Dissertationsprojekte

Informationen zu den aktuellen Dissertationensprojekten im Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie finden Sie auf den Seiten zu "Forschung & Kooperation" in der Rubrik "Dissertationen".

DoktorandInnen des Arbeitsbereichs:

Elias Kreuzmair

Elias Kreuzmair

Arbeitsbereich: Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie
 
Betreuer: Prof. Dr. Eckhard Schumacher
 
Arbeitstitel
Pop und Tod. Poetologische Studien zu Texten von Rainald Goetz, Thomas Meinecke und Christian Kracht.
 
Abstract
Pop und Tod – die Kombination dieser Wörter ist zunächst nicht naheliegend. Mit dem Begriff ,Pop‘ verbindet man doch eher die farbenprächtigen, schrillen Werke der Pop Art oder die tendenziell positive Lebenseinstellung, die in vielen Ausprägungen der Pop-Musik transportiert wird. Auf thematischer wie motivischer Ebene ist der Tod auch in der Pop- Literatur nicht dominant. Pop als Schreibweise und die Figur des Todes verhalten sich jedoch auf poetologischer Ebene zueinander. Die Metapher des Todes dient der Reflexion von Grenzerfahrungen des Schreibens 1. in Bezug auf Inszenierungen von Autorschaft und 2. in Bezug auf die Gegenwartsfixierung popliterarischer Texte. Das Ziel dieses Dissertationsprojekts ist es herauszuarbeiten, wie sich diese Konstellation von Pop und Tod auf je unterschiedliche Weise in Texten von Thomas Meinecke, Rainald Goetz und Christian Kracht beschreiben lässt.
 
Stipendium/Förderung: Bogislawstipendium 04/2015-04/2016 (nicht angetreten)

Katharina Krüger

Katharina Krüger

Arbeitsbereich: Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie
 
Betreuer: Prof. Dr. Eckhard Schumacher
 
Arbeitstitel
Die Entstehungsgeschichte von Wolfgang Koeppens Jugend

Tobias Friedrich Reußwig

Tobias Friedrich Reußwig

Arbeitsbereich: Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie
 
Betreuer: Prof. Dr. Eckhard Schumacher
 
Arbeitstitel
„zwischen all diesen perfekten, soliden Dingen“. Betrachtung des Mediums Comic unter der Maßgabe der Lesbarkeit anhand eines umfassenden Korpus
 
Abstract
Betrachtet man lediglich moderne Comics, also nicht die bis in die Antike zurückreichenden Vorläufer, die das narrative Potential und die lange Tradition der Verwendung von Bildsequenzen zur Informationsvermittlung beweisen, sondern „nur“ diejenigen Phänomene, die als Comic im engeren Sinne bezeichnet werden können, verbleiben mehr als 170 Jahre eines produktiven Massenmediums, beginnend mit Rodolphe Töpffers Bildergeschichten um 1830. Gerade der Aspekt des beliebten Massenmediums, das im Fall von großen, amerikanischen Comicverlagen zur Bildung von mehreren fiktiven Multiversen geführt hat, macht eine nicht durch partikulare Interessen gelenkte Beschäftigung mit dem Medium schwierig. Gleichzeitig wird eine solche angestrebt; hierbei soll, ähnlich wie es in der Beschäftigung mit Literatur im engeren Sinne üblich ist, nicht die Gesamtheit der Produktion, sondern lediglich jener Teil untersucht werden, dem ein literarisch-künstlerischer Wert zugeschrieben werden kann. Marketingbegriffe wie graphic novel sollen explizit keine Rolle spielen; stattdessen soll durch ein heuristisches Verfahren ein umfangreiches, repräsentatives Korpus ausgewählt werden (wozu ausgedehnte Recherche in  Comicbibliotheken vonnöten sein wird), das den verschiedenen Publikationsformen, Comictraditionen, Genres und Entwicklungen durch die Zeit Rechnung trägt, anhand dessen schließlich ein in Vorarbeit an kleinerem Korpus entwickeltes Comicmodell überprüft und erweitert werden soll, um zuletzt in einer Definition dessen zu münden, was Comic ist.

Aleksandra Wojnarowska

Aleksandra Wojnarowska

Arbeitsbereich: Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie
 
Betreuerinnen: Prof. Dr. Eva Blome (Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG), Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie), Prof. Dr. Ulrike Jekutsch (Institut für Slawistik, Lehrstuhl für Slawische Literaturwissenschaft)
 
Arbeitstitel
Die Darstellung des Nichtdargestellten – Literatur und Naturforschung in Deutschland und in Polen um 1800 (Arbeitstitel)
 
Abstract
Kurz nach der Erfindung des Heißluft- und des Wasserstoffballons im Jahre 1783 herrschte in ganz Europa eine allgemeine Begeisterung über die Möglichkeiten der gerade entdeckten ‚Maschinen leichter als Luft‘. Die so genannte Ballonmanie fand ihren Ausdruck in Form von Modemotiven auf Porzellanstücken und Möbeln, als satirische Zeichnungen in zeitgenössischen Zeitschriften und inspirierte nicht zuletzt die Schriftsteller der damaligen Zeit.
Die Begeisterung über die neuentdeckten Möglichkeiten des Fliegens bewirkte in der Literatur jedoch kein bloßes „Aufwärmen“ der antiken griechischen Mythen (zum Beispiel der Erzählungen von Daidalos und Ikaros sowie von Pegasus). Denn erstmalig in der Menschheitsgeschichte, konnten Fluggeräte nicht länger als rein fantastische, mythische Vorstellungen und hypothetische Konstruktionen dargestellt werden. Vielmehr mussten sie als technische Realität der zeitgenössischen Wirklichkeit wahrgenommen und behandelt werden. Die Schriftsteller der europäischen Länder mussten deshalb neue Wege gehen, um das Neue, Reale und früher „Nicht-Dargestellte“ zu beschreiben und dem neuen technischen Wissen eine literarische Form zu geben. Hierbei ist davon auszugehen, dass diese Formgebung in den einzelnen Ländern durch die sprachlichen, politischen und sozialen Charakteristika des jeweiligen Kulturraums geprägt war.
In meinem Dissertationsprojekt mache ich es mir zur Aufgabe, zu untersuchen, wie durch die Arbeit der Schriftsteller um 1800 ein spezifischer Transfer zwischen dem neuartigen technischen Wissensbereich der Aerostatik und der Literatur errichtet wurde. Die Untersuchung ist hierbei komparatistisch ausgerichtet, insofern in ihr diesbezügliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschsprachigen und polnischsprachigen Kulturraum herausgearbeitet werden sollen. Dies geschieht in Form einer diskurstheoretischen Analyse von literarischen Texten, in denen aerostatische Spezialdiskurse zur Ballonfahrt auftauchen.
 
Förderung/Stipendium: Bogislaw-Stipendium der Universität Greifswald