Unterrichtsidee zu „Schöne Tieden“

(Grundschule)

 

Die Materialien verstehen sich als Anregung. Die Lehrkraft entscheidet selbst, ob sie eine oder mehrere Stunden für das Gedicht verwendet, ob sie die gesprochene oder gesungene Audiodatei wählt und welches angebotene Material sie nutzen möchte.

Mögliche Unterrichtsziele:

  1. Die SuS erweitern ihren themenspezifischen Wortschatz zum Themenfeld „Jahreszeiten“, indem sie vorgegebene Wörter den entsprechenden Kategorien passend zuordnen.
  2. Die SuS erschließen sich den Inhalt des Gedichtes auditiv, indem sie gezielt Informationen aus dem Gehörten entnehmen, fehlende Textstellen ergänzen und die einzelnen Strophen inhaltlich passenden Bildimpulsen zuordnen.
  3. Die SuS wenden ihr Wissen über den strukturellen Aufbau von Gedichten an, indem sie die vorgegebenen Verse nach Inhalt und Reim korrekt anordnen.

 

 

Gedicht, eingesprochen von Petra Schwaan-Nandke

Song, gesungen von Seeside


Sachanalyse

Über das Gedicht

Das Gedicht ist in vorpommerschem Niederdeutsch verfasst und es erschien erstmals 1906 in der Zeitschrift Meggendorfer Blätter. Es stammt somit aus der ersten Hochphase (Berlin) des literarischen Schaffens Martha Müller-Grählerts. Weitere Publikationen erfolgen noch im selben Jahr in der Wochenschrift Fliegende Blätter (München) und der amerikanischen Tageszeitung Der deutsche Correspondent (Baltimore), schließlich im Gedichtband Sünnenkringel Bd. 1 (Auflage 1 und 2 (1925/1927)) und 1936 erneut in der Wochenschrift Fliegende Blätter.

Das Gedicht feiert thematisch die Schönheit der vier Jahreszeiten, indem jeweils besondere Naturereignisse (z.B. Veilchenblüte in der ersten Strophe über den Frühling, Kornreife in der zweiten Strophe über den Sommer, Gesang der Wildgänse in der dritten Strophe über den Herbst und Schneefall in der vierten Strophe über den Winter) beschrieben werden. Der Titel lässt mit Schöne Tieden eigentlich die Beschreibung einer einzelnen Zeit erwarten, die beschrieben wird. Im Gegensatz dazu werden alle Jahreszeiten (eine pro Strophe) beschrieben und zur schönen Zeit er- bzw. verklärt. Struktur: Das Gedicht besteht aus vier Strophen mit jeweils sechs Versen und weist damit eine geordnete Symmetrie auf. Diese setzt sich auch im jeweils paarigen Reim und dem gleichmäßigem Versmaß aus drei- und vierhebigem Jambus fort. Stilmittel: Darüber hinaus zeigen sich zahlreiche Anaphern (wenn ... in V. 1, 2, 3 & 7, 8, 9 & 13, 15, 17 & 19, 21 sowie is dat ... V. 6, 12, 18, 24) und Alliterationen (z.B. V. 2 laue Lenzwind; V. 3 Wischen un Wägen; V. 8 lilla lücht), die ebenfalls eine Wirkung von Gleichförmigkeit und Ebenmäßigkeit erzeugen. Zahlreiche Metaphern machen Naturerscheinungen zum Agens des Geschehens wie in der dritten Strophe V. 13–16.


Umsetzung im Unterricht

VOR

Die SuS betrachten die Illustration und ordnen niederdeutsche Wörter den entsprechenden Jahreszeiten zu.

AB1 Wortschatz

WÄHREND

Die SuS hören, lesen mit, füllen Lücken und verbinden die Strophen mit dem jeweils dazu passenden Bild.

AB2 Lückentext

Zusatzmaterial:

AB5 Bildermalen

NACH

Die SuS fügen im Verspuzzle die bekannten Zeilen zu zwei Strophen zusammen. Sie entdecken Reime und niederdeutschen Wortschatz.

AB3 Strophenpuzzle

AB4 Platte Wür’ un Riemels

Zusatzmaterial:

AB6 Platte Wür’ – Johrestieden

AB7 Dialog

Kopiervorlage Memory


Dateidownload