Unterrichtsidee zu „Spätsommer“

(Grundschule)

 

Die Materialien verstehen sich als Anregung. Die Lehrkraft entscheidet selbst, ob sie eine oder mehrere Stunden für das Gedicht verwendet, ob sie die gesprochene oder gesungene Audiodatei wählt und welches angebotene Material sie nutzen möchte.

Mögliche Unterrichtsziele:

  1. Die SuS entwickeln einen rezeptiv-ästhetischen Zugang zum Gedicht, indem sie der Fantasiereise aufmerksam folgen und innere Vorstellungen zu den sprachlich vermittelten Inhalten und Stimmungen aufbauen.
  2. Die SuS erschließen sich das Themenfeld „Spätsommer“ multisensorisch und handlungsorientiert, indem sie in Gruppen eigenständig Aktivitäten auswählen, durchführen und dabei unterschiedliche Wahrnehmungskanäle nutzen.
  3. Die SuS entwickeln produktiv-kreative Schreibkompetenzen, indem sie unter Berücksichtigung der formalen Vorgaben eines Elfchens sowie unter Nutzung eines vorstrukturierten Wortmaterials einen eigenen lyrischen Text gestalten.

 

Gedicht, eingesprochen von Friederike Ast

Song, gesungen von Seeside und Valentina Wergow


Sachanalyse

Über das Gedicht

Das Gedicht ist in vorpommerschem Niederdeutsch verfasst und es erschien vermutlich zwischen den Jahren 1900 und 1938 im Barther Tageblatt. Die große zeitliche Spannweite ergibt sich daraus, dass ein Teil ihres Werks lange Zeit unveröffentlicht bzw. der Öffentlichkeit nicht zugänglich war (Arlt 2015, 7). Es stammt somit aus Phasen nach der Frühphase.  

Thematisch widmet sich das Gedicht dem Wechsel der Jahreszeiten, wobei der Fokus auf Vergehen und Verlust liegt (z.B. V. 1, 8, 10, 12), wodurch eine melancholische Grundstimmung voll Sentimentalität und Wehmut erzeugt wird. Der Titel Spätsommer benennt eine zu Ende gehende Jahreszeit in der zweiten Jahreshälfte und steht hier stellvertretend auch für einen Abschnitt im Leben. Struktur: Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit jeweils vier Versen, die in einem halben Kreuzreim verbunden und mit vierhebigem Jambus mit weiblichen und männlichen Kadenzen angelegt sind. Die Wehmut wird insbesondere in wiederholt gestellten rhetorischen Frage nach der Dauer Wur lang noch ... (V. 15 & 17) greifbar. Weitere Stilmittel sind die der Anapher (V. 2 & 3; 11 & 12) und die Wiederholung von Man + Verb (V. 2, 3, 5, 10) sowie Metaphern, die den Wandel der Natur illustrieren (V. 4 Tiet verrennt, V. 6 Laub farft sik, V. 7/8 Tau lecht sik up’t Gräun).


Umsetzung im Unterricht

VOR

Die SuS werden thematisch durch das Hören einer Fantasiereise eingestimmt (AB1) und üben niederdeutschen Wortschatz, indem sie in der Illustration nach Wörtern suchen (AB2).

AB1 Fantasiereise

Audio Fantasiereise

AB2 Wortschatz

WÄHREND

Die SuS hören, lesen mit und kreuzen pro Strophe jeweils eine richtige Antwort an.

AB3 Fragen zum Text

NACH

Die SuS schreiben nach Anleitung und mit der Unterstützung eines Wortbaukastens eigene Elfchen (AB4) und werden im Sinne des multisensorischen Lernens zu weiteren Aktivitäten angeregt (AB5, AB6, AB7).

AB4 Elfchen

AB5 Dau mål wat

AB6 Hopp oder Topp

AB7 Ausmalbild


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