Unterrichtsidee zu „Blåch un witt“

(Grundschule)

 

Die Materialien verstehen sich als Anregung. Die Lehrkraft  entscheidet selbst, ob sie eine oder mehrere Stunden für das Gedicht verwendet, ob sie die gesprochene oder gesungene Audiodatei wählt und welches angebotene Material sie nutzen möchte.

Mögliche Unterrichtsziele:

  1. Die SuS erschließen das Gedicht auditiv und erweitern ihre produktiven sprachlichen Fähigkeiten, indem sie fehlende Textstellen ergänzen und zu vorgegebenen Wörtern passende Reimwörter notieren.
  2. Die SuS erweitern und strukturieren ihren themenspezifischen Wortschatz, indem sie zu den vorgegebenen Buchstaben passende Wörter aus dem Themenfeld generieren und diese in Form eines Akrostichons anordnen.
  3. Die SuS setzen sich kreativ sowie sachorientiert mit den im Gedicht angelegten Themenfeldern auseinander, indem sie eine thematische Collage gestalten und die Flagge Vorpommerns recherchieren sowie visualisieren.

 

Gedicht, eingesprochen von Reinhard Dettmann

Song, gesungen von Seeside


Sachanalyse

Über das Gedicht

Das Gedicht ist in vorpommerschem Niederdeutsch verfasst und erschien erstmals 1907 in dem Gedichtband Schelmenstücke. Es stammt somit aus der ersten Hochphase (Berlin) des literarischen Schaffens Martha Müller-Grählerts. Eine weitere Publikation erfolgte 1924 in der Zeitung Barther Tageblatt.

Der Titel benennt mit blau und weiß die Farben der pommerschen Flagge, die im Gedicht als Farben der See und des Strandes benannt werden (V. 9 & 10). Die Natur des Strandes steht im thematischen Mittelpunkt des Gedichtes. Die Subjektpositionen sind mit Strand (V. 1), Sand (V. 3), Melodie (V. 6) und See (V. 7) und damit mit prinzipiell unbelebtem Agens besetzt. Die Natur wird hiermit personifiziert und zum Handlungsträger des Gedichtes. Struktur: Das 12-zeilige Gedicht ist optisch nicht strophisch gegliedert. Gleichwohl lassen sich aufgrund formaler Merkmale zwei Teile bestimmen. Ein erster Teil (V. 1–8) mit vier- bzw. dreihebigem Jambus und paarigem Kreuzreim steht einem zweiten Teil (V. 9–12) mit geänderter und variierender Versstruktur aus jambischen und trochäischen Versen sowie mit Anführungszeichen markiert gegenüber. Damit wird der zweite Teil, der Inhalt des Liedes, das die See singt, formal ab- und hervorgehoben. Anders als der Titel vermuten ließe, fokussiert das Gedicht inhaltlich den auditiven Kanal, sowohl inhaltlich als auch durch spezifische Stilmittel: Die Geräusche werden durch onomatopoetische Verben (risselt, V. 3; gnurrscht, V. 4; runscht, V. 8) wahrnehmbar und die so entstehende Melodie (V. 6) legitimiert. Die See singt. Die säute Melodie steht im Gedicht zentral in V. 6. Zahlreiche Gleichklänge, wie Alliterationen ([s] in V. 1 und 8) und Assonanzen ([s] in V. 3 und [u] in V. 4) sowie parallele anaphorische Versanfänge (un in V. 4, 7, 10), erzeugen ein Gefühl von gleichförmigem Rhythmus und sanftem Rauschen.


Umsetzung im Unterricht

VOR

Die SuS betrachten die Illustration und ordnen ihr niederdeutsche Wörter zu (AB1).

AB1 Wortschatz

WÄHREND

Die SuS hören, lesen mit, füllen Lücken und finden eigene Reimwörter (AB2).

AB2 Lückentext Riemels

NACH

Die SuS entdecken mehr niederdeutschen Wortschatz, indem sie im Ostsee-ABC auf kreative Art Wörter mit entsprechendem Anfangsbuchstaben finden und diese im Akrostichon anwenden (AB3). Das Erstellen einer Collage ermöglicht einen künstlerischen Zugang zu Thema und Text (AB4). Die Suche nach lautmalerischen Wörtern und einer passenden Melodie bietet das AB5 an.

AB3 Ostsee ABC

AB4 Collage Flagge

AB5 Lautmalerei


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