Sprachbewusstheit: Gebärdensprache
Dank der Unterstützung von Mitarbeiter*innen des Überregionalen Förderzentrums „Hören und Kommunikation“ in Güstrow liegen die Gedichte Blåch un witt und Holt Stopp! in gebärdeter Form vor (vgl. auch Abschn. 2.5 der Handreichung). Im Folgenden werden Ideen skizziert, wie man die Videos in der Grundschule bzw. in der Sekundarstufe einsetzen kann.
Anknüpfungspunkte bestehen zum Rahmenplan Grundschule Fremdsprachen (2007), zum Rahmenplan Sprachbildung für den Primarbereich (2024) sowie zum Rahmenplan Sprachbildung für die schulartunabhängige Orientierungsstufe, Sekundarbereich I und II, berufliche Bildung (2025).
Wir bedanken uns herzlich bei Regina Hille, Franka Krone und Antje Erle.
Mögliche Unterrichtsziele:
Die SuS erwerben Kenntnisse zur Deutschen Gebärdensprache, indem sie einen kurzen Infofilm schauen und im Plenum dazu ins Gespräch kommen.
Die SuS ordnen ihre Kenntnisse ein, indem sie auf dem Arbeitsblatt richtige Antworten ankreuzen.
Die SuS erschließen sich die Deutsche Gebärdensprache tiefgehender, indem sie das vergebärdete Gedicht ansehen und versuchen, Gebärden den richtigen Wörtern zuzuordnen.
Die SuS erwerben Kenntnisse zur Deutschen Gebärdensprache und Braille-Schrift, indem sie Infofilme schauen und weitere Recherchen dazu anstellen.
Die SuS ordnen ihre Kenntnisse ein, indem sie einen Lückentext ausfüllen und über diesen und etwaige eigene Erfahrungen reflektieren.
Die SuS stellen Bezüge zwischen gebärdeten und niederdeutschen Texten her, indem sie sie analysieren und einander zuordnen.
Die SuS setzen sich zusammenfassend mit dem Thema Minderheitensprachen auseinander, indem sie einen Sachtext lesen und dazu Stellung nehmen.
Umsetzung im Unterricht
Grundschule
VOR
Die SuS informieren sich, indem sie einen Kurzfilm zur Deutschen Gebärdensprache schauen und halten ihre Erkenntnisse auf dem Arbeitsblatt fest, indem sie richtige Antworten ankreuzen.
WÄHREND
Die SuS sehen sich das Gedicht Blåch un witt in gebärdeter Form an und ordnen den Gebärden Wörter zu. Sie sind angehalten, weitere Gebärden verstehend zu entdecken.
NACH
Die SuS reflektieren im Unterrichtsgespräch über den Stundeninhalt und etwaige eigene Erfahrungen.
Sekundarstufe
VOR
Die SuS werden an das Stundenthema herangeführt, indem sie sich in Gruppen einen hochdeutschen Kurzfilm zur Deutschen Gebärdensprache (Dauer ca. 4:45) bzw. einen Kurzfilm zur Braille-Schrift (Dauer ca. 5:44) anschauen und das jeweilige Arbeitsblatt auf Niederdeutsch bearbeiten (AB1, Gruppenarbeit).
Aufgaben DGS-Gruppe:
1. Füllt de Lücken in denn Text œwer de Düütsche Gebärdenspråk. 2. Recherchiert ok noch, wo väle Gebärdenspråken dat up de Welt gifft. 3. Vertellt up Plattdüütsch: Is juuch in'n Olldach all mål Gebärdenspråk begägent? Wenn ja, wo?
Aufgaben Braille-Gruppe:
1. Füllt de Lücken in denn Text œwer Braille-Schrift. 2. Recherchiert ok noch, wecker de Blinnenschrift-Schriefmaschin erfunnen hett. 3. Vertellt up Plattdüütsch: Is juuch in'n Olldach all mål Braille-Schrift begägent? Wenn ja, wo?
Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse, indem sie ihre plattdeutschen Texte vortragen (Plenum).
WÄHREND
Auf Grundlage des erworbenen Wissens ordnen die SuS ein gebärdetes Video und einen Satz in Braille-Schrift zu plattdeutschen Gedichtauszügen zu. Dazu kommen je ein Mitglied aus der DGS- und der Braille-Gruppe zur Partnerarbeit zusammen. Die SuS lesen zuerst Ausschnitte aus Gedichten von Martha Müller-Grählert und markieren Wörter, die auf besondere Themen, Motive, Bewegungen und Bilder hinweisen (AB2). Die Auswertung erfolgt im Unterrichtsgespräch.
Im Anschluss sehen sie die gebärdete Version von Blåch un witt und beschreiben auffällige Gebärden und Bewegungen (Plenum). In einem weiteren Schritt wählen sie in Partnerarbeit den richtigen Text zu dem Video aus (AB2, S. 1) und entschlüsseln das Beispiel in Braille-Schrift (AB2, S. 2). Als Hilfe kann das Video zur Braille-Schrift herangezogen werden.
NACH
Die SuS lesen einen niederdeutschen Sachtext zum Thema Minderheitensprachen und tragen in einer Tabelle Informationen zu Niederdeutsch und zur DGS zusammen (AB3). Anschließend recherchieren sie weitere Hintergründe und erörtern die Frage, ob die DGS als Minderheitensprache anerkannt und stärker gefördert werden sollte, indem sie in die „Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“ aufgenommen wird.
[Sachtext und AB3 folgen]