Unterrichtsidee zu „Hoiho!“
(Grundschule)
Die Materialien verstehen sich als Anregung. Die Lehrkraft entscheidet selbst, ob sie eine oder mehrere Stunden für das Gedicht verwendet, ob sie die gesprochene oder gesungene Audiodatei wählt und welches angebotene Material sie nutzen möchte.
Mögliche Unterrichtsziele:
- Die SuS aktivieren und verbalisieren ihr thematisches Vorwissen, indem sie individuelle Assoziationen zur Figur des Seemanns stichwortartig festhalten und diese anschließend bildnerisch umsetzen.
- Die SuS schulen ihr selektives Hören, indem sie beim Hören des Gedichtes gezielt Wörter identifizieren und diese im vorgegeben Raster markieren.
- Die SuS analysieren sprachliche sowie inhaltliche Aspekte des Gedichtes, indem sie die Verben identifizieren, semantische Kategorien bilden, Aussagen zum Text überprüfen und Reimstrukturen erkennen sowie entsprechende Reimwörter herausarbeiten.

Gedicht, eingesprochen von Reinhard Dettmann
Song, gesungen von Seeside
Sachanalyse
Das Gedicht ist in vorpommerschem Niederdeutsch verfasst und erschien erstmals 1910 in der Zeitschrift Meggendorfer Blätter. Es stammt somit aus der ersten Hochphase (Berlin) des literarischen Schaffens Martha Müller-Grählerts. Weitere Publikationen erfolgen 1925 in der Abendzeitung Stettiner Abendpost, 1927 in der Zeitschrift Meggendorfer Blätter, im Gedichtband Sünnenkringel Bd. 1 (Auflage 1 und 2 (1925/1927)) und 1929 erneut in der Stettiner Abendpost.
Thema des Gedichtes ist die tiefe Verbundenheit des Seemannes mit dem Meer und dessen Romantisierung. Die Seefahrt wird aus Sicht eines Seemannes erzählt und wendet sich an seine „Braut“ an Land, wobei die See personifiziert und ebenfalls als Braut gezeichnet wird. Die Strophen bauen aufeinander auf und entwickeln eine kleine erzählende Handlung, was durch wörtliche Rede in Form von Imperativen an die Braut an Land in V. 3/4 & 21/22 markiert wird. Der Titel Hoiho! ist ein typisch seemännischer Ausruf. Struktur: Das Gedicht besteht aus drei Strophen mit jeweils acht Versen im paarigen Kreuzreim (ABAB CDCD) und einem Versmaß in Form eines dreihebigen Trochäus mit männlichen Kadenzen. Als besondere Stilmittel treten die Personifikation der See als Braut (V. 12/13) und als fordernd (V. 17/18) sowie die Metaphorisierung der Wellen (V. 1) hervor. Zahlreiche Wiederholung rhythmisieren den Text, so die Anapher Ik + Verb (V. 10/11 & 19/20) sowie die Epanadiplose (wannern & annern in V. 1 + 3 & 21 + 23). Der jeweils letzte Vers Hoiho! jeder Strophe wird als Epipher refrainartig wiederholt, wodurch das Gedicht einen liedhaften Charakter erhält und an ein Shanty erinnert. Auch die Metaphorisierung der See als Braut des Seemannes hat in Shantys eine lange Tradition.
Umsetzung im Unterricht
VOR
Die SuS stimmen sich auf das Thema ein, indem sie die Illustration richtig zusammensetzen und anhand dieser Schlüsselwörter erschließen (AB1). Des Weiteren imaginieren sie einen Seemann (Brainstorming) und zeichnen diesen (AB2).
WÄHREND
Die SuS trainieren ihr Hörverstehen, indem sie bei der Rezeption des Textes gehörte Wörter markieren.
NACH
Die SuS entdecken mehr niederdeutschen Wortschatz, Reime und beantworten Fragen zum Text (AB4). Im Angebot ist außerdem ein Dialog, der laut gelesen und gespielt werden kann (AB5).
Dateidownload
Materialien
Arbeitsblätter
Weiterführende Materialien/Links
- Gedichtversion mit Mouseover-Übersetzung auf niederdeutsche-literatur.de