Unterrichtsidee zu „Sünnenkringel“
(Grundschule)
Die Materialien verstehen sich als Anregung. Die Lehrkraft entscheidet selbst, ob sie eine oder mehrere Stunden für das Gedicht verwendet, ob sie die gesprochene oder gesungene Audiodatei wählt und welches angebotene Material sie nutzen möchte.
Mögliche Unterrichtsziele:
- Die SuS aktivieren und strukturieren ihr thematisches Vorwissen, indem sie Assoziationen zum Begriff „Sünn“ in einer Mindmap festhalten und Darstellungen zum Begriff „Kringel“ zuordnen.
- Die SuS analysieren ausgewählte sprachliche Gestaltungsmittel des Gedichtes, indem sie onomatopoetische Elemente und Alliterationen erkennen, diese im Text verorten und produktiv eigene Beispiele entwickeln.
- Die SuS erweitern kreativ ihre mündlichen Ausdrucksfähigkeiten sowie ihr Textverständnis, indem sie den Dialog in Partnerarbeit gestaltend lesen und szenisch umsetzen.

Gedicht, eingesprochen von Friederike Ast
Gedicht, eingesprochen von Reinhard Dettmann
Song, gesungen von Seeside und Flora Turban
Sachanalyse
Über das Gedicht
Das Gedicht ist in vorpommerschem Niederdeutsch verfasst und es erschien erstmals 1925 im Gedichtband Sünnenkringel Bd. 1 (Auflage 1) als Widmungsgedicht Es stammt somit aus der zweiten Hochphase (Königsberg, Zingst) des literarischen Schaffens Martha Müller-Grählerts. Eine weitere Publikation erfolgte 1927 im Gedichtband Sünnenkringel Bd. 1 (Auflage 2).
Das Thema ist ein spielerischer Moment mit Sonnenlicht im Zimmer. Die Naturerscheinung wird personifiziert und damit als lebendig und dynamisch gezeichnet. Der Titel Sünnenkringel benennt ein flirrendes Lichtspiel, das durch Sonnenschein hervorgerufen wird. Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit jeweils sechs Versen und weist damit eine regelmäßige Struktur auf. Das Reimschema verbindet unterschiedliche Formen. Die jeweils ersten zwei Zeilen sind paarig gereimt (aa). In den folgenden vier Zeilen liegt ein schweifender Reim vor, bei dem jeweils V. 3 und V. 6 die sich paarig reimenden Verse 4 und 5 umarmen (z.B. paarig V. 1 Schien & V. 2 Gardin; V. 3 rinnerkåmen & V. 6 Nåmen; V. 4 Ümmertau & V. 5 Rauh. Es liegt ein unregelmäßiges Versmaß vor mit meist jambischen Hebungen und weiblichen und männlichen Kadenzen gemischt. Verbunden mit zahlreichen Alliterationen (z.B. V. 12 Glanz un Glimmer; V. 14 blinkt dat blankt, V. 21 Un flackt un flirrt un flimmert) wird eine flackernd-flirrende Wirkung erzielt. Diese Lebendigkeit wird auch durch Onomatopoetika (V. 7 Wupp; V. 13 Husch; V. 27 Schwaps!) und wörtliche Rede (V. 3 & 4; V. 25) unterstützt.
Umsetzung im Unterricht
VOR
Die SuS erstellen eine Mindmap zum Thema „Sünn“ und setzen sich mit der Frage auseinander, was ein Kringel alles sein könnte (AB1). Des Weiteren beschreiben sie mit der Unterstützung vorgegebenen Wortschatzes die Illustration (AB2).
WÄHREND
Die SuS hören, lesen mit, kreuzen richtige Antworten an und verbinden jede Strophe mit einer passenden Illustration (AB3).
NACH
Die SuS entdecken mehr niederdeutschen Wortschatz, indem sie im Gedicht auf die Suche gehen (AB4) und erfahren etwas über Lautmalerei und Alliteration (AB5).
Zusatzmaterial:
Dateidownload
Materialien
Arbeitsblätter
Weiterführende Materialien/Links
- Gedichtversion mit Mouseover-Übersetzung auf niederdeutsche-literatur.de