Unterrichtsidee zu „Ostermorgen“

(Sekundarstufe)

 

Für dieses Gedicht liegen Umsetzungsideen sowohl für den Niederdeutsch- als auch für den Religionsunterricht vor.

Die Materialien verstehen sich als Anregung. Die Lehrkraft entscheidet selbst, ob sie eine oder mehrere Stunden für das Gedicht verwendet, ob sie die gesprochene oder gesungene Audiodatei wählt und welches Arbeitsmaterial sie nutzen möchte.

Gedichttext

Gedichttext mit Interlinearübersetzung

Umsetzungsideen

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Eine Möwe fliegt mit ausgebreiteten Flügeln über einem ruhigen Meer, während die Sonne am Horizont aufgeht. Das Wasser ist als runde Fläche dargestellt und spiegelt die Möwe unter sich. Sanfte Wellen ziehen sich über die Oberfläche und helle Wolken schweben darüber. Der Himmel zeigt eine Sonnenaufgang. Die Szene wirkt ruhig und weit und vermittelt ein Gefühl von Stille und Offenheit.
Illustration: Stephanie Wunder

Mögliche Unterrichtsziele:

 

Niederdeutschunterricht:

  1. Die SuS erweitern ihren Wortschatz, indem sie Lexik zur Bildbeschreibung zusammentragen.

  2. Die SuS trainieren ihre Sprachkompetenz, indem sie das Gedicht inhaltlich erschließen und anaysieren.

  3. Die SuS trainieren ihre Medien- und Sprachkompetenz, indem sie das Gedicht als Stop-Motion-Film mit Audio umsetzen.

Hinweis: Im Niederdeutschunterricht wäre auch ein regionalkultureller Schwerpunkt zum Thema Ostern (Feste im Jahreskreis/Bräuche) möglich.

 

Religionsunterricht:

  1. Die SuS trainieren die Analysekompetenz religiöser Bildsprache, indem sie das Gedicht im Hinblick auf christliche Motivik untersuchen.

Gedicht, eingesprochen von Friederike Ast

Gedicht, eingesprochen von Petra Schwaan-Nandke

Song, gesungen von Seeside


Sachanalyse

Über das Gedicht

Das Gedicht ist in vorpommerschem Niederdeutsch verfasst und es erschien erstmals 1899 in der Wochenschrift De truge Husfründ. Es stammt somit aus der Integrationsphase (Berlin) des literarischen Schaffens Martha Müller-Grählerts. Weitere Publikationen erfolgen 1907 in der Beilage Heimatleiw un Muddersprak der Greifswalder Zeitung; 1907 in dem Gedichtband Schelmenstücke; 1924 in der Zeitschrift Barther Tageblatt und 1938 in der Wochenschrift De truge Husfründ.

Wie es der Titel des Gedichtes Ostermorgen explizit benennt, widmet sich das Gedicht thematisch dem religiösen Fest Ostern und zugleich dem Naturprozess des Sonnenaufgangs mit all seinen stetig anwachsen-den Begleiterscheinungen. Mit jeder Strophe werden die Geräusche lauter, die Bewegungen von Wellen und Tieren größer und das Licht stärker, bis in der letzten Strophe auch die Menschen erscheinen, indem sie sich „Fröhlich Ostern!“ zurufen. Struktur: Das Gedicht besteht sehr symmetrisch aus vier Strophen mit jeweils acht Versen. Der Kreuzreim verbindet sich mit einem vierhebigen Jambus überwiegend männlicher Kadenzen. Als Stilmittel finden sich zahlreiche Personifizierungen der Natur (V. 2 & 3; 21 & 24) sowie Vergleiche (V. 9 & 11). Die Sonne wird in jeder Strophe explizit bzw. (zu Beginn) implizit erwähnt. Zahlreiche, mit der koordinierenden Konjunktion „un“ verbundene, Wiederholungen überwiegend bedeutungsähnlicher Wörter (Tautologien) verstärken den Eindruck der geschilderten Naturphänomene (V. 4, 13, 14, 23). Insbesondere die letzte Strophe besticht durch Wiederholungen auf verschiedenen Ebenen, z.B. am Versanfang sowie in der Versmitte (V. 27) und anaphorisch in Vers 28 und 29.


Umsetzung im Unterricht

Niederdeutschunterricht

VOR

Die SuS betrachten die Illustration und hören den Song (TB, Audio). Im Anschluss tragen sie mit Hilfe des Gehörten und auf Grundlage von Vorwissen Lexik zusammen, um die Illustration zu beschreiben (TB, AB1).

Die SuS stellen Vermutungen an, welcher Gedichttitel zum Bild passen könnte und begründen.

TB1 Illustration

AB1 Illustration

WÄHREND

Die SuS hören und lesen das Gedicht (Song oder Sprachaufnahme). Sie markieren unbekannte Wörter (AB2, Einzelarbeit). Die Bedeutung der unbekannten Wörter wird geklärt (Plenum). 

Die SuS fassen den Inhalt des Gedichtes strophenweise zusammen und ordnen die Strophen jeweils einer Wortgruppe zu (AB2, Einzelarbeit).

Die SuS beschäftigen sich vertiefend mit dem Gedicht, indem sie es im Hinblick auf Aufbau, Stilmittel und religiöse Motivik analysieren (AB3).

AB2 Gedichttext mit Aufgabe

AB3 Gedichtanalyse

Die SuS vergleichen das Gedicht mit anderen Ostergedichten, die ihnen im Idealfall bereits aus dem Deutschunterricht bekannt sind und ihnen als Text erneut zur Verfügung gestellt werden, z.B. Osterspaziergang (Goethe), Ostern (Theodor Storm, ggf. nur Strophe 1–5), Ostern von Ferdinand von Saar.

Orientierende Fragen: Welche Orte werden jeweils beschrieben? Welche Motive tauchen in allen Gedichten auf?

NACH

Das Gedicht eignet sich durch seinen inhaltlichen Aufbau für eine Umsetzung als Film. Dazu konzipieren die SuS ein Drehbuch und erstellen eine Bildfolge, die sie im Anschluss z.B. als Stop-Motion-Film umsetzen. Auf grundlegendem Niveau können die SuS die vorhandenen Audiodateien (Lied oder gesprochene Variante) als Untermalung nutzen. Auf erhöhtem Niveau sprechen sie das Gedicht selbst ein.


Fächerübergreifend: Religionsunterricht

Orientierende Fragen: Welche Stimmung erzeugt das Lied? Mit welchen musikalischen Mitteln wird diese erreicht? Zu welchem religiösen Fest passt das Lied?

Die SuS lesen den Text in der Variante mit Interlinearübersetzung. Zur Sicherung des Textverstehens notieren sie zu jeder Strophe eine passende Wortgruppe. 

Die SuS erarbeiten die im Gedicht verwendeten religiösen Metaphern und Symbole.

Gedichttext mit Interlinearübersetzung und Aufgabe

Das Gedicht eignet sich durch seinen inhaltlichen Aufbau für eine Umsetzung als Film. Dazu konzipieren die SuS ein Drehbuch und erstellen eine Bildfolge, die sie im Anschluss z.B. als Stop-Motion-Film mit einer der vorhandenen Audiodateien (Lied oder gesprochene Variante) umsetzen.


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