und so für eine maschinelle Sprachgenerierung berücksichtigt werden sollten - mit dem Ziel diese zu optimieren.

Florian Duda

Emotionen in Sprache und Bild – Die Darstellung von Nähe und Distanz in multimodalen Zeugnissen Holocaust-Überlebender


Im Rahmen des Promotionsvorhabens soll die Darstellung von Emotionen in Sprache und Bild anhand von Videointerviews und interaktiven digitalen Zeugnissen analysiert werden, in denen Holocaust-Überlebende nach 1945 von Verlustsituationen berichten. Obgleich die mit Verlust und Tod intuitiv verbundene Basisemotion Trauer im Alltag einen genauso großen Stellenwert besitzt wie ihr Pendant, die Emotion Freude, sind diejenigen (Alltags-)Diskursthemen, die sich mit diesen negativ konnotierten Referenzbereichen beschäftigen, in der kommunikativen Auseinandersetzung eher unterrepräsentiert oder gar tabuisiert. Eine Gruppe von Menschen, die bis heute in ihren Schilderungen auch von diesen Themenbereichen berichtet, sind die Zeit-zeug(inn)en des Holocausts, für die diese negativen Beschreibungen einen unerlässlichen Teil ihres Narrativs darstellen.
Nähe und Distanz als Kategorien sollen in der Analyse von Verlustberichten auf die unter-schiedliche Codierung von Emotionen verweisen, die einerseits direkt verbalisiert und/oder sichtbar in Mimik stattfinden kann oder andererseits distanziert durch eine (scheinbar) objektive, kalte Berichterstattung. Ferner soll die Studie zur Erforschung von multimodalen Kommunika-ten und zu einer möglichen Veränderung der Lesart von Zeitzeug(inn)enberichten im Bereich der Holocaust Studies beitragen, indem die rein sprachliche Betrachtungsebene der Zeugnisse durch den Miteinbezug von non- und paraverbalen Daten erweitert wird.

Betreuer·innen:
Prof. Dr. Anja Ballis, LMU München
Prof. Dr. Konstanze Marx, Universität Greifswald

LMU München
Grit Jarmer

Wie Grammatikunterricht gelingen kann -  eine Untersuchung und Weiterentwicklung grammatischer Lehr- und Lernkonzepte des Unterrichtshilfeportals MV

Das Unterrichtshilfeportal MV bietet einen breiten Aufgabenpool, der sich grammatischen Themen widmet. Neben einer kriteriengeleiteten Untersuchung, die Aspekte wie Zielsetzung, Angemessenheit, fachliche Korrektheit, Verhältnis von didaktischen und methodischen Überlegungen, konzeptionelle Ausrichtung, Realisierbarkeit, Verknüpfungsmöglichkeiten i. S. eines kumulativen Deutschunterrichts berücksichtigt, soll geklärt werden, ob und in welchen Zusammenhängen die Materialien von den Lehrer*innen genutzt werden. Um der Frage nachzugehen: Wie lassen sich diese Materialien „aufladen“, um ein nachhaltiges anwendungsbereites grammatisches Wissen anzubahnen? wird ein Korpus aus dem Unterrichtshilfeportal vor dem Hintergrund aktueller grammatischer Theorien analysiert. In diesem Zusammenhang soll die konzeptionelle Arbeit verbunden werden mit entsprechenden Unterrichtsversuchen, vorzugsweise in beiden Sekundarstufen, die ausgehend von den Möglichkeiten des Unterrichtshilfeportals einen „anderen“ Grammatikunterricht praktizieren.

Einerseits soll im Ergebnis der Pool mit entsprechenden Aufgabenprofilen zum Grammatikunterricht ergänzt und verändert werden und andererseits sollen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, den Grammatikunterricht grundsätzlich im Sinne der Qualitätsentwicklung von Deutschunterricht zu erneuern und zu verifizieren.

Susanne Kabatnik, M.A. (abgeschlossen)

Leistungen von Funktionsverbgefügen im Text – eine korpusbasierte quantitativ-qualitative Untersuchung am Beispiel des Deutschen und des Polnischen

Warum existieren Konstruktionen, wie Frage stellen oder Antwort geben, wenn es verbale Entsprechungen, wie fragen oder antworten, gibt? Empirische Untersuchungen zeigen, dass derartige Nomen-Verb-Verbindungen im Vergleich mit den Verben spezifische syntaktische Leistungen aufweisen, wie z.B. die Möglichkeit zur Attribuierung und Referenzialisierung sowie Änderungen der Valenz und der kommunikativen Struktur. Auf der Textebene zeichnet sich dadurch ein Zusammenspiel der Konstruktion mit anderen sprachlichen Einheiten, wie Adjektiven und/oder Nebensätzen, ab und Informationen können so nicht nur unterschiedlich perspektiviert und gewichtet, sondern auch anders im Textverlauf eingebettet werden als mit dem Basisverb. Funktionsverbgefüge werden in diesem Dissertationsprojekt als kohärenzstiftende Mittel im Kontrast zu ihren polnischen Äquivalenten auf textuelle Funktionen hin untersucht. Die Datengrundlage bildet das deutsche und das polnische Wikipedia-Artikel-Korpus (2015) des Instituts für Deutsche Sprache.

Betreuer·innen:

Prof. Konstanze Marx, Universität Greifswald
Prof. Angelika Wöllstein, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
Prof. Janusz Taborek, Universität Posen

Foto: Norbert Nerdson
Isabell Neise, M.A.

Involvementpraktiken in Livestreams von Let´s Plays – am Beispiel der Plattform Twitch (Arbeitstitel)

Im Fokus dieser Arbeit stehen Livestreams von Let´s Plays, die über das Livestreaming-Videoportal Twitch ausgestrahlt werden. Über einen auf der Webseite integrierten Chat können angemeldete UserInnen simultan zum Livestream miteinander chatten. Der Chat wird während der Produktion ebenfalls von den StreamerInnen im Studio verfolgt und zur Interaktion mit den ZuschauerInnen eingesetzt, indem sie Chatbeiträge aufgreifen, kommentieren und Feedback elizitieren. Für die Aufrechterhaltung der so entstehenden cross-modalen Interaktionssituation im Livestream ist es relevant, dass sich die TeilnehmerInnen ihre gegenseitige Wahrnehmung und Verfügbarkeit für die gemeinsame Interaktionssituation anzeigen. Derartige Praktiken werden im Rahmen dieser Arbeit als Involvement-Praktiken verstanden. Das Ziel der Dissertation besteht darin, Involvement-Praktiken der StreamerInnen und ZuschauerInnen auf Basis eines multimodal-interaktionsanalytischen Ansatzes, der um eine ethnographische Perspektive erweitert wird und die Produktionssituation miteinbezieht, zu identifizieren und in ihrem sequenziellen und dialogischen Kontext zu beschreiben. Die Analyse basiert auf Videoaufzeichnungen der Regieraum- und Studiointeraktionen sowie Mitschnitten der Live-Let´s Plays, die durch die jeweiligen Chatprotokolle vervollständigt werden.

Betreuer·innen:

Prof. Konstanze Marx, Universität Greifswald
Prof. Dr. Axel Schmidt, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim

Foto: Atelier Raffler, Mannheim Lindenhof
Tony Schmidt

Digitaler Deutschunterricht. Ein Konzept zur Implementierung von Let’s Plays

Let’s Plays erfreuen sich als Videos und Livestreams sowohl auf Internetplattformen wie Youtube als auch auf auf Twitch einer sukzessiv wachsenden Popularität, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen. Während jedoch die kausalen Zusammenhänge zwischen dem Zusammenspiel aus ludisch-handelndem Charakter der Let’s Player sowie rezipierender (und partiell interagierender) Rolle der Zuschauer*innen bereits seit einiger Zeit Gegenstand der Forschung sind, stellt die konkrete Untersuchung impliziter, didaktischer Implementierungsmöglichkeiten für den digitalen Deutschunterricht ein Desiderat in diesem Gebiet dar, obwohl die Rezeption von Computerspielen die Lebenswelt der oben angesprochenen Zielgruppe in beachtenswerter Weise berührt und teilweise beeinflusst.

Die Dissertation hat daher zum Ziel, mittels variierender Unterrichtssequenzen auf empirischer Basis mögliche Optionen für den Einsatz von Let’s Plays in der Schule zu eruieren, um das Konzept des digitalen Deutschunterrichts sinnvoll zu erweitern und zu optimieren.