Unterrichtsidee zu „Mi lääft ein Lied in’n Herzen“

(Sekundarstufe)

 

Die Materialien verstehen sich als Anregung. Die Lehrkraft entscheidet selbst, ob sie eine oder mehrere Stunden für das Gedicht verwendet, ob sie die gesprochene oder gesungene Audiodatei wählt und welches Material sie nutzen möchte.

Mögliche Unterrichtsziele:

1. Die SuS verbessern ihren Wortschatz, indem sie stimmungsgenerierende Adjektive und Verben zusammentragen und verarbeiten.

2. Die SuS trainieren ihre Lesekompetenz, indem sie Gedichtstrophen in unterschiedlichen Haltungen laut lesen. 

3. Die SuS trainieren ihre Sprachkompetenz, indem sie Kreativ-Schreiben-Texte verfassen.

 

Gedichttext

Gedichttext mit Interlinearübersetzung

Umsetzungsideen

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Illustration einer Frau mit braunen Haaren und rotem Pullover, die einen transparenten, leuchtenden Geist eines Babys hält, umgeben von schwebenden Notenlinien. Das Kind lächelt ruhig, während die Frau lebendig und ausdrucksstark wirkt. Die Szene vermittelt den Eindruck von Musik, Fantasie und der Verbiundung unterschiedlicher Lebenswünsche.
Illustration: Stephanie Wunder

Gedicht, eingesprochen von Friederike Ast

Song, gesungen von Seeside und Ulrike Stern


Sachanalyse

Über das Gedicht

Das Gedicht ist in vorpommerschem Niederdeutsch verfasst und es erschien erstmals 1907 in der Zeitschrift Meggendorfer Blätter. Es stammt somit aus der ersten Hochphase (Berlin) des literarischen Schaffens der Autorin. Es sind keine weiteren Publikationen bekannt.

Das Gedicht widmet sich thematisch der Hoffnung und dem nicht versiegenden Lebensmut in Form eines Liedes im Herzen, das tröstet, orientiert und stets fröhlich stimmt, auch bei Enttäuschungen und schweren Zeiten im Leben. Der Titel Mi lääft ein Lied in’n Herzen in Form eines gesamten Satzes beinhaltet eine Feststellung, bei der man sich fragt, um welches Lied es sich handeln könnte. Das Lied kann als Symbol des Glaubens, der Seele oder auch der künstlerischen Kreativität gelesen werden. Struktur: Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit jeweils acht Versen, welche jeweils über Kreuzreim verbunden sind. Als Versmaß dominiert ein vierhebiger Jambus mit männlichen und weiblichen Kadenzen. Als Stilmittel fallen zahlreiche wiederholende Formen auf, so z.B. Epanalepsen in V. 5 & 6 sowie V. 37 & 38 sowie eine Anapher in V. 9 & 10. Die tröstlichen, jeweils vierversigen Charakterisierungen des Liedes werden refrainartig am Ende der ersten und letzten Strophe (V. 5–8 & 37–40) wiederholt und bilden somit eine thematische Klammer.


Umsetzung im Unterricht

VOR

Als Einstieg und zur lexikalischen Vorentlastung sagen die SuS, welches Lied ihnen momentan im Herzen „lebt“ (Woans geiht di dat?). Dabei werden die entsprechenden Adjektive gesammelt und dem Spektrum „eher traurig“/„eher fröhlich“ zugeordnet (Plenum, TB1).

Tafelbild 1

WÄHREND

Die SuS hören und lesen den Text im Hinblick auf die Fragen: Wer spricht? Worum geht es? (Einzelarbeit)

Dabei sind zwei Vorgehensweisen möglich:

1. Die SuS hören die Sprachaufnahme und lesen das Gedicht dabei mit.

2. Die SuS hören die Vertonung von Seeside und lesen dabei den Liedtext mit. 

Die SuS tragen den Inhalt des Textes grob zusammen (Plenum). 

Hinweis: Soll die Vertonung durch Seeside mehr in den Fokus rücken, dann bietet es sich an, die Liedfassung erst nach dem lauten Lesen (s.u.) hinzuzuziehen. In diesem Fall könnte man gemeinsam überlegen, welche musikalische Umsetzung möglich wäre (Tempo, Genre, Instrumentierung etc.) und die eigenen Ideen mit der Seeside-Fassung vergleichen. 

Die SuS tragen Adjektive und Verben aus dem Text zusammen, die das Lied charakterisieren (Gruppenarbeit, AB1). Dafür kann auch die Textversion mit Interlinearübersetzung oder die Mouseover-Version genutzt werden.

Orientierende Fragen: 

1. Was erfahren die Leser*innen in diesem Text über das „Lied“ und welche Funktion hat es? 

2. Welche weiteren Verben und Adjektive drücken welche Stimmungen aus?

3. Welche Strophe hat welche Stimmung? Ordne jeder Strophe des Gedichtes ein passendes Adjektiv zu.

Die SuS erkennen die Funktion des Liedes als Metapher und diskutieren mögliche Interpretationen (z.B. Zuversicht, Glaube, Trost, Hoffnung, Optimismus).

Bei diesem Text unterscheiden sich die Gedicht- und die Liedfassung im Ablauf. Daher wäre als Teilaufgabe auch ein Fassungsvergleich denkbar.

Auf Grundlage der zugeordneten Stimmungen werden die einzelnen Strophen ausdrucksvoll vorgelesen (einzeln oder chorisch).

Als auflockernde Zuspitzung eignet sich eine „Leselotterie“: Die SuS ziehen Lose aus einem Lostopf, auf denen jeweils eine Haltung steht. In dieser Haltung lesen sie nacheinander Ausschnitte aus dem Gedicht. Geeignet sind z.B. die Verse 5–8 und 37–40. (Plenum)

Materialien Leselotterie für die Lehrerhand

NACH

Lösungsbeispiel Düüsterdichten

Das Gedicht eignet sich für verschiedene Methoden des kreativen Schreibens, die den SuS zur Wahl gestellt werden können:

1. Düüsterdichten (Blackout Poetry): Der Text wird so geschwärzt bzw. künstlerisch umgestaltet, dass ein neuer Text entsteht.

2. N+7: Im Text wird jedes Substantiv (in diesem Unterrichtsverlauf ggf. Adjektiv) herausgesucht und im Wörterbuch nachgeschlagen. Immer der 7. Eintrag nach diesem Stichwort wird als Ersatzwort notiert und anstelle des ursprünglichen eingesetzt. Da das Gedicht relativ lang ist, kann jeweils eine Strophe bearbeitet werden. Mehr zu dieser Methode

3. Text verfassen zum Thema „Wat för ein Lied lääft mi in’n Herzen?“, z.B. Tagebucheintrag.

4. Eigenes Gedicht verfassen mit Lieblingswörtern aus dem Gedicht.  

Als Alternative zu den Schreibaufgaben kann eine Bearbeitung der Illustration (Collage oder zeichnerische Umgestaltung mit eigenen Wünschen) angeboten werden, die im Anschluss mündlich präsentiert wird.


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